Montag, 4. Juni 2018

Dokumentierte Kindheit





Mama mal 3 hat diese Blogparade gestartet. Ein spannendes Thema finde ich.
Sie stellt sich und anderen folgende Fragen:

  • Wann kommt der Zeitpunkt, an dem ich meinen Blog schliesse oder mit Passwort versehe? Wenn mein Kind lesen kann? Schon früher? Und was passiert dann? Falls überhaupt noch, werde ich dann anders schreiben? Werde ich die Fotos unkenntlich machen oder die Kinder nur noch von hinten fotografieren? (Manche tun das von Anfang an, aber es geht ja auch um den Text)
  • Wenn ich den Blog schliesse, speichere ich dann den Inhalt für mich irgendwo ab (wenn ja, wie geht das?), zeige ich ihn vielleicht irgendwann meinen Kindern, wenn sie grösser sind (vlt selber Eltern werden…)?
  • Wie wäre es für mich, wenn meine Mutter einen solchen Blog geschrieben hätte und ich derart viel über mich erfahren würde, wie ich als Kind war, wie das Familienleben damals war – von Geburt an, wie sich meine Mutter fühlte, was sie bewegte? Wäre es spannend, eindrücklich, würde es mein Muttersein prägen oder würde es mich befremden?
  • Was wird es für unsere Kinder bedeuten, so viel über ihre Mutter zu erfahren (im Nachhinein)? Nicht nur die schönen Momente sondern auch die anstrengenden Phasen?
  • Was wird es für unsere Kinder bedeuten, so viel über sich selber zu erfahren?
  • Werden meine Kinder ihr Leben und das meiner Enkelkinder auch irgendwann mal „verbloggen“ oder ist das bis dann wieder passé?
Dasselbe gilt natürlich auch für YouTuber, Instagrammer, usw


Ich bin ja jetzt kein typischer Elternblog, eher eine bunte Wundertüte aus Kindern, Kochen, Nähen, reisen und ganz viel Inklusion und Down Syndrom.

Das Down Syndrom war der Punkt der mich angetrieben hat selbst zu bloggen. Eine HP hatte ich schon ewig im Netz, damals hatten nur wenige Leute überhaupt Internetzugang. Bereits da stellte ich unsere Reisen ins Netz, mit Bewertungen, Tipps und Bildern, so war mir das nicht fremd, beim bloggen reizte mich, dass es so schön einfach war, im Nachhinein wäre es geschickter gewesen hier zu versuchen mit meiner Domain einen Blog aufzubauen, doch ich habe 2010 angefangen, da gab es diese ganze Gemeinschaft noch gar nicht und bei Blogger zu sein half überhaupt gelesen zu werden.
Also, wer mich noch nicht kennt. Nach der Geburt meiner Tochter suchte ich im Netz Antworten auf meine Fragen, ich suchte Normalität, ich wollte sehen, alles wird gut. Genau das fand ich in Blogs und genau das wollte ich zurück geben.
Ich bin inzwischen ein Urgestein dieser Szene, viele Blogs gibt es nicht mehr und neue Eltern haben eine facebook-Seite, glauben das sei bloggen, doch suche mal etwas auf einer fb-Seite....ja genau, ein paar Monate zurück ist es vergessen.

  • Wann kommt der Zeitpunkt, an dem ich meinen Blog schließe oder mit Passwort versehe? Wenn mein Kind lesen kann? Schon früher? Und was passiert dann? Falls überhaupt noch, werde ich dann anders schreiben? Werde ich die Fotos unkenntlich machen oder die Kinder nur noch von hinten fotografieren? (Manche tun das von Anfang an, aber es geht ja auch um den Text)

Ich werde meinen Blog nie schließen, dafür steckt zu viel Herzblut drin. 8 Jahre Arbeit.
Ich hatte noch einen Kreativblog, der ist umgezogen und bestand trotzdem noch, gerade wegen der Weiterleitungslinks, die DSGVO hat ihn jetzt jedoch platt gemacht, nur lebt er ja in Jolinas Welt weiter. Ein Passwort wäre auch Blödsinn, denn wie sollten mich dann Eltern finden die Hilfe suchen. Mein Motto: So wenig Hemmschwellen wie möglich.
Louisa kann lesen, sie hat aber jetzt weniger Bock darauf meine Texte zu wälzen. Allerdings ärgert sie es, wenn sie auf Sachen aus dem Blog angesprochen wird, oder ihr Gerüchte aus dem Ort zu Ohren kommen. Sie findet es gut, dass ich blogge, sie findet es Scheiße, dass sich andere ein Urteil darüber erlauben. ZB über meine Probenähfotos. Ich zwinge meine Kinder zu nichts! Ich würde mal sagen, da spricht der Neid, weder nähen, noch fotografieren zu können und evtl. ein Kind, das nicht so fotogen ist wie meine (hach, ein bisschen Mutterstolz und eingebildet sein ist an dieser Stelle erlaubt, jedenfalls bei so missgünstigen Leuten, die sich ein Urteil erlauben...)
Und da sind wir schon bei den Fotos, wie sollte ich ein positives Gesicht des Down Syndroms zeigen, ohne ein Gesicht zu zeigen?
Das muss nicht jeder tun, aber es war meine Entscheidung an dir Öffentlichkeit zu gehen als Kämpferin in meiner Sache, jeder soll machen was er für richtig hält ohne anderen die eigene Meinung über zu stülpen.


  • Wenn ich den Blog schliesse, speichere ich dann den Inhalt für mich irgendwo ab (wenn ja, wie geht das?), zeige ich ihn vielleicht irgendwann meinen Kindern, wenn sie grösser sind (vlt selber Eltern werden…)?

Die Frage ist doch, warum hat man gebloggt?
Ich verblogge nur was ich auch bereit bin in 10 Jahren noch zu zeigen, das Netz vergisst eh nicht, da nützt auch kein Blog schließen.
Wie das geht weiß ich, geht bei Blogger alles ganz easy, deshalb bin ich ja immer noch dort, das richtige für so Tiefflieger in Sachen PC wie mich.


  • Wie wäre es für mich, wenn meine Mutter einen solchen Blog geschrieben hätte und ich derart viel über mich erfahren würde, wie ich als Kind war, wie das Familienleben damals war – von Geburt an, wie sich meine Mutter fühlte, was sie bewegte? Wäre es spannend, eindrücklich, würde es mein Muttersein prägen oder würde es mich befremden?

Es wäre toll. Wie oft habe ich meine Mutter danach gefragt, doch das vergisst man, auch ich habe schon viel vergessen. Ich bin übrigens Jahrgang 1968, hahaha, schon etwas älter, aber ich glaube wir Alten sind in vielem gelassener und da könnten sich manche aufgeregten Jungmamas eine Scheibe abschneiden. Nicht alles muss zum Drama mutieren

  • Was wird es für unsere Kinder bedeuten, so viel über ihre Mutter zu erfahren (im Nachhinein)? Nicht nur die schönen Momente sondern auch die anstrengenden Phasen?

Warum nicht? Ich bin eine ehrliche Mutter und eigentlich war ich ein Kind, das man sich wünschen konnte ;-) Ob ich es jetzt erzähle, oder sie es lesen, ist doch Jacke wie Hose.
Wichtig ist was wir heute vorleben und nicht ob wir mit 16 auch ne 5 in Englisch hatten. Die hatte ich übrigens, und das verschweige ich meiner Tochter auch nicht, dafür hatte ich ne 1 in Deutsch und Bio, wenn sie sich unbedingt mit mir vergleichen will ;-)


  • Was wird es für unsere Kinder bedeuten, so viel über sich selber zu erfahren?

Das kommt ja darauf an was man schreibt. Aber ich sage ja, ich bin kein typischer Elternblog der Belangloses schreibt oder intimes.
Schon ich liebte meine Kinderfotoalben zu blättern und meine Mädels tun das auch, man will immer wissen wer man ist.


  • Werden meine Kinder ihr Leben und das meiner Enkelkinder auch irgendwann mal „verbloggen“ oder ist das bis dann wieder passé?
Was soll ich sagen? Meine Kleine wird mal keine Kinder haben :-(
Meine Große hat jetzt schon einen YouTubeKanal und steht damit in der Öffentlichkeit, ich führe sie langsam heran, damit sie mit 16 nicht direkt mit Anlauf alles falsch macht.
Wenn sie es nicht satt hat, dann wird sie es tun, kommt auf ihren Beruf später an und auf den Partner.


Es liegt immer an einem selbst wie weit man den Spalt der Tür aufmacht um ins Leben schauen zu lassen.
Die ersten Bloggerschritte waren sehr ungelenk und unbedarft von mir, so blogge ich nach so langer Zeit längst nicht mehr.
Kleines Beispiel unser Wochenende in Bildern ist immer nur so viel wie ich zeigen will, nie das Große Ganze, somit ist die Kindheit meiner Kinder nicht dokumentiert, sondern eher sind Puzzelstücke des Lebens im Netz, doch um das Bild fertig stellen zu können benötigt man sehr viel mehr, als diese wenigen Teile

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