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Freitag, 27. Mai 2022

Zu viel Empörung nervt nur noch, oder warum hier keine Hirnpupse mehr erscheinen

 

Zu viel Empörung im Netz

Wer hier schon länger liest kennt vielleicht meine "Hirnpupse", das sind Gedanken die mir zu einem Thema, oder einer Aussage kommen und einfach raus müssen.

Oder sollte ich sagen "raus mussten."?

Es ist eigentlich nicht meine Art Leuten direkt über den Mund zu fahren, ertappe mich allerdings manchmal selbst dabei, wie ich wie wild auf die Tastatur hämmere und einen Kommentar bei Facebook kommentiere, weil ich denke: "Boahh, dem muss doch einer sagen, dass er ein unmögliche Einstellung hat!"

Die meiste Zeit schaffe ich es jedoch die Typen mit Nichtbeachtung zu bestrafen, oder noch besser, gar nicht in dieses schreckliche Sammelbecken an Stammtischparolen rein zu schauen.

Freitag, 9. Juli 2021

Die Sache mit dem "Downie" oder Warum ist der Blick über den Tellerrand so schwer?


Zur Zeit passiert ganz viel mit unserer Sprache, für meinen Geschmack etwas zu schnell und zu viel um alle mit ins Boot zu bekommen und es war selten so ein Eiertanz bei Themen, in denen man nicht zu Hause ist nichts Falsches zu sagen.

Da aber sehr oft sehr wenig Toleranz besteht und man angepflaumt wird, für fasche Begriffe verebbt das Gespräch ganz, oder findet erst gar nicht statt, das ist der falsche Weg.

So weiß nicht jeder, dass der Großteil der Down-Syndrom-Blase fast schon an die Decke geht, wenn gesagt wird "Leidet am Down-Syndrom", das witzige ist, dass in anderen Blasen, in denen Kinder Behinderungen/Erkrankungen/Genveränderungen haben, die Eltern sogar selbst das "leidet am" benutzen.

Ganz ehrlich? Wie soll man sich da in dem ganzen Sprachgewurschtel noch auskennen?

Als wir neu in die Down-Syndrom-Blase hineingeworfen wurden, da sagte mein Mann einmal "Downie" und sofort wurde ihm zum Glück von unserer Bekannten, deren Sohn auch das Down-Syndrom hat, gesagt, dass man das nicht sagen sollte.

Vor vielen Jahren habe ich auch einen Beitrag dazu geschrieben: Ein paar Gedanken zu der Bezeichnung "Downie"

Samstag, 4. April 2020

Buchvorstellung: UNFOLLOW - Wie Instagram unser Leben zerstört


Wer meinen Blog und die Rezensionen gut und lange verfolgt kann aus der Überschrift eigentlich schon alles lesen "Sie schreibt nicht Buchtipp, sondern Buchvorstellung, OMG, sie mag das Buch nicht!" das sagt bei mir schon einiges und ich bin bekannt dafür, dass ich in Rezensionen immer ehrlich schreibe, auch wenn ich das Buch kostenlos erhalten habe.

Manchmal greife ich eben auch mal daneben.
Vielmehr, ich habe mich so auf das Buch gefreut, als ich es auf der Liste der zukünftigen Veröffentlichungen fand. Instagram ist eines der Medien mit denen ich gerade sehr viel arbeite, da kann man Einblicke gut gebrauchen.

Ich begann es mit Begeisterung zu lesen und war von Seite zu Seite immer genervter, bis ich am Ende der Autorin dieses Buch am liebsten links und rechts um die Ohren gehauen hätte und ihr dabei immer wieder in knappen Sätzen sagen wollte "Du hast gar nicht recherchiert, du bist genau so doof wie diese Modepüppchen über die du ablästerst"

Ich spreche vom Buch

UNFOLLOW*

Wie Instagram unser Leben zerstört

von Nena Schink


erwartet hatte ich Abründe von Instagram, die ich noch nicht kannte, bekommen habe ich das übliche BlaBla über Instagram, aber aufgebläht zu einem ganzen Buch und zusätzlich einer Autobiografie einer mittelmäßigen Journalistin

Freitag, 5. Februar 2016

Schadensersatz für ein Kind mit Down Syndrom?

Ihr habt es bestimmt gelesen.
Seit Tagen geistert es durch die Medien, sowohl Print als auch durch die sozialen Netzwerke.

Da hatten Eltern tatsächlich die Frechheit ihre Frauenärzte zu verklagen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, weil sie in der Schwangerschaft das Down Syndrom und einen Herzfehler nicht erkannt haben.

Danke an die Richter, die diese Klage abgewiesen haben.



Was wäre denn die Folge wenn die Ärzte wirklich Schadenersatz zahlen müssten?
Ganz einfach.
Sie würden künftig noch mehr versuchen Frauen zu Untersuchungen zu drängen und danach zum Schwangerschaftsabbruch, wenn das Ergebnis Trisomie 21 lautet, also Down Syndrom.
Denn wo kein "Schaden" da auch kein Schadensersatz fällig.




Was ist die Folge die nicht vermeidbar ist?
Irgendwann wird die Tochter wohl erfahren was ihre Eltern versucht haben.
Egal wie sie es hin drehen werden, am Ende bleibt der Beigeschmack, dass sie ihr Kind nicht wollten und es eigentlich abgetrieben hätten.
Hoffen diese Leute wirklich darauf, dass die Behinderung ihrer Tochter so stark ausgeprägt ist, dass sie dies nie kapieren wird?



Wenn ich eins immer wieder über meine Tochter sage ist es, und das ist nicht boshaft sondern mit Augenzwinkern gesagt, aber trifft es 100%: "Jolina ist zwar behindert, aber nicht doof!"
Selbst ich unterschätze sie manchmal, weil sie nicht so gut spricht, oder es immer noch nicht schafft bis 3 zu zählen. Aber sie begreift Zusammenhänge und lässt sich auch kein X für ein U vormachen.
(Okay, blöder Spruch, denn das kommt von den römischen Zahlen 10 und 5 und bei Zahlen ist ja wirklich nicht so fit)



Jedes Kind macht irgendwie "Arbeit" und wenn man durch eine Erkrankung, wie in dem obigen Fall MS, befürchtet ein behindertes Kind könne die Grenzen der Belastbarkeit überschreiten, dann muss ich mich fragen, ob die drei Kinder der Frau solche Engel sind, oder ob ein 4. Kind nicht sowieso die Belastungsgrenze überschreitet.



Ich bin die Letzte die behauptet, dass Jolina nur Freude verbreitet und dass es keine Arbeit ist, dieses ständige zu Ärzten Gefahre, oder die ganzen Therapien. Aber wems zu viel oder zu unwichtig ist kann das ja auch sein lassen.

So wie man es auch sein lässt seine Kinder zu erziehen, weil das anstrengend ist, oder man ihnen lieber Geld in die Hand drückt für ein Teilchen beim Bäcker anstatt ihnen ein Brot zu schmieren.
Kinder sind Arbeit, Kinder sind eine Belastung, das ist normal, waren sie schon immer, nur heute wird rum gejammert, weil unser Leben immer bequemer wird, wir für alles Lösungen finden, nur Kinder kann man nicht weniger anstrengend machen (okay, es gibt in manchen Fällen Medikamente, doch davon sprechen wir gerade nicht). Kinder nerven, deshalb gibt es ja das Kindchenshema, damit wir sie trotzdem lieb haben, wenn man das begriffen hat, dann kommt man auch nicht auf die Idee man könne Schadenersatz für Mehrarbeit verlangen. Kinder mit Doen Syndrom schlafen ganz oft von Anfang an durch, eigentlich müssten die Eltern dem Arzt noch Geld bezahlen für diese Extra Stunden Tiefschlaf.



Das Ding mit dem Schadensersatz ist nicht neu.
Schon vor über 10 Jahren drängte mein Arzt mich aus genau diesen Gründen zu einer Fruchtwasseruntersuchung, er gab das sogar offen zu und da ich damals sowieso alles perfekt haben wollte stimmte ich dem natürlich mit Begeisterung zu.



Ich finde ich könnte mal eine Klage gegen diverse Fernsehformate anstreben. Sie führen zur Verblödung unseres Nachwuchses und dadurch ist meine Rente in Gefahr, oder so ähnlich.
Ich müsste natürlich noch an der Argumentation feilen, doch immerhin ist das ja ein aktives Eingreifen in einen Entwicklungsprozess, das Baby mit Down Syndrom ist allerdings ja selbst gemacht (DIY liegt ja im Trend ;-) ) und dadurch trifft an der Tatsache den Frauenarzt keine Schuld und ich meine, nur weil mein Arzt mir nicht sagt, dass Schokolade dick macht kann ich ihn dann am Ende nicht verklagen weil mir keine Hose mehr passt. (Wobei, das wäre doch ne super Idee, ich sollte mir mal ne gute Argumentation überlegen)



Ich glaube das ist der Moment an dem ich Euch sagen sollte, dass ich zu Sarkasmus neige und man bitte vieles nicht all zu Ernst nehmen sollte.
Dass ich aber diesen Eltern am liebsten links und rechts eine klatschen möchte, das ist mein voller Ernst, verdient hätten sie es.



Da bemüht man sich die letzten Jahre der Gesellschaft zu zeigen, dass Down Syndrom zwar kein Grund zum Freudensprünge vollführen ist, aber bei weitem auch kein Grund sich nen Strick zu nehmen oder ins tiefste Jammertal zu fallen.
Ich verstehe alle Eltern die traurig sind und sich das alles ganz anders vorgestellt haben.
Hatte ich auch.
Ach ja, die meisten Eltern stellen sich das Eltern sein anders vor als es am Ende ist, da ist es Wurscht wie viele Chromosomen da am Ende im Spiel sind.



Ich habe das Gefühl, das was viele Eltern mühsam aufgebaut haben gerade wieder mit einem Fußtritt zum Einsturz gebracht wurde.
Wir kämpfen dafür, dass es weniger Schwangerschaftsabbrüche wegen Down Syndrom gibt und dann kommt da ein Elternpaar und jammert rum sie hätten ja eigentlich viel lieber abgetrieben hätten sie es nur gewusst, bäh bäh bäh!!!
Was denkt da der Nichtbetroffene? "Die müssen es ja wissen. Die haben so ein Kind. Also ist es wirklich schlimm so ein Kind mit Down Syndrom. Wenn uns das also passiert, dann müssen wir unbedingt abtreiben!"
Ja suuuper. Gut gemacht! Ich sag ja eine links und eine rechts wäre vielleicht sogar zu wenig für den angerichteten Schaden.



Natürlich möchte ich hier klar stellen ich drohe niemand Prügel an. Das ist ja verboten. Aber was ich gerne möchte und dann doch nicht tue sind ja zwei paar Schuhe, oder?

Apropos Schuhe. Die Bilder sind schon etwas älter und das Kind für das ich NIEMALS Schadensersatz verlangen würde ist total stolz auf ihre damals neuen Stiefel. Dabei geht es bei den Fotos doch gar nicht um die Stiefel, sondern um die Bluse, die ich für Mariele probenähen durfte.
Waaahhhh, was ein Bogen von einem zum anderen Thema, Hilfe, hier kann man jetzt wirklich nicht sagen ich hätte die Kurve bekommen, hahaha.





An dieser Stelle lade ich Euch Blogger jetzt schon ein an einer Aktion zum Welt Down Syndrom Tag am 21.3. in Euren Blogs mit zu machen. Ich habe Euch hier 3 Postervorlagen zur Verfügung gestellt und Ihr postet sie an diesem Tag in Euren Blogs (bitte nicht vorher).
In einer Linkpartie zum 21.3.2016 könnt ihr dann Euren Blogpost verlinken
Somit hängen diese Poster nicht nur in Schaufenstern, Autos und in facebook, sondern sie "hängen" in Euren Blogs und machen vielleicht ein klein wenig wieder gut, was diese Eltern angerichtet haben mit ihrer Klage.
Wenn Ihr gerne Poster ausdrucken möchtet um sie in der realen Welt aufzuhängen schicke ich Euch gerne eine pdf-Datei zu.

Ich will nicht die Welt retten, aber vielleicht ein oder zwei Kinder mit Down Syndrom und ein Menschenleben ist unbezahlbar.


Schnittmuster: Lillian von Mariele
Stoff: Zwergenschön
Genähte Größe: 110
Model: Jolina
Fotos und Bildrechte: JoLou

Mittwoch, 7. Januar 2015

Kennt Ihr auch diesen schrecklichen Spruch?

Jedesmal wenn ich ihn sehe bei Facebook und Co rege ich mich auf.
Heute bin ich genug auf Krawall gebürstet um es zu verbloggen,.

Noch mehr rege ich mich auf wenn Eltern von behinderten Kindern diesen Spruch auch noch in Gruppen teilen in denen der Sinn und Zweck der Austausch über die Behinderung der Kinder ist.

Es handelt sich um diesen Spruch der seit Jahren durchs Internet geistert:




Da überbieten sich die Eltern in diesen Gruppen und Foren gegenseitig welche Therapien sie alles mit den Kindern machen, oder fragen andere was könnte ich denn noch machen und dann kommt so ein Ding.

Zum einen sollte man immer alles vorher genau lesen und hinterfragen was man teilt und wenn man nur mit Teilen übereinstimmt dann lässt man es.

Im Übrigen würde ich so ein "Ding" nicht teilen das mit Ausrufungszeichen voll geklatscht ist und dazu noch ohne Sinn und Verstand, zB. am Anfang des Satzes.

Ich sehe nur, dass das billig und schnell hingeklatscht wurde mit der Absicht viele Klicks zu bekommen, hat ja auch funktioniert.

Natürlich wird dieser Spruch auch anders geteilt, weniger rosa und mit weniger Ausrufungszeichen, trotzdem ist er falsch.

Dieser Spruch ist ein Übersetzungsfehler.

Mit dem Original aus dem englischen kann ich mich viel eher anfreunden, obwohl die Herkunft hier auch zerrissen wird.

Das Original:

 Children with special needs don’t have an illness, so there is no cure and it’s
not contagious. They want what we all want – to be accepted. Most of
youwon’t copy and paste this, but will you do it and leave it on
your statusfor at least an hour? It’s special education week and …this is in …honor…… of all the kids who need a littl…………e
extra help and understanding…..pleasepost it.


Hier ist nicht die Rede davon, dass Kinder mit Behinderung keine Therapie brauchen, ich frage mich welcher Tiefflieger das übersetzt hat.

Kinder mit Behinderung sind nicht krank, daher gibt es keine Heilung und es ist auch nicht ansteckend. Sie wollen was wir alle wollen, akzeptiert werden.

Möchtet Ihr ein neues Bild? Edit: Nehmen dürft ihr es nur mit Verweis auf den Blog, oder die facebookseite und auf keinen Fall das Wasserzeichen löschen oder überschreiben

Dann bastle ich Euch eins. Auch in rosa, das fällt mir alter Rosatante ja nicht schwer




So, das wollte ich schon lange mal los werden.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

"Heut ist alles behindert!"

Hallo!

Heute schreibt mal die Mama.

Denn der Mama quillt gerade das Herz über und es MUSS raus.

Auslöser ist eigentlich nur ein Post einer etwas jüngeren "facebook-Freundin" die wohl wieder ihren Teenagerfrust der Welt mitteilen muss; und auf die Frage was los sein kam, dass heute alles behindert sei.


Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!

Dies ist der Moment wo wahrscheinlich der letzte Tropfen das Fass zum überlaufen brachte!

Kinder! Schaltet mal Euer Hirn ein.

Ständig benutzen sie das "Modewort" BEHINDERT, alles und jeder ist BEHINDERT, nicht doof, oder schlecht, oder traurig, nein bei Euch ist alles BEHINDERT.

Ganz ehrlich?

Das lässt mich jedesmal zucken und ES TUT MIR WEH!

Es tut mir weh, ganz tief drinnen.

Tief drinnen in meinem Mutterherz.

Ich möchte Euch schütteln, rütteln, versuchen Euern Hirnwindungen mal den Staub aus den Ritzen zu vibrieren.

Wahlweise könnte man Euch ja mal den Mund mit Seife auswaschen, oder ne brutale Methode für einen ganz schlecht gelaunten Tag wäre Euch mal so heftig auf den Mund zu boxen, dass ihr ein paar Tage gar nicht mehr richtig sprechen könnt und wisst wie sich BEHINDERT anfühlt.

Mein Kind ist BEHINDERT, es hat einen Ausweis, in dem steht es schwarz auf zart grün.

Keiner weiß wie es sich anfühlt so ein Stück Papier zugeschickt zu bekommen, wenn man nicht in der gleichen Lage ist. Man weiß es ja, aber das ganze schriftlich zu haben, hat eine ganz andere Qualität.

Noch schlimmer finde ich das "neue" Schimpfwort "Mongo"

Nein, nein, nein, nein!

Das ist nicht witzig, das ist das allerletzte.

Es ist hirnlos.

(Edit: hier folgt eine Metapher, für die, die das ernst genommen haben, soll so viel heißen wie "wenn man das negative Bild in den Köpfen schürt, dann gibt es natürlich mehr Menschen die sich gegen ihr ungeborenes Kind entscheiden" Schade, dass ich solche Wortspielchen immer wieder erklären muss für die, die mich dann damit versuchen als Idiotin hinzustellen)

Und jedesmal wenn einer dieses Wort benutzt, stirbt ein ungeborenes Kind mit Trisomie 21.

Das ist wie bei den Elfen in Peter Pans Nimmerland, jedes Mal wenn ein Mensch nicht mehr an Elfen glaubt, dann stirbt eine :-(

Ich bin nur eine Mutter die Ihr Kind liebt, so wie eine Mutter ihr Kind eben lieben kann und ich kämpfe für mein Kind, wie das Mütter eben tun.

Nur, dass ich zusätzlich gegen Behörden kämpfe, gegen blödsinnige Gesetze und gegen etwas das wohl niemals zu besiegen ist:

Gegen DUMMHEIT und UNWISSENHEIT kurz IGNORANZ

Und nein, ich bin nicht empfindlich, ich bin auch nicht die, die jedes Wort auf die Goldwaage legt und ich lache gerne auch über Witze über Behinderte.
Mein Humor ist rabenschwarz, da rollen sich die Zehennägel hoch. Aber Ihr macht ja keine Witze.

Ich möchte, dass man sein Hirn einschaltet bevor man sein Mundwerk los lässt und NUR weil es jeder sagt ist es nicht unbedingt besser, NEIN! Es macht es nur schlimmer.

Sorry, das musste raus und heute gibt es auch kein Bild von Jolina, denn das passt nicht hier her!

Vielleicht erreiche ich ja ein paar die nie über Ihre Wortwahl nach gedacht haben oder wenigsten einen.

Vielleicht kann ich heute eine Elfe retten - denn Elfen gibt es; sie haben Mandelaugen und ein Chromosom mehr.

Martina



Dienstag, 21. Juni 2011

Traurig aber wahr......

Hallo!

Ich muss Euch heute noch schnell was erzählen.
Es geht um diesen Artikel im Darmstädter Echo.
Aufmerksam wurden wir durch die Mutter eines der betroffenen Kinder die bei wkw eine Gruppe gegründet hat.

Behinderte dürfen im Freizeitpark nicht mitfahren






Streitfall: 114 Kinder der Gustav-Heinemann-Schule in Dieburg fühlen sich beim Ausflug im Holiday Park diskriminiert










DIEBURG/HASSLOCH.



Ein Ausflug von 114 Schülern der Gustav-Heinemann-Schule in Dieburg mit ihren Lehrern zum Holiday Park in Haßloch endete im Frust. Die körperlich und geistig Behinderten durften etliche Fahrangebote nicht benutzen.


„Aufregung und Vorfreude waren riesig. Leider endete der Ausflug für die meisten Schüler in einer großen Enttäuschung, für manche gar im Schock“, sagt Lehrerin Ingrid Hornung. „Für die Mehrzahl unserer Schüler sind – wie für alle Kinder – Achterbahnen, Freefall-Tower, Expedition GeForce, Lighthouse Tower und ähnliche Angebote die Hauptattraktion. Seit 15 Jahren sind wir regelmäßige Besucher, und die Schüler konnten in die Benutzung dieser Bahnen hineinwachsen.“ Für manche Kinder seien dies besondere Erlebnisse, da aufgrund einer reduzierten sensorischen Wahrnehmung das Erleben des eigenen Körpers im Alltag eher reduziert ist.


Doch den Behinderten wurde die Benutzung etlicher Hauptattraktionen verboten. „Das Personal war dazu angehalten, alle Behinderten auszusondern. Es kam zu einer Gesichtskontrolle“, schildert die empörte Lehrerin. „Jeder, der anders aussah, durfte die Bahn nicht benutzen. In einer Zeit, da die größere Teilhabe von Menschen mit Einschränkung angestrebt wird, sei ein solches Aussortieren eine Diskriminierung, empören sich die Lehrer. Sie hatten sich für die Sicherheit der Schüler verbürgt.


Der Betreiber des Vergnüngungsparks wies die Kritik zurück: „Wenn wir Behinderte mitfahren lassen, und es passiert etwas, werden wir zur Rechenschaft gezogen.“


Es macht sprachlos und eine Frechheit ist, dass der neue Betreiber des Parks in einem Infoblatt behinderten generell die Nutzung verschiedener Attraktionen verbietet.

Ich möchte wenn ich alt genug bin bitte wie alle anderen Spaß in solchen Parks haben und nicht nur Zuckerwatte essen und Kinderkarussell fahren. Danke, aber dafür zahle ich kein Geld.

Ich hoffe dem Betreiber wird von entsprechend hoher Stelle gehörig vors Knie getreten.
Schritte sind wohl schon eingeleitet.

Und ich stelle Euch auch mal ne Frage, wo fängt Behinderung an?
Ist ein Mensch mit Down Syndrom behinderter als ein anderer nur weil man es ihm ansieht?
Mama meint dann dürften gaaaanz viele Menschen die Ihre Nasen bei diversen Reality-Formaten von RTL und Co in die Kamera halten schon lange keine Achterbahn mehr fahren.

Oft verbringt man einen fröhlichen Tag in solchen Parks und ahnt gar nicht wie traurig solche Tage für andere enden.
Wir werden solange sich das nicht ändert und weil ich ja auch noch viel zu klein bin diesen Park meiden, auch wenn meine Mama in ihrer Kindheit dort oft zu Besuch war.

Trotzdem bekommt Ihr Bussis,

denn Ihr verbietet mir ja nicht eine von Euch zu sein.

Eure Jolina