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Freitag, 23. Juli 2021

Gastautorin Christiane erzählt über das Leben mit ihrer nicht leiblich geborenen Tochter und die Trauerarbeit und Erfahrungen nach ihrem Tod

 


Das Thema meiner Gastautorin Christiane ist nicht einfach und doch ist es so wichtig.

Es ist wichtig, dass man darüber spricht, dass es kein Tabu ist.

Es ist wichtig zu zeigen, was Liebe bewirkt und dass wir Menschen auch dieser Zeit fähig sind bedingungslos zu lieben.

Es ist wichtig zu zeigen was mit der Kraft der Liebe schaffen kann, Dinge die bleiben und die dem Schrecklichen am Ende doch noch einen Sinn geben.


Christiane war Pflegemama eines wunderschönen kleinen Mädchens das sie Schnuffi nannte, wie der Name zu Stande kam, wird sie selbst erzählen.


Aus der Zeit mit diesem wundervollen kleinen Mädchen ist etwas ganz besonderes entstanden, das vielen anderen Eltern helfen wird.


Leider war die Zeit mit Schnuffi nur sehr kurz und gerade steckt die ganze Familie noch tief in der Trauerarbeit, die vom Umfeld leider nicht verstanden wird.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Gastautor Luca (8) über seine Zwillingsschwester: "Sie ist anders, aber das ist mir egal"

 

Zwillinge (Einer hat Down-Syndrom)
Foto: privat


Die Serie mit Gastautoren zum Thema "Schattenkinder" geht in die 2. Runde.

Heute bin ich wahnsinnig stolz, dass mir der 8-jährige Luca meine Fragen beantwortet hat.
Lucas Schwester Celine hat das Down-Syndrom und sie ist seine Zwillingsschwester, also eine recht seltene Geschwister Konstellation.

Ich habe ein kleines Interview mit Luca geführt und ob er sich als Schattenkind fühlt, das erfährst du jetzt.

Freitag, 14. Juni 2019

Gastbeitrag "Miteinander leben" von fraeulein_i


Ich habe bei Instagram eine wundervolle Gastautorin gefunden, die eine schönen Text zur Blogparde "Miteinander leben" beigesteuert hat.

Ihr findet sie unter fraeulein_i bei Instagram

Danke für deinen wertvollen Beitrag

Und Entschuldigung, Blogger hat das ganze Layout total durcheinander gewirbelt, ich konnte plötzlich nichts mehr machen als einfach jetzt so stehen lassen wie es ist.
Jetzt aber zu meiner Gastautorin


Wenn ihr eine für euch ideale Welt gestalten könntet: Wie würde die aussehen?

Die Frage ist schon ziemlich groß, oder? Mir schießen direkt wahnsinnig viele utopische Ideen in den Kopf. Dabei überholen sich die einzelnen Ideen gegenseitig. Die, bei denen ich einen Moment hängen bleibe, deren Machbarkeit ich kurz drehe und wende, führen mir eins schnell vor Augen: Es bedarf nicht nur der Kraft einzelner, sondern den Willen aller, für alle gemeinsam etwas zu bewegen. Und um miteinander zu leben.

Doch heute erlaube ich sie mir. Die Naivität einer Utopie. Das Aussprechen meiner Wünsche, um gehört oder eben auch gelesen zu werden. Wir ändern nur dann etwas, wenn wir es als veränderungswürdig betrachten, darüber reden und etwas tun.

Freitag, 30. November 2018

Gastfotografin Ines: Ostseebilder T21


Heute habe ich mir wieder Verstärkung in den Blog geholt.
Es geht aber nicht um das geschriebene Wort, sondern es sollen die Bilder im Mittelpunkt stehen.
Sie sind so ganz anders als meine, das freut mich besonders, denn das ist Vielfalt und so ist das Leben.
Ines' Bilder sind mir sofort aufgefallen und ich freue mich, dass ich sie Euch zeigen darf.

Diese Bilder sind mit Negativfilm entstanden. So habe ich früher auch fotografiert, keine Möglichkeit 100 Bilder durch die Kamera zu jagen und hinterher mit Lightroom und Photoshop noch wahnsinnig viel "zu machen"

Am besten erzählt Ines selbst wer sie ist und was sie antreibt.

Donnerstag, 22. November 2018

Gastautor Nicolas (16): "Ich bin kein Schattenkind!!!"

Foto: privat

Die Miniserie "Schattenkinder" geht in die nächste Runde.

Ich freue mich ganz besonders auch einen Beitrag veröffentlichen zu dürfen von einem "Schattenkind", oder eben gerade nicht, das noch mitten drin steckt und gerade im Moment genau erzählen kann, wie es sich anfühlt mit behinderten Geschwistern.




Ich bin kein Schattenkind!!!


Hallo, mein Name ist Nicolas, ich bin 16 Jahre alt, gehe in die 10 Klasse aufs Gymnasium und bin ein sogenanntes Schattenkind. Denn ich haben zwei Geschwister mit Behinderung. 

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Gastautorin Christiane ist Mutter und denkt über das Thema Schattenkinder nach


Heute teilt eine Mutter ihre Gedanken zum Thema "Schattenkinder" mit uns. Sie spricht ein wichtiges Thema an, das bei uns auch gerade aktuell ist, in einer Lebensphase in der wirklich ALLES peinlich ist, nämlich der Pubertät, ist ein Geschwisterkind mit Behinderung, mit dem man manchmal auffällt natürlich alles andere als angenehm. Danke Christiane, dass du deine Geschichte erzählst.

Schattenkinder,
ein wichtiges und interessantes Thema.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Gastbeitrag: Schattenkind durch Pflegekinder?


Heute bleibt die Identität meines Gastautoren mein Geheimnis, denn heute soll es um Pflegekinder gehen und hier muss man ganz besonders darauf achten, keine Identitäten Preis zu geben.
Ich freue mich, dass wir nun auch diese Variante hören, wenn die Geschwister mit Behinderung keine leiblichen Geschwister sind, wie fühlt man sich dann?
Ein weiterer sehr spannender Beitrag zu der Miniserie Schattenkinder



Hallo ihr Lieben, die sich für unser Leben als Geschwister von Kindern mit Behinderungen interessieren.

Da ich weitestgehend unerkannt bleiben möchte und muss, werden meine Beschreibungen eher vage bleiben.
Ich hoffe das ist in Ordnung für euch.

Das wichtigste ist, dass ich eins von vier Kindern bin, im pädagogischen Bereich studiere und arbeite und zwei meiner Geschwister eine Behinderung haben.


Mittwoch, 17. Oktober 2018

Gastautorin Steffi: Wenn das behinderte Kind zum Schattenkind wird...


Oft werden Geschwister von behinderten Kindern bedauert. Es gibt den Begriff "Schattenkinder" und nicht selten glaubt man ihre Kindheit und Jugend sei weniger glücklich. Ich glaube es war an der Zeit, dass diese Geschwister, heute Erwachsen, auch zu Wort kommen und ihre Geschichten erzählen. Bisher zeigt die Miniserie Schattenkinder, dass es wie immer gar nicht so einfach ist mit der Beurteilung von Familiensituationen von außen. Es liegt immer daran, was die Menschen aus dem machen, was das Schicksal ihnen als Karten zuspielt. Eltern sind ganz oft der Schlüssel, denn am Ende sind auch Eltern nur Menschen und Menschen machen Fehler.

Vielleicht helfen ja die Berichte von Geschwistern eigene, eingefahrene Wege zu verlassen und es anders zu versuchen. Heute erzählt Steffi, selbst Mutter einer Tochter mit Down Syndrom

Wenn das behinderte Kind zum Schattenkind wird


Februar 1968, ein Junge wird geboren.
Mein ältester Bruder - von Anfang an ein schwieriges Kind.
Im Laufe der Zeit wurde eine geistige Behinderung, durch Medikamente ausgelöst (Duogyn, Bayer), festgestellt und den noch sehr jungen Eltern (meine Mutter war 19) geraten, ihn in einen Sonderkindergarten zu stecken.
Aber wir sind in den frühen 70ern und Aufklärung sowie Förderung stecken noch in den Kinderschuhen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Gastautorin Kathrin: Vom Wunschkind zum Schattenkind


In meinem Beitrag zum Thema Schattenkinder habe ich ja dazu aufgerufen, dass die Geschwister nun mal selbst zu Wort kommen.
Wenn ich von allen, die gerne was erzählen möchten einen Text bekomme, dann wird das hier eine wirklich wertvolle Serie mit vielen unterschiedlichen Stimmen zu diesem Thema.
Ich freue mich selbst darauf.



Als erstes heute also Kathrins Geschichte:


Ich bin ein absolutes Wunschkind, es hat 7 Jahre gedauert, mich zu zeugen und entsprechend wurde ich nach meiner Geburt von meinen Eltern behandelt. 
Bis ich 3 Jahre alt war, war ich die Prinzessin und dann wurde meine Mutter wieder schwanger. 

Montag, 10. September 2018

Willkommen in Italien, von Sandra

Foto: privat

Heute freue ich mich einen Text von Sandra veröffentlichen zu können.
Um zu verstehen welches Glück darin liegt und wie viel Hoffnung er macht empfehle ich vorher den Text von der Reise nach Holland zu lesen den ihr hier findet: klick oder hier klick.

Wir selbst haben es als reale Reise noch nicht bis nach Italien geschafft, weil wir uns in Holland immer so wohl fühlen, doch im Kopf sind wir längst in Italien.
Danke Sandra für diesen wundervollen Blick.




Willkommen in Italien

Der Ein oder Andere wird sich an die Geschichte "Willkommen in Holland" erinnern.. ich möchte nun eine neue Sichtweise auf unseren Urlaub geben.

Montag, 3. September 2018

Gastbeitrag: Darum ist es mir wichtig, als Familienbloggerin politisch zu sein

Foto: ©Sonjaschreib.com mit freundlicher Genehmigung


Liebe LeserInnen von Jolinas Welt,


heute darf ich hier zu euch sprechen. Vielen Dank nochmal an Martina für diese Gelegenheit.
Ich bin Sonja und mir ist Gerechtigkeit wichtig. Mehr über mich erfahrt ihr gleich.

“Bitte kau nicht mit offenem Mund” , wer hätte gedacht, dass so ein Satz wiederum aus meinem Mund kommen würde. Ich jedenfalls vor ein paar Jahren noch nicht. Ich war doch mal gegen das Establishment, ich war für die Freiheit, für Punkrock und ein bisschen auch für Anarchie. Und wenn Kinder am Frühstückstisch nicht mal pure Anarchie sind, ja dann weiß ich auch nicht.  
Tja aber was antworten, wenn das Kind kauend spricht: “Das ist mein Mund, das entscheide ich selber”? Bämm, Mama! Schon anstrengend, wenn die eigenen Nachkommen einem in Punkto Schlagfertigkeit in nichts nachstehen. Ich versuchte es mit “Deine Freiheit endet, wo meine beginnt.” Ratlosigkeit schaute mir aus himmelblauen Kinderaugen entgegen. Kurz darunter ein zerkautes Wurstbrot aus dem noch immer offenen Mund.

“Also mein Kind, ich bin für deine Freiheit”, begann ich. “Natürlich kannst du das eigentlich selber entscheiden. Aber für mich ist es wirklich nicht schön anzuschauen. Also wenn du allein bist, kannst du gern essen, wie du magst. Aber wenn wir alle zusammen am Tisch sitzen, wäre es toll, wenn du den Mund schließen würdest.” Sie dachte nach, kaute noch einmal und schluckte dann runter. Die Luke blieb geschlossen. Ein Glück.

Mittwoch, 22. August 2018

Valeries Geschichte Eine Zusammenfassung


Nach 5 Teilen ihrer sehr persönlichen Geschichte hat Valerie in Absprache mit mir die Entscheidung getroffen, dass Teil 6 vom Netz geht.

Eigentlich war Teil 6 losgelöst von der Geschichte gedacht, was aber selbst bei mir als Blogbetreiber gar nicht so ankam. Vielleicht wäre ein Break richtig gewesen und Teil 6, der eigentlich gar nicht Teil 6 war hätte ganz für sich stehen müssen, vielleicht.

Ich bin der festen Überzeugung es ist richtig diesen Teil zu löschen, obwohl ich das immer sehr ungerne tue, ihr kennt mich :-)
Valeries Geschichte war mit Kapitel 5 erzählt, sie ist ja noch nicht zu Ende.
Valerie leidet immer noch, Valerie ist immer noch krank.
Ein Schlusswort kann man gar nicht schreiben.

Ich wünsche Valerie an dieser Stelle einfach ein bisschen Frieden zu finden mit ihrer Entscheidung, dass sie in ihrem Fall richtig war, dass ihre ganzen Erkrankungen sich zurückziehen und vielleicht, wenn ich dann noch für Euch schreiben darf, kommt Valerie in 5 Jahren nochmal zurück in den Blog und erzählt wie es ihr ergangen ist.
Ob sie doch wieder arbeiten kann, wie ihre Pläne für die Zukunft aussehen und ob ihr Sohn ein glückliches Einzelkind ist, der weiß, dass er Geschwister im Himmel hat die auf ihn aufpassen. (Nein, ich glaube nicht an den Himmel, aber daran, dass es mit dem Tot noch nicht zu Ende ist und irgend etwas bleibt.)

Ich hätte diesen Teil einfach kommentarlos vom Netz nehmen können, ihr hättet ihn nicht mehr gefunden und hättet Euch Fragen gestellt und Vermutungen geäußert, die sicher nicht richtig wären. Daher bleibt der Link mit dieser Erklärung stehen, aber ohne die Geschichte.

Natürlich haben gewisse Kommentare Valerie verletzt, die waren auch schon....
Doch der Grund ist einfach, dass Valerie gesehen hat durch diese Kommentare, dass Teil 6 nicht gesehen wurde wie er gedacht war, losgelöst von der Geschichte, aber mit der Erfahrung des Abbruchs im Hintergrund


Alle Teile findet ihr unter dem Label: Valeries Geschichte
oder hier einzeln:

  1. Familiengründung mit Hindernissen
  2. Diagnose: Down Syndrom
  3. Das Ringen um eine Entscheidung
  4. Sein letzter Lebenstag
  5. Wie es bei uns weiter ging








Mittwoch, 15. August 2018

Valeries Geschichte: Wie es bei uns weiter ging

Die 4 vorherigen Kapitel von Valeries Geschichte findet ihr hier:


  1. Familiengründung mit Hindernissen
  2. Diagnose Down Syndrom
  3. Das Ringen um eine Entscheidung
  4. Sein letzter Lebenstag


5.       Wie es bei uns weiterging


Der Schwangerschaftsabbruch war ein paar Tage vor Heilig Abend gewesen. Wir haben von jenem Weihnachten kein einziges Foto.

Kurz danach flogen wir für ein paar Tage in den Urlaub. Wir dachten, ein wenig Tapetenwechsel würde uns dreien gut tun. Das nasse und stürmische Wetter in der Türkei passte wenigstens genau zu unserer Stimmung. Auf der Rückreise wurde es uns aber fast zum Verhängnis. Denn unser Flugzeug hatte beim Start einen Unfall: Bedingt durch den Sturm knallte beim Abflug das Heck auf. Panik an Bord, schreiende Passagiere, das Flugzeug taumelte. Eine gefühlte Ewigkeit lang torkelten wir dicht über dem Mittelmeer. Das ist die Strafe dafür, dass wir unser behindertes Baby getötet haben. Jetzt müssen wir alle sterben. Auch unser zweijähriger Sohn, und er ist doch noch so klein und völlig unschuldig.Glas, Gebrochen, Shattered, Glasscherben


Mittwoch, 1. August 2018

Valeries Geschichte: Das Ringen um eine Entscheidung


Valeries Geschichte geht weiter

Die ersten beiden Teile findet ihr unter:

3.       Das Ringen um eine Entscheidung

Im Laufe der Tage durchliefen wir diverse Beratungsgespräche – beim Humangenetiker, beim Pränataldiagnostiker sowie bei einer Klinikseelsorgerin, die schon viele andere Eltern durch schwierige Schwangerschaften begleitet hatte. Die Beratungen fielen sehr unterschiedlich aus. Während die beiden Mediziner das Down-Syndrom völlig undifferenziert verharmlosten („das sind ja Sonnenscheinkinder“, „fast normale Intelligenz“, „leben als Erwachsene so gut wie selbständig“), war die evangelische Pastorin die einzige, die beide Seiten zu kennen schien: Die heute im Vergleich zu früher viel besseren Entwicklungsperspektiven der Kinder mit Trisomie 21. Aber auch all das Belastende, das die Betroffenen und ihre Familien durchmachen.

Ob Zufall oder nicht – allein schon im Dorf meiner Kindheit lebten gleich mehrere Menschen mit Down-Syndrom. Vor allem durch meine therapeutische Tätigkeit begegnete ich noch etlichen mehr. Es gibt Betroffene, die in der Tat schwer behindert sind, zum Beispiel auch als Erwachsene kaum ein Wort sprechen. Oder diejenigen mit einer Fehlbildung an lebenswichtigen Organen wie Herz, Nieren oder Magen-Darm-Trakt. Oder solche, die eine ausgeprägte Sinnesbeeinträchtigung haben, also stark hörgeschädigt beziehungsweise sehbehindert sind, manchmal auch beides auf einmal. Oder diejenigen, die obendrein autistische Verhaltensweisen zeigen, wie ungefähr jede siebte Person mit Trisomie 21. Und auch diejenigen, die mit epileptischen Anfällen oder andauernden Lungenentzündungen immer wieder in der Klinik landen, schon als winzige Babys, die nicht verstehen, warum sie nicht einfach zuhause bei Mama und Papa sein dürfen. Und warum ihnen von seltsamen Gestalten in Weiß immer wieder Schmerzen zugefügt werden.

Spritze, Schuss, Medizin, Flasche, Medizinische, Nadel

Mittwoch, 25. Juli 2018

Valeries Geschichte: Diagnose: Down Syndrom


Heute wird Valeries Geschichte weitererzählt.
Den ersten Teil findet ihr hier: 1. Familiengründung mit Hindernissen

2.       Diagnose: Down-Syndrom

Wir hatten noch gar nicht so früh mit einem Ergebnis gerechnet. Erst acht Tage zuvor hatten wir den Trisomie-Test mit dem irritierenden Namen Harmony in Auftrag gegeben. Auch die Art der Benachrichtigung war unerwartet. Am frühen Mittwochabend fand ich schlicht eine E-Mail vom Humangenetiker in meinem Postfach vor. Immer wieder blieb ich an denselben Wortfetzen hängen: Ihr erwartetes Kind… Trisomie 21 … Down-Syndrom…

Was empfindet man in so einem Augenblick? Ehrlich gesagt konnte ich die Nachricht erstmal nicht so ganz glauben. Was, echt jetzt? Ausgerechnet uns sollte es erwischt haben? Vielleicht ist ja alles nur ein Irrtum? Vielleicht wurde die E-Mail bloß an die falschen Leute verschickt?

Erst kürzlich hatte ich mit einem Bekannten telefoniert, der die Übervorsicht rügte, mit der ich die Freude über meine Schwangerschaft zurückhielt. Ich schob nämlich offiziell immer den noch ausstehenden Trisomie-Test vor. Bei unserem Gespräch gab ich ihm recht, denn ich mag meinen Pessimismus selber nicht besonders. Ja, man sollte immer erstmal vom besten Fall ausgehen. Oder? Hatte ich vielleicht doch etwas geahnt?

Kaum hatte ich die Nachricht des Humangenetikers ein paar Mal überflogen, kam mein Mann von der Arbeit nach Hause, etwas früher als sonst. Ich war erleichtert, in dieser Situation nicht lange alleine sein zu müssen. Hastig zog ich ihn ins Schlafzimmer, schloss die Tür hinter uns und stammelte: Unser Kind hat das Down-Syndrom.

Einer meiner ersten Gedanken war: Unser Sohn hat sich so sehr ein Geschwisterchen gewünscht. Also muss ich es nun austragen. Koste es, was es wolle. Auch, wenn es behindert ist.

Meine Tendenz war also erstmal eindeutig für das Baby in mir. Unser rotes Baby-Jäckchen fiel mir wieder ein… Mein Instinkt war doch gleich, vom Tag des positiven Schwangerschaftstests an, das Kind in meinem Bauch zu beschützen!

Bald darauf kamen aber auch Wut und Auflehnung in mir hoch, gegen das Schicksal, von dem ich mich – ich kann es nicht besser ausdrücken – irgendwie vergewaltigt fühlte. Dazu verdammt, mich bis an mein Lebensende um einen Menschen mit einer mehr oder weniger starken Behinderung zu kümmern. Ich fand das sehr ungerecht. Obwohl es selbstverständlich – und das war mir schon immer klar – keinen Anspruch auf ein gesundes Baby oder überhaupt auf Kinder gibt.

Meer, Strand, Schöne Strände, Sommer, Am Strand, Wasser


Mittwoch, 18. Juli 2018

Valeries Geschichte: Familiengründung mit Hindernissen

Unsere Gastautorin Valerie, die eigentlich ganz anders heißt, war lange Zeit überzeugte Abtreibungsgegnerin. Als Sonderpädagogin tritt sie für die Rechte behinderter Menschen ein. Und doch stand sie bei ihrer eigenen Schwangerschaft aufgrund einer Trisomie 21 vor einer schweren Entscheidung. Denn im wahren Leben liegen Theorie und Praxis oft weit auseinander...
Hier wird uns Valerie ihre Geschichte erzählen.





Mittwoch, 6. Juni 2018

Gastbeitrag: Kinderbilder im Netz mit Umfrage



Meine Meinung zu den Bildern meiner Kinder im Netz kennt ihr.
Es gibt sie als Video, als Blog, als Kommentare in facebook und zur Not auch direkt Auge in Auge.

Jetzt gibt es dazu eine Forschung, wäre nett wenn ihr mitmacht, eine Meinung hat ja jeder dazu.

Und jetzt Vorhang auf für meine Gastbloggerin, Bernadette Kneidinger-Müller :


Mama, Cheeeeeeese!“…

Montag, 15. Januar 2018

Aussortiert und Abgelehnt - Wozu sprechen? - Dein Kind wird doch sowieso nie richtig Arbeiten!

mit freundlicher Genehmigung der Autorin, Bildrechte bei Autorin


Heute gebe ich einer Mutter eine Stimme, die einen unfassbaren Brief erhalten hat.

Emma wurde mit Trisomie21 geboren, genau wie Jolina auch.
Heute weiß man, dass die Prognosen gar nicht so schlecht sind für Menschen mit Down Syndrom, denn durch gezielte Förderung können auch Menschen mit Down Syndrom am öffentlichen Leben teilnehmen wie wir auch. Natürlich lernen die meisten lesen und schreiben, es dauert nur manchmal etwas länger und die erste Generation dieser gut geförderten Kinder mit Down Syndrom macht gerade den Schritt ins erwachsene Leben. Manche haben einen Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt, d.h. sie arbeiten wie Du und ich und gehen nicht in einer Behindertenwerkstatt arbeiten, doch auch dort sind das heute zum Teil anspruchsvolle Tätigkeiten, nur in einem geschützten Raum und natürlich ist Kommunikation auch dort wichtig.

So viel zu Eurer Vorinformation. Wir Eltern von Kindern mit Down Syndrom wissen nicht welchen Weg sie einmal gehen werden, aber wir geben ihnen das Rüstzeug um ein vollwertiges Mitglied der Bevölkerung zu sein, wenn man uns lässt, nur manchmal denkt man unsere Kinder sind mit einem Stempel auf die Welt gekommen auf dem steht: "Abgeschrieben - Mühe lohnt nicht"

Jetzt gebe ich aber das Wort an N.:


Ich bin verärgert und wütend. Ich hatte im Dezember eine Sprach-Reha für meine Tochter (bald schon 5 Jahre) beantragt. Es gibt wohl nur 2 Einrichtungen in Deutschland, die sich auf die logopädische Förderung spezialisiert haben, dementsprechend lange Wartezeiten muss man in Kauf nehmen. Die Sprachentwicklung bei Emma, genauer gesagt die Sprachproduktion, ist leider sehr schwierig und vieles läuft "mit Händen und Füßen". Ein Sprachverständnis ist vorhanden. Sie möchte gern reden, dass merkt man.

Mittwoch, 15. März 2017

Ich habe mein Kind mit Down Syndrom zur Adoption frei gegeben

Heute habe ich wieder einen sehr emotionalen Gastbeitrag.
Eine Entscheidung, die ich mir wahnsinnig schwer vorstelle und ich finde es mutig, die Geschichte zu erzählen.








"Hallo liebe starke Eltern 

Ich möchte euch gerne eine schwere Lebensentscheidung von uns erzählen . Ich weiß, dass mich jetzt viele Menschen hassen werden, aber dennoch möchte ich es gerne schreiben, da es mir sehr schwer gefallen ist und immer noch schwer fällt. 

Dienstag, 28. Juni 2016

Gastblogger Antje

Ich freue mich immer wenn ich Texte von Gastbloggern veröffentlichen darf.
Antjes Geschichte kommt mir in vielen Bereichen so bekannt vor und fühle mich gleich wieder zu Jolinas Geburt zurück versetzt.
Danke Antje für den Einblick ganz ohne Glitzer und Regenbogen, aber ganz viel Sonne am Ende.





Ich glaube, meine Frauenärztin fragte uns mal, ob wir gewisse Tests machen wollen. Kann sein. Ich glaube, Guido und ich haben mal darüber geredet, ob oder ob nicht. Aber uns war relativ schnell klar, dass wir nicht wollen. Warum auch? Ich war frische 27 Jahre alt, in unseren Familien gibt es keine besonderen Erkrankungen und außerdem wird so oder so nichts sein. Und wenn doch? Hmm… ich glaube wir waren uns damals schon relativ sicher, dass wir unser Kind so oder so nehmen. War ich das? Ich glaube so sicher wie heute, war ich mir damals nicht. Ich weiß es nicht mehr. Aber Tests wollten wir keine.