Donnerstag, 30. Juli 2015

Mangocreme

Heute habe ich ein Rezept für Euch das kann sogar ich mir im Kopf behalten.

Es besteht aus 2 Zutaten und ist soooooo wahnsinnig lecker.

Zu Schokoeis oder mousse au cocolat finde ich braucht es immer noch einen Farbtupfer oder ein bisschen was Frisches, uuupps, ich will Obst? Man mache schnell ein Kreuz an den Kalender.

Hier also meine schnelle Mangocreme



Man braucht eine sehr reife Mango und  einen Becher Schmand.

Das größte Problem ist wahrscheinlich die Mango.

Denn finde ich es nicht gerade umweltfreundlich Mangos zu kaufen, da die nicht bei uns wachsen und eingeflogen werden. Ja, wenn dann sollten es "Flugmangos" sein, denn das nachreifen von Mangos ist so eine Sache.
Aus erster Hand haben wir vor vielen Jahren in der Karibik erfahren, dass Mangos reif gepflückt werden müssen um richtig lecker süß zu schmecken.
Sie reifen zwar auch nach, aber der Geschmack ist dann leider nicht vergleichbar und auch der Nährwert ist dann nicht mehr so gut.




Meine Mango war auf den Punkt reif und die Verarbeitung war schon sehr säftelnd.

Man muss dann nur die Mango halbieren den Stein herausschneiden und dann das Fruchtfleisch mit dem Löffel von der Haut trennen.


Das Fruchtfleisch und den Schmand dann in den Mixer geben und auf höchster Stufe alles schön cremig mixen.


Wenn die Mango reif genug war püriert sie sich ohne Stückchen oder Fruchtfäden und man benötigt keinen zusätzlichen Zucker, da die Frucht wirklich extrem süß ist.




Wenn man wie ich statt dem erwarteten Schokoeis nur Stracciatella im Gefrierschrank hat geht das auch und weil es genügend war um noch einen Tag im Kühlschrank eingetuppert zu warten konnte ich auch noch Schokoeis kaufen.


Dies ist wirklich kein alltäglicher Genuss bei uns obwohl es so einfach ist, aber ich finde man muss nicht unbedingt Mango von ewig weit her karren wenn es bei uns auch leckeres Obst gibt.

Gerade gestern habe ich Brombeeren am Feldweg genascht und das war kein bisschen umweltbelastend.

Montag, 27. Juli 2015

Sophia von Mariele

Im September 2013 jubelte ich hier weil mir der Schnitt Sophia von Mariele so gut gefällt.
Natürlich habe ich inzwischen aus diesem Schnitt schon viele Traumteile gezaubert.

Jetzt ist Sophia noch schöner und noch wandelbarer geworden und ich bin nach wie vor verliebt.
Jolina steht der Schnitt so gut und Puffärmel sind sowieso schon seit frühester Kindheit ein Tick von mir.
Sophia gibt es diese Woche zum Sonderpreis.



In Urlaubsvorfreude musste ich einfach eine maritime Sophia nähen und weil wir hier kein Meer haben, musste die Nahe als Fotohintergrund her halten.


Jolina hatten großen Spaß auf der Steininsel herum zu laufen und Steine ins Wasser zu werfen.


Als letztes I-Tüpfelchen habe ich 2 Motive aus der Stickserie "Wale Ahoi" von der Nadelflüsterer ganz mutig direkt auf den zugeschnitttenen Jersey gestickt.


Natürlich hat meine Stickmaschine auf dem größten Stück Stoff (dem Rückenteil) nicht bemerkt, dass der Faden zu Ende war. Der Fehler ist dann mal wieder ein kleines individuelles JoLou Gimmick.

Bei der Datei finde ich schön, dass es schlichte Motive wie die beiden gibt und auch etwas verspieltere Stickbilder, ihr schaut es Euch am besten einfach mal an.

Zwar ist inzwischen fast jeder am plotten, doch gerade weil es jetzt so viele machen, sticke ich doch lieber.


Natürlich habe ich die Puffärmel mit dem für mich typischen Rollsaum ohne Bündchen genäht.


Zwei Mal bekam ich die Aufforderung vom Kiga, dass Jolina ein Mütze gegen die Sonne braucht, ich finde aber Kopftücher schöner und daher gab es eines zu diesem Outfit aus dem Freebook von nEmadA. Inzwischen ist es in Jolinas Kindergartentasche und ich bete, dass es nicht verschwindet wie unsere Lieblingsmütze vor 2 Jahren, doch dieses Tuch könnte ich ja nach nähen.



Ich liebe die Vielseitigkeit von Sophia, man kann Stoffe kombinieren und Schnickschnack anbringen bis zum abwinken.
Zusätzlich steht sie Jolina hervorragend.


Steine werfen ist toll. Ich erwähne jetzt mal am Rand, dass sie fast einen Hund getroffen hat der gerade vorbei schwamm, Unser Kind kennt da nix, sie dachte wahrscheinlich "Platz da!"
Kennt ihr noch Sarah Kay? Durch Jolinas Haltung hat dieses Kleid jetzt tatsächlich etwas von typischen Sarah Kay Kleidern.
Übrigens schläft Jolina im Moment in Original 80er Jahre Sarah Kay Bettwäsche ihrer Tante.


Barfußbilder sind wirklich am schönsten. Ich hätte es aber niemals von Jolina verlangt, Aua. Sie musste es ihrer großen Schwester nach tun, die da vollkommen schmerzfrei über die Kiesel gelaufen ist. (Das hat die sicher nicht von mir Weichei)







Stickdatei: "Wale Ahoi" von der Nadelflüsterer
Stoffe: maritimes Jerseymix aus
Swafing Punkte, 
Cherry Pickings Love Boat 
und Hafenkitz von Alles für Selbermacher
genähte Größe: 110
Model: Jolina
Bilder: JoLou


Ausflugstipp: Freilichtmuseum Bad Sobernheim Teil 3

Hier nun der letzte Teil der Bilderflut unseres Nachmittags im pfälzischen Freilichtmuseum.



Samstag, 25. Juli 2015

Freitag, 24. Juli 2015

Ausflugstipp: Freilichtmuseum Bad Sobernheim Teil 1

Dieses Jahr waren wir noch gar nicht im Freilichtmuseum, dabei haben wir sogar eine Familienkarte.

Nun ja, die Ferien beginnen ja erst nächste Woche und da wir dort wohnen wo andere Urlaub machen schätzen wir unsere Heimat und lieben unser Freilichtmuseum, denn dort können die Kinder rennen und relativ wenig anstellen.
Bei Jolina gibt es da natürlich immer Extraregeln, aber es ist einfach entspannt dort seine Runden zu drehen.



Ein neues Schild am Eingang zeigt jetzt neu was einen erwartet, richtig gelungen.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Ich lese: "Ich mach mir mein Geld wie es mir gefällt"

Von Knickwürsten, Polenschlüsseln, Applasshandel und anderen frag- oder denkwürdigen Geschäftsideen.

Ich habe so einen Spaß an diesem Buch und denke ständig: "Hey, die schreibt ja wie ich." Ich hoffe das war jetzt keine Beleidigung für "die".

Die ist P. Katharina Thölken und hat gemeinsam mit Gerd Höschen und Volker Risse dieses Werk "verbrochen".

Bei der Widmung hatten die Autoren mich schon auf ihrer Seite. Passiert mir sonst auch nicht, denn ich finde es wirklich langweilig wenn ein Autor ein Buch seiner lieben Frau, Tochter, Lehrerin der ersten Klasse widmet *gähn* ist wie die Dankesreden bei den Oscars: "Ich danke meiner Mutter, blablabla...."
Nun, wem könnte dieses Buch gewidmet sein? Ich werde es bestimmt nicht verraten, das müsst Ihr leider selbst herausfinden.

Ich möchte ja nicht zuviel vorweg nehmen, doch anhand vom Titel könnt ihr wahrscheinlich noch nicht ahnen um was es genau geht.



Also jeder von uns, oder naja, fast jeder von uns saß sicher schon mal mit seinen Freunden zusammen und plötzlich wurden Ideen geboren und man fragte sich warum da noch keiner drauf gekommen ist. Je nach Alkoholpegel beim Brainstorming wird es, nüchtern betrachtet, dann auch klar warum noch keiner darauf gekommen ist, oder warum noch keiner die Idee umgesetzt hat.

Allerdings sind viele Dinge die wir heute als ganz normal ansehen mal genau solche verrückten Ideen gewesen.

Davon handelt dieses Buch, es liefert Euch Ideen und teilweise verschenkt es Euch sogar Internetdomains falls ihr das dann wirklich umsetzen möchtet.

Während des Lesens kam mir auch kurz mal die Idee meinen eigenen Staat zu gründen, der dann natürlich eine Diktatur wäre. Die Kurzanleitung hierzu findet man ungefähr in der Mitte des Buches.

Angenehm ist, dass es allerdings keine sture Aufzählung von Ideen ist, sondern, dass sich wie ein roter Faden auch die Geschichte zur Entstehung des Buches durch die Kapitel zieht und man auch einiges über die Autoren erfährt.

Was auch wieder dazu führt, dass ich dachte, hey, es gibt noch mehr so Irre liebenswerte Freigeister wie mich.

Zusätzlich erfährt man auch Dinge, von denen man vorher noch nie was gehört hat, wie zB die Stadt die zu keinem Staat gehört und aus der man, falls man seinen Pass verliert nie wieder raus kommt.

Ich denke jetzt hat jeder ein bis mehrere Gesichter von Menschen vor sich, mit denen er mal dort hin fahren möchte um dann Nachts den Pass zu klauen und schnell zu verschwinden.
Hey, das ist ja eine Geschäftsidee, fast wie Auftragsmord, nur nicht strafbar, oder?
Also eine Agentur bei der man für eine Provision eine Urlaubsreise ohne Wiederkehr für nicht so geliebte Mitmenschen buchen kann. Der Pass wird dann ausgeliefert, falls man es sich doch anders überlegt, Rückrufrecht mal anders.

Also ich biete meine Idee den Autoren mal für die zweite Auflage an, hihi, natürlich mit Beteiligung, oder wahlweise der "Beseitigung" meines Bauchwehmenschen in eben diese Stadt.

So und auch viel normaler und durchführbarer müsst Ihr Euch die Ideen im Buch vorstellen.
In kurze Kapitel unterteilt und super im Liegestuhl im Urlaub oder auch im Wartezimmer, Zug oder vorm Einschlafen zu lesen.

Vorm Einschlafen könnte es natürlich manchmal amüsante Träume bewirken.


Zum Vorwort sage ich nur so viel: Newtopia habe ich nicht einmal angesehen und für mich war das vielleicht ursprünglich ne nette Idee, aber sobald TV dabei ist verkommt so etwas zum Unterschichten TV.
Also liebe Autoren, das könnte auf Menschen wie mich abschreckend wirken (war auch ein Kommentar auf meiner facebookSeite als ich obiges Bild zeigte)
Das nächste Vorvorwort schreib ich Euch dann, mich kennt auch keiner, aber ich bin viel weniger Unterschicht und mehr (ein)gebildet.
Oder einfacher, ich lasst den Aufkleber auf dem Buch weg, der wohl als Abschreckung darauf klebt.
Bei mir hat der Aufkleber aber nicht gewirkt, so wie bei Millionen Rauchern der, dass Rauchen tödlich sein kann.

Vielleicht sollte ich noch sagen, dass es auch ein Blog zum Buch gibt, irgendwie logisch, oder?
Hier: www.geldgefällt.de und der Verlag sollte in dem Fall auch noch genannt werden: atemwort verlag (sorry ich hab vorher noch nie davon gehört, doch das ist wohl ein Schicksal von kleinen Verlagen, die trotzdem tolle Bücher haben)

Hier fängt jetzt nächste Woche der Ferienwahnsinn an, ob ich da zum lesen komme bezweifle ich, doch im Urlaub, da will ich mir Bücher mit nehmen, davon werde ich Euch sicher berichten.

Bis dahin steckt Eure Nasen schön tief in die Bücher, oder in die Reader (ach menno, wieder so ne schöne Sache die mit moderner Technik nicht geht) lasst Euch durch Buchläden treiben und lest Euch aus dem Alltag raus.


Eure






Mittwoch, 22. Juli 2015

Was Ihr Euch noch nie zu fragen gewagt habt - Post Nr. 600

Kinder sind so wundervoll offen, ehrlich und vorurteilsfrei.....

.... bis wir uns erzieherisch einmischen.


Wir übertragen unsere eigene Gehemmtheit und uns schon falsch anerzogene "Zurückhaltung" auf unsere Kinder.

Für viele sind Menschen mit Behinderung unsichtbar.
Oder sagen wir lieber, es wird getan als seien sie unsichtbar.

Was passiert denn ganz oft?

Mensch mit Behinderung kommt ins Blickfeld.
Hui, was jetzt?
Schnell wegsehen, tun als hätte man gar nichts gesehen.
Nur nicht hinsehen, sonst könnte man was falsch machen.


Jolina kennt da keinen Spaß, zwar hat sie noch den Niedlichkeitsbonus, da wird dann trotzdem in der Reihe an der Supermarktkasse von hinten mit ihr geschäkert, doch ganz oft sind wir dort UNSICHTBAR. Natürlich ist das im allgemeinen ein Phänomen, doch wenn Jolina dabei ist ganz besonders, dann wird absichtlich nicht hingesehen welchen Kampf wir zwei führen ob sie jetzt die Eier aufs Band knallen darf, oder ob ich schneller bin.
Jolina ist aber Wurscht ob man weg sieht. Am Donnerstag sagte sie dann zu dem Mann hinter uns: "Duuuu drann! Hey! Du dra-aaan." Hach war dem das peinlich, hatte er doch extra überall rum geschaut, nur um das Mädchen mit Down Syndrom nicht sehen zu müssen und dann quatscht sie ihn an. Reagiert hat er nicht, ist höchstens mit dem Kopf ganz tief in seinen Wagen gekrochen um nicht hochsehen zu müssen.


Warum haben wir solche Angst?
Weil unsere Eltern gesagt haben: "Da schaut man nicht hin!" "Das sagt man nicht laut!"


Ganz ehrlich? Mir ist es tausendmal lieber man fragt mich etwas zu Jolinas Behinderung, als dass es hinter vorgehaltener Hand besprochen wird und dadurch auch noch Halbwahrheiten, oder sogar falsche Aussagen die Runde machen.


Wenn das Kind die Mutter in der höchsten Lautstärke fragt: "Du-uuu, Mama, warum sitzt der denn in dem Rollstuhl, ist der zu faul zu laufen?"
"Der" hat es mit Sicherheit mitbekommen und was ist dann genau das grundverkehrte was die Mutter tut? "Psssst! Komm schnell weg, so was sagt man doch nicht!"
Das Loch in der Erde wird sich für Mutter und Kind aber nicht auftun und peinlich war die kindliche Frage gar nicht, sondern das Verhalten der Mutter.
Damit macht sie Behinderung nämlich zu etwas über das man nicht spricht, oder etwas das man übersieht.

Klar eine Behinderung übersehen und den Menschen damit gleichwertig den anderen gegenüber machen ist ja eigentlich das große Ziel, doch hier ist wohl eher das Ziel den Menschen aus der Menge zu filtern und eben unsichtbar zu machen um sich selbst nicht unwohl zu fühlen (weil es uns so anerzogen wurde)

Warum kann die Mutter nicht antworten: "Ich weiß nicht warum, aber wahrscheinlich kann er nicht laufen, das kommt manchmal vor, durch Krankheiten, oder Unfälle."


Was man mich oft fragt ist: "Habt ihr es vorher gewusst?"

Viele Eltern in Down Syndrom Foren unterstellen dieser recht harmlosen Frage, wohl die Aussage "Warum habt ihr nicht abgetrieben?" Finde ich nicht, dass man so weit gehen sollte. Ich finde die Frage eigentlich sehr einfühlend, denn ich denke vorher ging etwas in den Köpfen der Menschen vor, sie überlegen was sie tun würden, wenn sie genau in dieser Situation wären und sind erst Mal ratlos oder überfordert mit dieser Frage. Ganz ehrlich? Eltern für die sich diese Frage ganz real stellt sind ebenso überfordert und die wenigsten werden ab der ersten Sekunde cool und suverän reagieren.

Ich kann diese Frage für uns nicht klar mit ja oder nein beantworten, denn auch wenn die Ärzte es immer verneinten wusste ich es und da ich es geahnt hatte musste ich nach der Geburt dem Kinderarzt die schlechte Nachricht überbringen und nicht umgekehrt.


Kinder haben mich schon gefragt: "Warum hat die denn die Zunge immer draußen?"

Ja, das nervt mich auch, diese Zunge, grrrr, denn das sieht so typisch nach Down Syndrom aus wie es in unseren Köpfen von früher noch ist.
Ich erkläre den Kindern dann, dass Jolinas Zunge ziemlich kraftlos ist und sie deshalb wenn sie müde wird die einfach hängen lässt, so wir unsere Schultern wenn wir ganz müde sind. zusätzlich gehört die Zunge zum Unterkiefer und der ist bei Jolina etwas größer als der Oberkiefer wo die Zunge normal geparkt wird, fühlt mal wo ihr gerade Eure Zunge habt, oben, stimmts? Und bei Jolina ist es da ein bisschen eng für die Zunge.

War doch gar nicht so schlimm, oder?


Vor kurzem fragte mich jemand zu Jolinas seltsamem Verhalten wenn sie sich weh tut und dann wütend wird anstatt Nähe und Hilfe zu suchen: "Ist das typisch für Down Syndrom?"

Ich glaube das ist typisch für Jolina. Natürlich hat es mit dem Down Syndrom zu tun, und ihrer veränderten Wahrnehmung für Gefühle und auch körperliche Dinge, könnte sein, dass noch mehr Kinder mit DS so reagieren, doch es ist sicher keine Regel.
Ja, ich weiß eben auch nicht wirklich alles, ist aber auch nicht schlimm, man kann nicht alles wissen.



Ganz gemeine, mir nie gestellte Frage: "Wünschst Du Dir Jolina wäre nie geboren worden?"

Klares Nein! Ich habe mir ein 2. Kind gewünscht, sogar ein Mädchen und das habe ich bekommen. Das Leben ist kein Wunschkonzert und wenn Dinge nun mal so sind, dann muss man sie annehmen und das Drumherum ändern und anpassen für das was nun mal nicht zu ändern ist. Jolinas 3. Chromosom wird nicht abfallen und verschwinden. Ich liebe sie so wie sie ist, auch wenn es mir teilweise das letzte bisschen Kraft raubt.
Wir haben auch viel durch Jolinas Behinderung gewonnen und das wägt die Nachteile wieder auf.
Trotzdem würde ich Jolina die Pille gegen Down Syndrom, die Louisa mit 4 Jahren erfinden wollte, natürlich verabreichen, das würde vieles einfacher machen und das Wesen meines Kindes würde es auch nicht verändern, denn was Jolina ausmacht sind die Vielzahl ihrer Gene und da ist ganz schön viel Minime drin und das 3. 21te Chromosömchen hat mit dem was sie ist wenig zu tun, sondern nur  mit Dingen die es ihr ein wenig schwerer machen durchs Leben zu kommen als die meisten von uns.

Also Louisa, falls Du in ein paar Jahren die Pille erfindest, wir melden uns schon mal als Tester.


Was ich mich fragte nach der Geburt: "Kann man mit einem behinderten Kind glücklich sein?"

Oh ja! Und zwar viel besser, einfacher und grundlegender als mit "Normalen Kindern".
Ich finde die Einteilung sowieso etwas eigenartig, denn ich kenne kaum ein Kind das nicht irgendwelche "Baustellen" hätte, bzw wir denken da müsste etwas in Ordnung gebracht werden was nicht so "normal" ist.
Ich habe gelernt die kleinen, einfachen Dinge, die oft in dieser schnellen Zeit gar nicht mehr wahrgenommen werden zu schätzen. Ich bin glücklich wenn Jolina einen wundervollen ganzen Satz bildet, egal ob sie mich damit gerade gleichzeitig auf die Palme bringt weil der Satz, Nicht, Nein oder Kein enthält (zur Zeit enthält fast jeder Satz meiner Tochter diese Wörter, ooohhhhmmm, es ist nur eine Phase, es wird vorbei gehen....) Ich habe keine Erwartungen (naja ich versuche es) sondern nehme es so wie es kommt und wie es zu meinem Kind passt, ich plane keine Zukunft in weiter Ferne, denn das geht nicht, das geht eigentlich mit keinem Kind so richtig, weil zwischendurch immer ganz viel ;Leben passiert, doch wir planen und erwarten trotzdem und sind dann entäuscht wenn es am Ende anders kommt, davon habe ich mich ein wenig frei gemacht. (Ein klitzekleines bisschen)
Ich bin genau so glücklich, oder unglücklich als Mutter wie jede andere auch, ich gehe nicht schon am Morgen mit Leichenbittermiene durchs Haus und hadere mit der Behinderung meiner Tochter. Mein Gesicht am Morgen hat damit zu tun, dass ich ein ausgeprägter Morgenmuffel bin und meine Töchter und auch mein Mann immer noch nicht gelernt haben, dass man mich Morgens wie eine hochexplosive Flüssigkeit behandeln muss.
Jolinas Behinderung ist einfach da, sie ist kein Thema sondern nur Randerscheinung im Familienbetrieb.


"Würdest Du ein Kind mit Behinderung adoptieren?"

Wow, ich bewundere andere die das tun, obwohl die eben einfach so sind und meine Bewunderung nicht verstehen. Ich habe eben ein Kind mit Behinderung, aber ausgesucht hätte ich es mir bestimmt nicht freiwillig. Punkt.
Ich bin von Natur aus bequem (wie die meisten Menschen) wenn es geht versuche ich natürlich den einfachsten Weg zu gehen, aber ich gehe, denn das Ziel zu erreichen ist mir dann auch wieder wichtig.
Ein Kind mit Behinderung ist selten einfach oder bequem, es ist Arbeit und natürlich macht man die auch gerne für sein Kind. Doch ich bin dann nicht der Typ der bei den Nachbarn klingelt und fragt: "Darf ich Euer Geschirr spülen, oder Eure Wäsche machen?" Ich bin nicht so sozial, das gebe ich ganz offen zu. Natürlich bin ich jemand der viel tut und seine Manpower gerne gibt und hier und dort seine Finger im Spiel hat, doch das tue ich weil es mir Spaß macht und dass es gleichzeitig etwas Gutes ist ist ein genialer Nebeneffekt.
Ich gestehe, meine behinderte Tochter zu erziehen und zu fördern ist mehr Arbeit als das es mir Spaß macht (ziemlich ehrlich, stimmts? Hat aber nichts damit zu tun, dass ich es für mein Kind nicht trotzdem mit Hingabe und Inbrunst tue)  und deshalb hätte ich die Wahl, dann bitte den einfachen Weg für mich.


"Ist Dir dein Kind manchmal peinlich?"

Aber hallo? Wem war das eigene Kind noch nicht peinlich?
Wenn sie in aller Öffentlichkeit Dinge von zu Hause preisgeben die wirklich nicht für andere bestimmt waren.
Wenn der Zweijährige mal wieder schreiend vor der Wursttheke liegt und man tun möchte als sei es ein fremdes Kind desen Eltern man halb bedauert, halb verurteilt, weil sie ihre Plagen nicht im Griff haben.
Natürlich hat Peinlichkeit durch Jolinas Down Syndrom eine neue Dimension erhalten, doch da stehe ich drüber.
Peinlich ist mir dann höchstens mein Kind, aber nicht weil sie behindert ist, sondern weil sie sich mal wieder ganz normal wie andere Kinder auch nicht so benommen hat wie ich mir das vorgestellt habe. (Kommt bei uns nur eben etwas öfter und nicht Alterskonform vor)


"Wie schaffst Du das? Ich könnte das ja nicht!"

Ich kann das auch nicht!
Na ja, vieles konnte ich nicht und habe es gelernt, das praktische am Mensch sein ist, dass wir wirklich so lange wir leben dazu lernen können wenn wir nur wollen.
Ich wusste vorher auch nichts über Logopädie oder was genau bei Ergotherapie gemacht wird.
Ich bin nicht perfekt und die wichtigste Lektion die mir ein Lehrer kurz vorm Abi beibrachte war: "Mut zur Lücke"
Ich bin verdammt mutig, ja. Wenn ich eben den Donnerstag Vormittag mit Jolina in Mainz verbringe, dann schalte ich an dem Tag sicher nicht den Turbo ein um das am Nachmittag aufzuholen was gefühlt am Vormittag liegen geblieben ist.
Ein blitzblank geputztes und aufgeräumtes Haus ist mir dann eben nicht wichtig, wobei ich dann auch den Mut haben muss Leute in dieses Chaos rein zu lassen und je nach Person verfalle ich plötzlich in eine Hektik um die Spuren meines Mutes zu beseitigen.
Jeder muss etwas anderes können, ich kann keine Jungs erziehen, liegt aber nicht daran, dass ich das nicht könnte, sondern das ich es nicht muss (puhhh was ein Glück, kein Fußballplatz).
Ihr könntet das auch wenn ihr es müsstet und das eine das ich schaffe verursacht Dinge die ich dann eben nicht schaffe.
Hier hilft nur eine große Portion Gelassenheit und zur Not Schokolade.



Und jetzt seid ihr dran.
Stellt mir Eure Fragen, nichts ist zu peinlich oder zu einfach, dass man es nicht fragen dürfte.

Hier im Blog könnt Ihr auch anonym schreiben, ihr müsst Euch nicht outen.


Wenn ein paar Fragen zusammenkommen beantworte ich die hier gerne.
Sammeln werde ich bei facebook, twitter,  hier im Blog und bei instagram .

Und jetzt fragt mich bitte auch was, sonst ist das ja wieder mega peinlich.

Dienstag, 21. Juli 2015

Miezekater für einen jungen Herrn

Ich kann nicht für Jungs....

Naja, ich kann schon, aber habe zu wenig Jungs um mich rum um zu wissen was die gerne mögen.

Doch dieses Mal habe ich wohl in Schwarze getroffen, puhhhh.

Vorher habe ich auch alle Stoffe die ich dachte, dass sie in Frage kommen fotografiert und gezeigt und die Mama musste dann einschätzen ob der taugt oder nicht.

Als Schnitt habe ich den Miezekater von rosarosa etwas schmäler genäht, da das Geburtstagskind sehr schlank ist.

Er mag es JUHU!!!!!!!

Allerdings habe ich keine Puppe in der Größe, deshalb sieht das jetzt sehr eigenartig aus, aber die Mieze ist wirklich auch für Jungs zu empfehlen und die Schultereinsätze find ich so genial, die mach ich für meine Mädels auch mal.



Trotzdem bin ich auch das nächste Mal unentspannt beim nähen für den männlichen Anteil der Menschheit.


Stoffe: Monster von Janeas World + Uni Jersey
genähte Größe: 152
Foto: JoLou

Montag, 20. Juli 2015

Louisas Ballettauftritt mit ihrer neuen Ballettschule

Zum Jahresende 2014 beendete Louisas Ballettlehrerin Helga Bauer-Schramm vorerst ihre Tätigkeit beim Volksbildungswerk mit offener Zukunftsprognose, vielleicht geht es weiter, vielleicht aber auch nicht.

Inzwischen gab es einen Wochenendworkshop und die Zusage, nach den Sommerferien geht es wieder "abgespeckt" los, mit weniger Kursen und nur an einem Tag pro Woche.
Für Jolina die beste Nachricht des Jahres, denn wir wissen wie schwer es ist mit Ihr zu arbeiten und Frau Bauer-Schramm machte das hervorragend, das plötzliche Ende im Dezember hat beide Mädchen schon sehr getroffen und wir machten uns auf die Suche nach einer neuen Ballettschule die unseren Ansprüchen für Louisa auch genügt.

Hört sich jetzt etwas hochtrabend an, aber Kindertanzen mit Spaß und Trallala möchte Louisa gar nicht, sie möchte richtig klassisches Ballett lernen und dazu noch andere Tanzrichtungen, genau so wie es bei ihrer alten Lehrerin auch war.

Natürlich "genau so" gibt es nicht und zusätzlich muss es auch in meinen Logistikplan passen und bezahlbar sein.

Louisas neuer Wirkungskreis ist das Ballett-Center Shoukry.

Wie ihre bisherige Lehrerin war auch Herr Shoukry selbst Solotänzer.

Nachdem der große Ballettnachmittag letztes Jahr schon ausgefallen war und nur kleinere Auftritte im Altenheim oder der Kirche stattfanden freute sich Louisa natürlich unbändig auf diesen Abend, der im Luthersaal der Kreuznacher Diakonie statt fand, nur wenige Schritte von Jolinas Kindergarten entfernt.

Ich nehme Euch jetzt ein wenig mit in die Aufführung "Poesie" - eine Reise durch verschiedene Musikrichtungen mit einem gemischten Programm aus Kinderballett, klassischem Ballett, Jazztanz und Gedichten.

Jolina musste durfte zu Hause bleiben, denn sie hätte sicher munter in die Gedichte rein gequatscht und das muss ja nicht sein, wir kennen ja schon zur Genüge ihre Mitteilungsfreude mitten in solchen Aufführungen, die wir immer mit Keksen reduzieren, aber nicht vollkommen unterbinden können.

Louisa heißt Euch alle willkommen und viel Spaß bei "Poesie"

Begrüßung


Der Eintritt ist frei, aber es wird um Spenden für Neu-Bethesda gebeten. Hier haben wir gerne etwas gegeben, denn wer weiß wie Jolina später einmal wohnen wird und sich über Spenden für Freizeitangebote die nicht übernommen werden freuen wird.

Den Anfang machen die jüngsten Schülerinnen

Jeder Tanz wird von einer kurzen Gedichtelesung unterbrochen
was dem ganzen einen roten Faden gab

Die zweite Gruppe war dann Louisas Klasse

Für Fotos war das Licht auf der Bühne etwas schwierig
(blitzen wollte ich nicht, das nervt doch die anderen und auch die Künstler)

2 Tänze machten die Mädels in diesen Röcken




Dann war eine kurze Pause und die Mädchen durften die heiß geliebten Tutus anziehen.

Louisa wollte sich nicht von ihren Tattoos trennen
wobei Tattoo und Tutu jetzt außer der Wortähnlichkeit nicht wirklich gut zueinander passen ;-)

Ballerina-Girls




Der Rohrflötentanz aus dem Nußknacker




Die nächste Altersklasse in die Louisa nach den Ferien aufsteigen wird

Die Damen tanzten zu Smooth Criminal 

Mein absolutes Lieblingsbild
Es muss nicht immer rosa sein ;-)

Kurzweilig und unter großem Applaus ging der Abend zu Ende. Alle haben ihr Bestes gegeben und kein großer Lapsus ist passiert.








Die Ballerina verlässt zufrieden die Bühne