Freitag, 26. Juli 2019

Das Schloss Gottorf bei Schleswig, immer wieder schön, auch beim 3. und 4. Mal


Dieses Jahr haben wir unseren Besuch auf der Museumsinsel im wunderschönen Garten begonnen, machten unsere geplanten Vergleichsbilder früher vs heute und noch ein paar verrückte Shoots bis der Regen uns vertrieb.

Für meine Kinder war es jetzt der 3. Besuch hier im Schloss und dem Museum, für mich sogar der 4., denn ich war mit der Schule 1981 schon mal hier.
Da war manches noch anders, aber ich fand es damals schon sehr spannend.



Ich mag diesen Garten einfach und er war sicher zu Zeiten des Adels wunderschön angelegt auf allen Ebenen.
Der Besuch des Gartens ist übrigens kostenlos und man kann auch herkommen und nur durch den Terrassengarten "lustwandeln".
Die wahre Schönheit sieht man erst von oben, das sieht man schön auf Google Maps

Letztes Jahr war es so heiß, dass jede Stufe eine Qual war, aber Jolina rannte nach oben und wir mussten hinterher, örgs. Dieses Jahr war es so kalt und dann setzte noch Regen ein.
So ganz glücklich haben wir unseren Besuch nie gelegt.


Louisa ist einfach mit jeder Faser ihres Körpers eine Tänzerin, da gelingen auch mal solche Fotos.
Leider ein bisschen unscharf.


Also Kameraeinstellung verändert, doch so perfekt getroffen hab ich es nicht mehr.
Ich bin eben kein Profi.


Manchmal bin ich auch die nervige Mutter, die sagt "Los! Stellt euch mal dahin, ich mache ein Foto"
Louisa ist davon semi angetan, aber so ein schönes Lächeln bekomme ich von Jolina selten zu sehen.
Sie mag diesen Brunnen direkt am Eingang des Parks und wenn es nach ihr ginge, könnten wir einfach dort bleiben.


Ich mag diese Statue, dieses Jahr hat der See allerdings sehr merkwürdig gerochen, gesund war das sicher nicht, der war wohl ein wenig umgekippt.
Die Teile der Originalstatue sind im Museum zu bewundern, der Zahn der Zeit hat dem Riesenkunstwerk sehr zugesetzt.


Was soll ich sagen, ich war tatsächlich 4 mal nicht in diesem Globus-Haus.
Der Globus war im 17. Jh. weltberühmt und hier war das erste Planetarium der Geschichte.
Eigentlich finde ich das ja interessant, doch einfach zu viel Input für einen Tag und daher zahle ich hier nicht noch extra Eintritt, wo wir die Kunstaustellungen in den Seitengebäuden nicht mal schaffen, weil es einfach viel zu viel zu sehen gibt.
Wer kann, sollte wirklich 2 Tage für das Schloss Gottorf einplanen, so viel gibt es hier in unterschiedlichen Sammlungen und Ausstellungen über das Altertum.


Im unteren Bereich des Barockgartens gibt es noch Blumen, weiter oben nur noch die Beetanlagen.
Hier gibt es auch noch Buchs, ich bin gespannt wie lange noch, denn bei uns ist der praktisch durch Schädlinge nicht mehr möglich.
Auch die Bauerngärten der Region wo ich her komme waren mit Buchs eingefasst, alles zerstört, das warme Klima ist schuld daran, Raupen fühlen sich zu wohl bei uns.


Ich glaube dieses Bild habe ich letztes Jahr auch gemacht nur bei mind. 20 Grad mehr Temperatur.
Im Radio ist immer von Polarluft die Rede.


Nachdem die Polarluft inkl. Regen uns vertrieben hat gehen wir ins Museum und machen dieses Mal erst die Abteilung durch, die Jolina letztes Jahr nicht mehr geschafft hat und Louisa und ich alleine mega beeindruckt waren.



Was mir im letzten Jahr nicht aufgefallen ist, welche Bilder hier hängen und zwar viele Originale, wie diese Leihgabe, die der Bundesrepublik gehört.
Dieses Bild von Cranach hat sicher jeder schon mal gesehen und ich stand beeindruckt vorm Original, obwohl ich ja eigentlich mit bildender Kunst relativ wenig anfangen kann.



Auch dieses berühmte Bild von Luther hängt hier im Original und ich bin erstaunt wie klein es ist.
Man glaubt immer das seien Riesen Schinken und wundert sich dann, so wie es den meisten mit der Mona Lisa geht


Dieser Raum ist Louisas Lieblingssaal.
Sie war auch dieses Mal von der Ausstellung und den Räumen beeindruckt.
Klar gibt es für Kinder und Teenager spannendere Dinge als durch Museen zu latschen, doch ein bisschen Kulturinput tut jedem Kopf ganz gut, man muss sich nur öffnen und es wirken lassen.



Und natürlich hat sie wieder ein bisschen hier getanzt.
Hier habe ich den Tanz vom letzten Jahr verewigt.


Die Museumswächter, heißt das überhaupt so? Waren auch dieses Jahr beeindruckend freundlich, zugewandt und hilfsbereit.
So etwas fällt wirklich angenehm auf, denn an vielen Stellen, gerade in Deutschland, wird Dienst nach Vorschrift gemacht und man fühlt sich als Besucher eher lästig als willkommen.

Ein freundlicher Herr machte Louisa auf einiges in der Ausstellung aufmerksam und unterhielt sich mit Christian lange über den Frevel als die Pracht des Schlosses und die Deckengemälde einfach übermalt wurden, als das Schloss Kaserne war.
Dort wo man noch Deckengemälde sieht könnte man eine kleine Ewigkeit auf einer Bank auf dem Rücken liegen und immer Neues in den großartigen Malereien entdecken.
Es gibt übrigens genügend Möglichkeiten, wo man das tatsächlich tun kann.


Dann ging es aber nach oben, zu den Ausstellungen aus ganz alter Zeit und auch den Moorleichen.


Die Nachstellung der Grabanlagen finde ich toll.


Man sieht welchen Aufwand man betrieben hat für das Jenseits und welchen Stellenwert das hatte.


Dass dieser Haarknoten die Jahrhunderte so gut überstanden hat ist wirklich faszinierend.


Da ist meine Lieblingsmoorleiche, das Kind von Windeby.
Spannend finde ich, dass man durch das lange Lieben im Moor das Geschlecht gar nicht mehr bestimmen kann, wohl aber wie das Kind gestorben ist und dass es wohl länger sehr krank war.

Es wird auch im Museum die Frage gestellt, ob es richtig sei die Toten hier im Museum auszustellen.
Ich denke ja, man tut es mit Respekt.

Ich war in Kairo in dem Saal in dem die Mumien der Pharaonen ausgestellt sind, dort herrscht noch mehr Ehrfurcht und Respekt vor den Verstorbenen und man darf höchstens flüstern in deren Nähe.
So halte ich es auch hier.



Hier liegt ein Mensch, oder eher die Reste seines Körpers. Er zeigt uns, dass Leben und Sterben ganz nahe beieinander sind.


In der Halle mit den Schiffen sind wir alle schon geschafft von den langen Wegen und wie gesagt, auch dieses Mal haben wir die Kunstausstellungen nicht geschafft.

Zwischen Garten und Museum haben wir übrigens eine kleine Mittagspause eingelegt.


Das Angebot ist nicht gerade reichhaltig.
Es gibt Salat von der Selbsbedienungsbar (da esse ich niemals von, wo jeder drin herum manscht, bähh, ich finde das so mega unhygienisch), 2 Sorten belegte Brote und Kuchen.
Nachdem dieses Restaurant letztes Jahr mit einer Gesellschaft belegt war und wir im Café vor dem Schloss waren, das hier dazu gehört, hatten wir mit einem anderen Angebot gerechnet.

Ich will einfach kein Picknick mitnehmen, wenn ich Ausflüge im Urlaub mache, doch uns ist aufgefallen, dass hier im Norden oft in den Ausflugszielen die Gastronomie nicht so breit aufgestellt ist, weil wahrscheinlich die Nachfrage fehlt.
Im Freilichmuseum war es ja ähnlich.



Jolina hatte zwar mal wieder Pommes erwartet und ein Stück Schokokuchen war dann das einzige aus dem Angebot, das sie hier überhaupt isst.


Mein belegtes Brot war jetzt nicht das Non plus ultra, half aber gegen den Hunger, denn ich frühstücke fast nie und Mittags habe ich Hunger. Abends vermeide ich zu viel zu Essen, da es direkt auf der Hüfte landet. Daher kommt mein Wunsch auch bei Ausflügen Mittags was "Richtiges" zu bekommen, ist aber ein persönliches Ding und deshalb muss es hier nicht schlecht sein für andere.

Der Schokokuchen war seeeehr lecker, aber ziemlich sättigend, deshalb schaffte Jolina den gar nicht.


Wenn wir wieder im Norden sind, würde ich wieder das Schloss Gottorf besuchen, aber zwischendurch die Anlage verlassen um irgendwo etwas leckeres zu Essen und eine kleine Kulturpause zu machen.
Vom Schloss aus ist man übrigens fast schneller in die Stadt gelaufen als zum Barockgarten.
Notiz für mich für den nächsten Besuch: Unbedingt auch mal die Stadt Schleswig anschauen.