Montag, 14. Oktober 2019

Laon: Geheimnisse unter der Stadt, spannende Führung durch die unterirdischen Tunnel


Wir wurden durch einen Flyer dieser Führung auf Laon aufmerksam.
Unterirdische Gänge sind immer spannend und deshalb buchten wir als Familie eine Tour durch die Unterwelt von Laon.
Man muss sich im Tourismusbüro anmelden, das im ehemaligen Hospital aus dem 12. Jh. untergebracht ist.
Es gibt pro Tag 4 geführte Touren für max. 25 Teilnehmer. Wir hatten Glück und es waren nur 9 Leute. Die Dauer ist ca. 1 Stunde.
Für uns als Familie kostete es 20 Euro




Man bekommt einen Audioguide den man auf die eigenen Bedürfnisse einstellen kann.
Es gibt auch extra eine Tour für Kinder, nur leider gar keine auf Deutsch.
Eigentlich war es total unnötig für Jolina, doch wir stellten ihr die englische Kinderführung ein und sie hatte irgendwas auf den Ohren und war glücklich damit.

Louisa wählte wie wir die englische Beschreibung, die auch sehr gut verständlich und spannend war.


Die Führung startet an, oder eher unter der Zitadelle, nur wenige Minuten zu Fuß von der Kathedrale entfernt. Hier hatten wir auch geparkt.


Der Eingang der Tour befindet sich recht unscheinbar diesen Weg nach unten entlang.


Überall atmet Laon Geschichte und ist tatsächlich die größte zusammenhängende, denkmalgeschützte Fläche in Frankreich.


Bei der Tour reist man unterirdisch 40 Mio Jahre zurück, in die Zeit wo hier ein großes Meer war und der Berg durch Ablagerungen entstand.
Hier im Berg findet man immer noch Haizähne und Schnecken, die die maritime Vergangenheit deutlich machen.


Tafel zeigen anschaulich wie der Berg aufgebaut ist und man sieht auch wie feucht es hier unten ist.

Was mich etwas bei der Tour störte war, dass man erst eine Weile da stand, schaute und dann kam erst der Audiokommentar. Ich hätte gerne erst gehört und dann geschaut, ob das allgemein bei allen Führungen so ist, oder ob es an der Führerin lag kann ich nicht sagen.




Hier haben auch schon die Kelten ihre Spuren hinterlassen.
So ein Berg mitten in der Ebene bot sich an als Kultstätte.




Die Führung wird auch durch Geräusche unterstützt, die durch Lautsprecher eingespielt werden und durch Projektionen an den Wänden.
Multimedia ist eben im Trend, wobei ich diese Gänge auch ohne zusätzlichen "Firlefanz" beeindruckend gefunden hätte, allerdings machte es alles leichter, denn wir sind etwas verwöhnt, dass man im Ausland Englisch spricht und versteht. Hier sind dann meist die ersten Sätze in Englisch und danach wechselt das Gegenüber wieder ins Französische.




Ich bin froh, dass wir hinter unserer Führerin her laufen können, denn die vielen Gänge hier unten sind sehr verwirrend.




Der Berg wurde vielfältig genutzt, zB auch als Silo.


Hier wurden auch kurzfristig Templer gefangen gehalten, bis sie nach Paris zum Prozess gebracht wurden.
Das war der berühmte Freitag der 13. Der Tag an dem die Mitglieder der Tempelritter der Ketzerei angeklagt wurden.
Der 13.10. übrigens.



Aus diesem Grund wird hier auch das Kreuz der Templer/Tempelritter an die Wand geleuchtet.


Ob die niederländischen Beschriftungen der Nähe zu Belgien geschuldet sind weiß ich nicht, doch die findet man in Laon überall.


Hier lief auf den Wänden ein Film ab, wie die Steine für die Bauwerke oben aus dem Stein gehauen wurden, wow, was eine Arbeit und das bei Kerzenlicht. Ich ziehe sowieso meinen Hut vor den Baumeistern der Vergangenheit. So eine große Kirche und sie steht noch heute, obwohl man damals nur einfache Hilfsmittel hatte.
Wenn ich mir zB heutige Brücken ansehe frage ich mich ob wir uns wirklich weiterentwickelt haben.

Auf jeden Fall war man damals mit Herzblut bei der Sache, heute fehlt das und ist Profitgier gewichen und Geltungsdrang und Billig Billig.


Mit diesen Werkzeugen hat man gearbeitet, wer würde das heute noch machen?


Hier gibt es auch Gänge die militärisch genutzt waren und man findet immer noch Graffitis der Soldaten von damals.


In einem Raum wurde "Pulverdampf" eingeleitet, dass man eine Vorstellung bekam, wie das damals war, bei den Gefechten.
Leider kann man so etwas nur sehr schlecht fotografieren, denn es ist ja schlechte Sicht.



Beim verlassen der Welt unter der Stadt sahen wir noch 2 süße Fledermäuse, leider eilte die Führerin voran, dass ich kaum Zeit für ein Bild hatte.


Im oberen Bereich, am Ende der Tour sieht man noch berühmte Köpfe der Geschichte, die etwas mit Laon zu tun hatten.
Ich habe hier stellvertretend den heiligen Remigius fotografiert, weil ich ja im Remigiusland geboren bin, wo es auch den Remigiusberg gibt, so weit wirkte dieser Mann.

Das Ende der Tour ist ein Film über die Geschichte von Laon und auch hier half uns der Audioguide, so konnten wir in Englisch folgen, was in Französisch nicht möglich gewesen wäre.

Wir konnten uns in der Woche nur schwer daran gewöhnen wie man Französisch spricht.
Unsere Führerin erzählte und erzählte und fragte uns dann, ob wir es auch verstanden hätten.
Louisa und ich besprachen uns und stellten dann fest, dass sie nur sagte "Der Letzte macht die Tür zu" allerdings mit gefühlt 1000 Worten. Deshalb mag ich französische Filme nicht, viel Geschwätz um wenig Inhalt, hihihi.

Wenn du gerne sehen möchtest wie Laon über der Erde aussieht, das habe ich ebenfalls in Wort und Bild gezeigt: klick