Mittwoch, 8. Januar 2020

Kids Factory : Liebenswert, Laut, Lecker und Leben pur

Bei unserem ersten Urlaub 2009 im Centerparcs Eifel haben wir uns schon in die Kids Factory verliebt.

Nein, das ist keine Fabrik in der kleine Kinder gemacht werden, es ist eigentlich das was ich sonst als Elternhölle bezeichne, eine Spielehalle wie es sie in jeder Stadt gibt, mit einer Mindestlautstärke eines startenden Düsenjets.

Und ja, es war trotzdem cool, weil es von den Räumlichkeiten doch an eine Kneipe mit Spielecke erinnert, du wirst gleich noch sehen was ich meine.

Da unsere beiden ersten Centerparcs Urlaube in die Eifel gingen, dachten wir echt, jeder Park hat so eine geniale Halle.
Ähnlich haben wir das bisher aber nur in Belgien in Erperheide erlebt.


Ich habe von Louisa Bilder vor dem großen Hinweisschild gemacht für meine #jwzeitreise bei Instagram, das nächste Mal stellte sie sich genau so hin und wollte auch Bilder, Louisa ist eben ihr großes Vorbild.

2009 spielte ja nur Louisa in dieser Spielehalle und Jolina schlummerte in ihrem Wagen, 2019 war Jolina sofort irgendwo verschwunden und wie bereits 10 Jahre vorher setzten wir uns an einen Tisch, erzählten, tranken Kaffee und hatten einfach Zeit für uns.




Viel verändert hat sich über die Jahre hier nicht und doch ist manches anders.


Das Herzstück ist die große Bühne im Kuckucksuhren-Design. Hier wurde die Leinwand erneuert,  10 Jahre bringen einiges an Innovationen bei der Technik.

Die Bühne trennt auch den Gastrobereich vom Spielebereich im hinteren Teil der Halle.

Eltern die ihre Kinder ständig im Blick haben wollen setzen sich dann eher an den Rand um freien Blick auf das Baluba zu haben, wir wählten die Anti-Helikopter-Position mit ganz wenig Blick und möglichst viel Abschottung.


Selbst die Möbel und die Uhrendeko ist noch wie vor  Jahren und es fühlt sich an wie nach Hause kommen.


Es war nie so voll besetzt wie damals, was zum einen dem guten Wetter, zum anderen der geringen Belegung geschuldet war.


Von diesem Raum war ich sehr enttäuscht.
Hier gab es früher Spiele, wie zB ein großes 4-Gewinnt, das Louisa oft gespielt hat, Fatboys zum lümmeln und immer etwas zum malen und jemand von der Kinderanimation der etwas aus dem Ärmel zauberte.

Jetzt waren hier Tische und Stühle und alles was man hier machen kann, musste als Aktivität gebucht werden und es war auch nicht ständig jemand da, das fand ich schade.


Das große Zentrum des Spielbereichs ist dieses Bälle-Spielhaus, das Baluba.


Was neu ist, Trampolins, die wir Jolina sofort verbieten mussten, weil sie das mit ihren Knien nicht darf, früher gab es da eine Hüpfburg, die eher für Kleine war, da fehlte leider etwas.
Für Kleinkinder gibt es hier nichts mehr, oder wir haben es übersehen, 2010 konnten wir hier mit Mini-Jolina auch noch einiges machen.


Das Kind, das sich vor 10 Jahren noch ins Getümmel gestürzt hat und dann erst hervor kam, wenn Orry rief oder wir sie aus dem Baluba pflückten, setzte sich jetzt lieber mit einem Kaffee zu uns oder verzichtete ganz mit den Worten: "Ich verstehe nicht was ihr hieran findet!"  Eltern von kleinen wilden Mäusen wissen es sicher.


So vergeht die Zeit, vor kurzem noch im Bällebad verschollen, heute schon beim Latte.


Christian entdeckte Irish Coffee auf der Karte, mmmhhh, das hilft auch, man muss ja nicht mehr fahren. Cocktails gibt es auch, doch im Winter bevorzuge ich die heimliche Art des Schönsaufens des Lärms, der eigentlich recht erträglich war, weil so wenige Kinder hier waren.


Bei den Waffeln mit heißen Kirschen hatte ich mir was anderes vorgestellt.
Sorry CP, aber die waren echt bääähhhh, total pampig und durchgeweicht.
Dafür muss man ein Waffeleisen für Belgische Waffeln nehmen, die waren ihr Geld nicht wert und kann ich nicht weiter empfehlen, dabei liebe ich Waffeln.


Immer lecker und ein Beweis, dass Centerparcs aus den Niederlanden kommt ist Chocomel, das ist die beste heiße Schokolade ever und seltsam, aber die vertrage ich.


Louisa kann im Gegenteil zu mir Rieseneisbecher vertilgen und Dame Blanche war schon vor Jahren hier ihre erste Wahl.


Das beste an der Kids Factory ist natürlich Orry und seine Freunde.
Ich habe schon viele im Orrykostüm stecken gesehen, doch so ein großartiger Kinderanimateur habe ich in den letzten 10 Jahren bei Centerparcs nicht erlebt.

Sein Namensgedächtnis ist ein Phänomen, seine Art auch schüchterne Kinder aus ihrem Schneckenhaus zu locken ohne zu drängen, seine Liebe und Begeisterung für diesen Job, der Witz und Schalk in seinen Augen und besonders wie vorurteilsfrei er Jolina mit einbezog sucht seines Gleichen.

Orry, oder eher Du der Du da in diesem Kostüm stecktest, Du hast meinen tiefen Respekt und hast mein Herz im Sturm erobert und das ist wirklich nicht leicht.


Die Shows und Rundgänge mit Orry und seiner Crew müssen nicht gebucht werden und jeder kann kommen und mitmachen, bis aufs Bingo, da braucht man eine Karte, die man aber von Orry bekommt.

Orry wollte mit den Kindern Schnee suchen und einen Schneemann bauen.


Jolina ist sofort Feuer und Flamme, sie liebt es etwas gemeinsam mit anderen Kindern zu machen, auch wenn die alle viel kleiner sind als sie.


Die Kinder stürmten vor, die Eltern dackelten mit gezückten Handys im Anschlag hinterher.
Ein bisschen Schnee gab es noch, denn kurz zuvor hatte es den ersten Schnee in der Eifel gegeben.


In der Zwischenzeit ging die Sonne unter, so wie das im Winter eben ist gefühlt kurz nach Mittag.


Der nächste Schneehaufen kam in Sicht.
Sofort wurden Schneebälle geformt und der arme Orry bekam alles ab.
In dem Beruf muss man schon ganz schön was einstecken können....


Sehr schnell war den Kindern klar, dass man daraus keinen Schneemann bauen kann.
Mir war am Vormittag aufgefallen, dass mit dem Schneemann im Market Dome "etwas passiert" war, jetzt wusste ich wieso.


Die Kinder stürmten durch den Dome und suchten die Teile für den Schneemann zusammen, ein Auge war wohl als Souvenir abgereist, auf jeden Fall nicht mehr zu finden.


Zum Schluss konnte jeder ein Bild mit Orry machen.
Weil Eltern aber ungeduldiger als ihre eigenen Kinder sind schubsten sie die immer weiter nach vorne. Ich frage mich immer was bei denen falsch läuft.
Eine Ansage von mir, dass wer jetzt nicht zurücktritt und sich mit aufs Bild drängelt würde im Internet veröffentlicht half.
Die Reaktion der empörten, verängstigten Mamis war zum schreien komisch.
Panisch wurden die lieben Kleinen, die, die ganze Zeit vorgeschubst wurden, zurück gezogen.
Ich sah schon in ihren Köpfen die Wahnvorstellung, dass ich am gleichen Abend ihre Kleinen zusammen mit Orry auf ein Kinderse.portal hochlade.

Vielleicht haben sie ja eine Lektion gelernt, dass man einfach abwarten muss bis man dran ist. Ich glaube wir waren die einzigen auf deren Bild nur das eigene Kind und Orry zu sehen sind und nicht schubsende, drängelnde Kinder am Rand und die Rücken von Mamas im Vordergrund, denen Wurscht ist, dass da eine Mutter versucht gerade ihr Kind zu fotografieren, den wichtig ist ja nur die eigene Prinzessin, oder der kleine Prinz, denen doch eigentlich Platz 1 in der Schlange gebühren würde.
Schade, ich würde euch zu gerne das Vorher Bild zeigen.


Ein weiterer Tag in der Kids Factory zeigte uns wie gerne Jolina mit anderen Kindern spielt und sie hatte einen Jungen gefunden der begeistert mit machte.


Bälle nach Farben sortieren und bunkern.
Ich bin ehrlich, ich checke immer ab, ob die Eltern das auch mögen, doch die Mutter des Jungen reagierte, wie soll ich das jetzt richtig ausdrücken? Es war als hätte sie Jolinas Behinderung gar nicht bemerkt und dass sie weitaus älter war als ihr Sohn.

Solche Begegnungen sind Balsam für mich, weil ich eben weiß wie viele Leute Berührungsängste haben, das nehme ich nicht mal übel, denn wo sollte man den in unserer Gesellschaft lernen damit umzugehen. Inklusion steckt ja immer noch in den Kinderschuhen.

Deshalb tut mir alles das sich "normal" anfühlt so gut.


Doch an diesem Tag sah man die Generation Inklusion miteinander spielen und Autorennen fahren, auf Autos für die Jolina schon viel zu groß war.




Natürlich gibt es auch in der Kids Factory Groschengräber, nur, dass man da heute 1 Euro Stücker rein wirft, die Zeit von Groschen war in meiner Kindheit schon fast vorbei.
Auf das Karussell wollte ich Jolina aber nicht mehr lassen, dafür ist sie echt zu groß.


Sie durfte dafür einige Runden mit dem Motorrad fahren.

Ich war erstaunt wie gut sie das hin bekommt. Was sie nicht schaffte war aber entsprechend an den Rand zu lenken als ein Junge die ganze Zeit extra in die entgegengesetzte Richtung fahren musste.

Das nehme ich aber nicht persönlich und Jolina schon gar nicht, die fuhr einfach stur auf ihrer Bahn und wer ihr dumm in den Weg kam, dem ist sie keinen Millimeter ausgewichen - rumms!
Es gibt einfach A-Lochkinder die provozieren müssen. Die lässt man am besten auflaufen, in dem Fall mit ziemlich blödem Gesicht auffahren.




Heute gab es Bingo mit Orry.



Die Kinder sitzen ja auf Bänken vor der Bühne und ab und zu ging ich mal zu Jolina um zu sehen was sie da so ankreuzt...das müssen wir dann mal noch üben, doch Spaß hatte sie auf jeden Fall.


Sie durfte auch auf die Bühne und helfen und Orry wusste ihren Namen noch, Wahnsinn, mein Gedächtnis setzt ja bei Namen total aus, das war früher schon schlimm und um so älter ich werde um so schlimmer wird es.


Ich mag die Kinderanimation von Centerparcs und ich mag es noch mehr, wenn sie nicht im vollen Trubel des Market Domes ist, eben so wie hier. Es gibt genug Sitzplätze für die Eltern, man ist für sich und die Kinder können eigentlich nicht weglaufen.

Nächste Woche zeige ich Dir dann ein bisschen Natur rund um den Park.

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