Samstag, 2. Mai 2020

Buchtipp: Wo ein Willi ist, ist auch ein Weg


Manchmal brauche ich ein bisschen länger.
Gleich nachdem dieses Buch raus gekommen ist, wollte ich es mir kaufen, dann passierte das Leben und andere Dinge füllten meinen Kopf.

Erst meine Buchvorstellung von Willis Welt brachte mir durch eine Nachricht dieses Buch wieder in Erinnerung.
Also schaute ich im Netz mal was ich da so finde, denn in Coronazeiten waren die Buchläden zu und bei amazon war der Bücherversand auch runter geschraubt, schon witzig, wenn man überlegt, dass es früher, so alte Leute wie ich erinnern sich vielleicht, bei amazon nur Bücher gab und sonst nix.

Ich fand bei einem Anbieter dieses Buch neu aber als Mängelexemplar.
Ich finde die Parallele sehr witzig und ich glaube auch Birte müsste grinsen, wir haben ja oft den gleichen Humor.

Heute stelle ich euch also vor:

WO EIN WILLI IST, IST AUCH EIN WEG*
von Birte Müller




Ich habe übrigens keine Mängel im Mängelexemplar gefunden.

Wie auch in Willis Welt schreibt Birte kurze, knackige Geschichten aus ihrem Leben mit ihrem Mann, der es gerne ordentlich hätte, der Tochter mit Normalsyndrom und natürlich Willi.

In vielen Dingen finde ich mich auch in diesem Buch in Birte wieder, die Art des Humors und auch mal political unkorrekt sein.
Ihr geht dieser Eiertanz um Begrifflichkeiten auch so auf die Nerven wie mir.

Was ich bei diesem Buch etwas vermisse, das ist die Leichtigkeit des Vorgängerbuches und ich kann das auch verstehen, auf gewisse Weise, denn Willi ist jetzt nicht gerade das Vorzeigekind mit Down-Syndrom das alles kann.
Ich glaube Birte und ich denken oft an die gleichen Kinder, wir haben ja auch einen ähnlichen Bekanntenkreis im Netz und die eine Geschichte, die sie ohne Namen erzählt kenne ich auch, ich verrate aber auch nicht wem sie passiert ist.

Ob ich das Buch einer jungen Mutter eines kleinen Kindes mit Down-Syndrom empfehlen würde? Ich denke eher nicht, denn Birte schreibt wie es ist und das Leben mit Kindern hat oft wenig von rosa Wattewölkchen und juhu, das ist alles so supi. Vielleicht ist das für den Anfang zu erschreckend. Willi hat so viele Zusatzbaustellen, er kann schwer für das typische Kind mit Down-Syndrom stehen, wobei es das sowieso nicht gibt.

Birte schreibt auch von ihrer Depression und ich denke manchmal kann man die zwischen den Zeilen lesen und auch die Zerrissenheit die man fühlt, weil man die, oder jene Therapie noch nicht gemacht hat.

Ich war auch noch nie in Baiersbronn und um mich herum fahren gefühlt alle dort hin, sogar die mit super fitten Kindern. Haben die sonst kein Leben?
Birte wirft auch diesen Ort im Schwarzwald in den Raum, sie war auch noch nicht dort.

Eine Geschichte ist ungewöhnlich lang und hat ganz viele Fußnoten. Birtes Geschichten erschienen nämlich zum Teil auch als Kolumne und waren auch im Netz zu lesen und besonders bei Tieren kennen manche Menschen keinen Spaß, daher geht dieses Kapitel um Tiere und auch die Leute, die die Finger nicht still halten können.
Man kann es eigentlich nicht richtig machen. Wer keine Tiere hält ist schlecht, wer welche hält, sowieso schlecht, Tiere im Haus, schlecht, Tiere draußen schlecht, behinderte Kinder die mit Tieren aufwachsen, gaaaaanz schlecht.....
Das schlimme ist, die Leute raffen nicht mal wie gestört sie ihre Kommentare schreiben, wenn man ihnen den Spiegel vorhält , doch das kann Birte richtig gut.
Wenn man die Tiere selbst fragen würde, dann würden sie sicher lieber bei Willi wohnen und Blasmusik hören, als bei "Tierschützern" ohne Herz und zu viel Zeit für das Internet und böse Kommentare.

Birte zeigt auch ganz gut, dass ein Kind ohne Down-Syndrom, sondern mit dem, wie sie es nennt Normal-Syndrom einen auch an seine Grenzen bringen kann.
Birte nimmt sich selbst auf die Schippe und ja, ich habe meiner Tochter nie den Ranzen getragen, Mensch Birte, warum machst du das?

Das Buch zeigt schön die Innenansicht einer Familie in der ein Kind mit Behinderung lebt, mit den typischen Katastrophen, den Reibungspunkten zwischen den Eltern (wo ist der Sparschäler?) und auch wie das Umfeld manchmal einfach nur blöd reagiert.
Es ist nicht alles schlecht und schlimm, manches ist mit Humor leichter zu ertragen und vieles ist auch einfach witzig.
Das Buch hilft auch auf dem schmalen Grad zu balancieren, wie weit ist es miteinander lachen ohne über den Jungen mit Behinderung zu lachen.

Das sagt amazon:
"Was passiert, wenn eine berufstätige Mutter zusätzlich zu ihrem Alltag mit ihrem behinderten Sohn Willi und ihrer hyperkreativen Tochter Olivia auch noch zwanghaft alle Kostüme selbst nähen und im Herbst 10 Kilo Kürbis einkochen muss? Dann verliert selbst
eine Kontroll-Mutter mal die Kontrolle. »Wie schaffst du das bloß alles?«, wird sie oft gefragt. Aber die Antwort liegt auf der Hand: Wo ein Willi ist, ist auch ein Weg!"


Ihr könnt das Buch im freundlichen Buchladen um die Ecke kaufen, oder online hier bestellen*.


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Das Buch ist selbst gekauft.

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