Dienstag, 5. Mai 2020

Mein Nahetal - Der Guldenbach


Oft kennt man in der Heimat die schönen Plätze gar nicht, weil man sich die Zeit nicht nimmt und auch nicht in dieser typischen Urlaubsstimmung ist, wo immer alles zauberhaft und einmalig ist.
Die Buchten am Meer so schön, der Gebirgsbach so malerisch.

Wir holen uns den Urlaub einfach nach Hause.
Das Naheland hat noch nicht so viele Touristen, doch vielleicht kommen die ja 2020 und entdecken die Schönheit.

Heute verrate ich wieder einen schönen Platz, den man im Naheland finden kann.



Wir könnten eigentlich von der Mündung des Guldenbach in der Nahe in Bretzenheim bis hier her auch wandern, doch Jolina ist nicht so gut zu Fuß und so sind wir erst mal mit dem Auto ein Stück gefahren. Lustig finde ich, dass die beiden Nachbarorte Bretzenheim und Guldental nur über Feld- oder Radwege miteinander verbunden sind, mit dem Auto muss man immer einen Umweg machen.

Wir überqueren den Guldenbach auf der Lindelgrund-Brücke, das habe ich auch erst durch dieses Schild gelernt und nein, wir waren auch in den 25 Jahren die wir hier wohnen auch noch nie im Feldbahnmuseum um die Ecke, da ist sie wieder, die Sache mit den Dingen die man vor Ort nie macht und im Urlaub sofort einen Ausflug einplanen würde.


Elke und Manfred haben sicher auch nicht damit gerechnet im Internet zu landen, so schnell kann es gehen.


Der Guldenbach hat manchmal sehr viel Wasser, dann sind diese Steininseln überschwemmt, auch liegt überall am Ufer noch Treibgut, so kann man gut sehen, wie hoch das Wasser stand.

Ich sah vom Weg aus die Möglichkeit ans Wasser zu kommen und drängte meine Familie noch einen Abstecher zum Bach zu machen.
Schon als Kind liebte ich es am Wasser auf Erkundungsreise zu gehen und kam dann auch öfter mal mit nassen Hosen oder voll gelaufenen Gummistiefeln zurück nach Hause.
 

Leider habe ich nur Bilder hier und keinen Ton, das Rauschen und das Vogelzwitschern war so beruhigend, wenn meine Familie diese Geräusche nicht gerade übertönte.


Überall suchten sich kleine Rinnsale ihren Weg neben dem Bachlauf, so war das früher auch bei großen Flüssen, bevor wir sie in ihr gerades Bett zwängten.

Wir hüpften über kleine Wasserläufe und riskierten nasse Füße.


Dass wir nicht die einzigen Besucher dieses Platzes waren sah man an einem Grillplatz und an diesen Steintürmen, die ich bisher live nur an der Ostsee gesehen habe.

Die Bedeutung dieser Steine ist bei uns weniger magisch als an anderen Orten, wo sie zB vor Trollen schützen und man immer einen weiteren Stein oben auf legen muss um sicher seines Weges gehen zu können.



Wir hätten auch so einen Steinturm bauen können, doch die Mädels entdeckten etwas anderes für sich, was man mit Wasser und Steinen tun kann.


Der Bach wirkt hier so ursprünglich und doch wurde auch der Guldenbach in ein Bett gepfercht, damit links und rechts davon Felder entstehen konnten.



Für Jolina war das ein Highlight. Es braucht gar nicht viel und es muss kein Spielplatz sein mit Abenteuergeräten, das Abenteuer wartet hier auf dem Land hinter jeden Ecke, man muss es einfach nur entdecken.



Stein werfen damit es so richtig spritzt, da hatten die beiden Riesenspaß und im Hintergrund sieht es aus, als wäre hier auch eine Furt, die es mehrere über den Guldenbach gibt.


Christian entdeckte das Kind in sich und staute einen der kleine "Nebenflüsse".
Wer das noch nie gemacht hat in seiner Kindheit, es gibt nichts cooleres als einen Bach zu stauen, ein Projekt, das manchmal Tage dauert und ja, es hätte auch gewaltigen Ärger bringen können, doch es hat nie einer erfahren, dass wir es waren, damals 1975 in der Westpfalz.


In der Zeit erkundete Louisa eine "Insel" und tanzte irgendwelche rituellen Naturtänze, ....natürlich nicht, es war ein TikTok Video mit ziemlich coolem Hintergrund.

Christian kann noch Steine flutschen lassen, ich konnte das nie, mein Vater hat es mit mit immer wieder geübt an einem Steinbruchsee, doch bei mir tauchten die Steine immer sofort ein und hüpften nicht über die Oberfläche.


Mit einem Picknickkorb und einer Decke hätte man an diesem Platz ein paar Stunden verbringen können an diesem kleinen Bach, der 30 km durch den Hunsrück ins untere Nahetal fließt und eigentlich bei St. Goar, also Rheinabwärts entspringt und in entgegengesetzter Richtung zum Rhein den Hunsrück hinunter fließt zu uns an die Nahe, um dann über Umwege doch im Rhein zu landen.

Manchmal lohnt sich ein Umweg eben.


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