Samstag, 12. November 2016

Rezension: Mein Sommer unter Hühnern

Inzwischen habe ich gemerkt, dass Hörbücher praktisch sind für Menschen die am liebsten viele Dinge gleichzeitig tun, so höre ich inzwischen auch mal nicht nur Radio beim nähen, sondern auch Hörbücher.
Aus Versehen dachte ich "Mein Sommer unter Hühnern" von Julie Mata hört sich witzig an. Auch das Cover sprang mich direkt an mit seiner bunten Aufmachung, genau mein Geschmack,...dachte ich.

Bildrechte: Der Hörverlag

Julie Mata

Mein Sommer unter Hühnern

Band 1
Erscheinungstermin: 27. April 2015
Gekürzte Lesung
Gelesen von Julia Casper
(4 CDs, Laufzeit: ca. 4 h 39 min)




Wenn ich mir jetzt die anderen Rezensionen durchlese, das mache ich nämlich, bin ich leicht irritiert, liegt mein Geschmack so daneben, oder war es nur die falsche Erwartungshaltung?
Ich bin ja bei Hörbüchern immer speziell, manchmal wünsche ich mir einen anderen Sprecher und dann wieder das Buch lieber zu lesen, doch dieses Mal liegt es nicht am Sprecher, ich fühle mich unendlich gelangweilt.
Ja, die Geschichte ist ganz nett, so als würde ich im Tagebuch einer 12 jährigen lesen, nein, als würde mir eine 12 jährige aus ihrem Tagebuch vorlesen. Will ich das? Nein, eigentlich nicht und schon gar nicht quälend lange 4 CDs über 4 Stunden und 39 Minuten, man bekommt wirklich was für sein Geld, also an Masse.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass 12-14 jährige Mädchen anders darüber denken. Ich liebe es ab und zu Jugendbücher zu lesen, man muss nur mit einer anderen Denkweise an die Beurteilung ran gehen, aber dieses Mal fehlt leider der Funke.

Die Geschichte ist im Prinzip gut, manchmal in Ansätzen komisch und auch lehrreich. "Mobbing ist schlecht!"
Aber das ganze ist Stoff für ein Kapitel oder eine Kurzgeschichte. Ich habe mich mehrere Tage immer wieder durch gequält um am Ende dann diese Beurteilung schreiben zu können und fühle mich so eigenartig dabei, weil egal wo ich nachlese jeder das Buch soooo sehr lobt.
Ich frage mich dann, ob sich keiner traut ehrlich zu sein, wenn man ein Buch kostenlos bekommt muss man es auch über den grünen Klee loben?
Nö, muss man nicht, nicht wenn man ein ehrlicher Blog ist, man kann es ja versuchen nett zu verpacken, aber hier kann ich nur 3 von 5 Sternen geben und einer davon ist für die nette Art der Sprecherin ihre Stimme immer hochzuschrauben, wenn sie die Teenager nachmacht.
Ich werde es auch meiner 10 jährigen Tochter in die Hand drücken, mal hören was die dazu sagt, allerdings fürchte ich, sie ist der gleichen Meinung wie ich.
Allerdings hört nicht nur auf meine Meinung, lest euch zB. bei Amazon auch das durch was andere schreiben, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Das sagt übrigens der Verlag:
Die 12-jährige Kate Walden versucht, das Beste aus dem Umzug ihrer Familie aufs Land zu machen: Sie dreht mit den Biohühnern ihrer Mutter einen Gruselfilm: "Die Nacht der Zombiehühner". Doch dann drängt sich die Klassenzicke Lydia zwischen sie und ihre beste Freundin Alyssa, und das trifft Kate doppelt schwer, denn sie verliert damit nicht nur ihre Freundin, sondern auch den Star ihres Films. Ehe sie sich versieht, sitzt sie in der Schulmensa am Loser-Tisch und ist gezwungen, eine kleine Racheaktion zu starten …


Freitag, 11. November 2016

Louisa liebt es auf Rollen unterwegs zu sein

Auf dem Frühlingsbasar bei uns im Ort entdeckte Louisa ein Skateboard und wollte es sich unbedingt kaufen von ihrem Geld. Sie hat dann auch eifrig geübt und ist sogar mal damit in die Schule gerollt, um dann allerdings fest zu stellen, dass man mit Ranzen auf dem Rücken einen total anderen Schwerpunkt hat als ohne und als Anfänger ist das doof.


Montag, 7. November 2016

Inklusion ist keine Einbahnstraße

Manche Eltern haben das mit der Inklusion total falsch verstanden.
Bei manchen Berichten müssen wir uns echt an den Kopf fassen.


Ich glaube als Erstes muss ich nochmal erklären was Inklusion eigentlich ist, denn man hört es ständig, doch so genau definieren können es nur die, die sich wirklich genau damit beschäftigen.
Hier hatte ich das mal in Bildern versucht zu erklären, aber nicht so ganz bierernst.


Die Aktion Mensch hat es ganz einfach in einem tollen, kurzen Trickfilm erklärt was Inklusion eigentlich ist, ich legen ihn euch zum Einstieg sehr ans Herz: klick

"Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.
In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle zugänglich wird, aber auch durch weniger Barrieren in den Köpfen, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander." (Quelle: Aktion Mensch)



Inklusion ist aber keine Einbahnstraße.
Was will ich damit sagen?
Inklusion ist zum einen nicht das Mittel zum Zweck für sich, oder sein Kind alles durch zu drücken und sich nur die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. (Also ich persönlich mag ja gar keine Rosinen, ich picke die immer raus und lassen sie am Tellerrand liegen)

Was ich damit sagen möchte ist, dass man durch Inklusion das gleiche Recht hat wie alle und dazu gehört auch, dass es mal nicht nur optimal läuft, so wie bei allen anderen auch.

Und Inklusion als Druckmittel zu benutzen um persönliche Wünsche durch zu setzen, schaden der Allgemeinheit manchmal schon sehr.



Inklusion ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist.
Allein, dass die UN sich um dieses Thema gekümmert hat sollte ja schon zeigen, dass es hier um grundlegende Menschenrechte geht, wie Bildung, Gesundheit, oder Arbeit.
Ich glaube die Jungs und Mädels bei der UN haben in dem Moment nicht an Kindergeburtstage oder Kinderklamottenwerbung gedacht.
Aaaahhh, jetzt wisst ihr vielleicht schon worauf ich hinaus möchte.



Behinderung, allen voran Down Syndrom sind nämlich zu einer sicheren Einnahmequelle geworden. Für wen? Nun für die, nennen wir sie mal, nicht so seriöse Medienlandschaft, vor allem in sozialen Netzwerken.
Geschichten über "arme" Menschen mit Down Syndrom, denen ja so schreckliche ungerechte Geschichten passiert sind, werden aufgebauscht, dramatisiert und somit zum Garant von Klicks und Werbeeinnahmen. (Da möchte man den Artikel lesen, aber vorher klickt noch ein Werbefilmchen auf, an dem man nicht vorüber kommt, oder mitten im Text nette kleine Werbebanner.
(Ich hab ja auch Werbung im Blog, aber ich gebe Euch die Gelegenheit darüber weg zu sehen.)




Vor kurzem ging also die Geschichte von diesem Jungen, der gerne Model sein wollte durch die deutschen Netzwerke.
Ich muss noch erklärend dazu sagen, dass man als Blogschreiber auch ganz schnell in diese Fänge geraten kann, wenn einer dieser Hyänen mal eine Story gewittert hat, kommen viele andere die abschreiben und auch was abhaben wollen, von den Klicks der empörten Netzgemeinde.
mir hätte das locker mit diesem Post passieren können.


In dem ersten Artikel den ich gelesen habe war die Geschichte so verfremdet, dass ich dachte eine Mutter hätte ihr Kind mit Down Syndrom bei einer Modelagentur vorgestellt und die haben ihn nicht aufgenommen, weil sie keine Kinder mit Behinderung vertreten.
Oh wie schlimm!!!
Ääähhh, oder doch nicht?
Gerade diese Agenturen wählen doch ganz gezielt aus.
Man kann sie als großes Warenhaus sehen. Nur anstatt Pullis und Hosen haben sie Menschen im Angebot.
Wenn jetzt dieses Warenhaus denkt, seine Kunden möchten keine Shirts mit kurzen Ärmeln kaufen, dann legt es die nicht in die Regale, sonst bleibt es ja am Ende darauf sitzen.
Sollte jetzt aber eine Hitzewelle kommen und alle wollen T-Shirts, dann hat dieses Warenhaus die eben nicht und sich verkalkuliert.
An die Stelle von T-Shirts kann man jetzt also einsetzen: Menschen mit Übergewicht, oder Sommersprossen, blauen Augen, Schuhgröße 36, Behinderte.
Ich finde, dass auch Menschen mit Behinderung ihren Platz in der Werbung haben sollten, dies ist auch der Fall und zwar so, dass man es gar nicht sofort merkt. Das ist Inklusion, nicht wenn mit rotem Pfeil über dem Kopf des Betroffenen steht "schaut mal, wir sind Gutmenschen, wir nehmen sogar Behinderte für unsere Promotion"
(Passiert auf der Fashionweek.)
Das ist für mich keine Inklusion, sondern die zur Schaustellung einer Besonderheit, sobald es erwähnt wird, ist es vielleicht noch Integration, doch Inklusion ist stillschweigend, gleichberechtigt und unsichtbar in der Menge.


Zurück zu der Kindermodelgeschichte. Ich habe sie in den sozialen Netzwerken plötzlich von den unterschiedlichsten "Verlagen" um die Ohren gehauen bekommen und seltsamerweise, war bisher die von der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben am besten recherchiert und wiedergegeben.
Es war keine Agentur, sondern eine einzelne Agentin für ein amerikanisches Modelabel. Die Absage war trotzdem damit begründet, dass die Agentur glaubt, dass sie ihre Umsätze nicht steigern kann durch ein Model mit Down Syndrom, die Firma glaubt, die Kunden wollen das nicht sehen, weiles nicht in der Beschreibung des Anforderungsprofils steht.
Das ist ihr gutes Recht, so wie sie vielleicht nicht glauben, dass rothaarige Models die Kunden zum kaufen inspirieren, oder Kinder mit Übergewicht, oder, oder, oder...



Ich benutze ein Kind mit Down Syndrom als Model, wie ihr auf den Bildern seht, aber das liegt auch daran, dass ich jetzt in dieser Kleidergröße nur dieses zur Verfügung habe.
Als ich mit dem Probenähen anfing war ich total unsicher ob das okay ist mit Jolinas Down Syndrom.
Natürlich ist es das, jedenfalls habe ich noch nichts gegenteiliges gehört, wäre das aber so würde ich es runterschlucken und auch irgendwie verstehen, denn Jolina hat keine Standardmaße um Schnittmusterpassformen zu testen.

Wie kommt man aber auf die Idee, dass jemand ein Kind mit Down Syndrom nicht als Model sehen möchte?
Ist diese Idee wirklich so abwegig?
95% der Kinder mit Down Syndrom die vorgeburtlich "entlarvt" werden, werden abgetrieben. Daraus könnte man dann ganz schnell den Schluss ziehen, dass Menschen mit Down Syndrom generell unerwünscht sind.
Ich kann Euch beruhigen, die Erfahrung habe ich selten gemacht. Ich glaube die Gesellschaft hat im Prinzip nichts gegen Kinder mit Down Syndrom, so lange es nicht die eigenen Kinder sind.




Inklusion ist keine Einbahnstraße heißt für mich, dass man die gleichen Rechte wie alle hat und dazu gehört auch das Recht mal nicht für so toll gehalten zu werden. Das Recht zu lernen mit Enttäuschungen umzugehen, das Recht nicht immer bevorzugt zu werden, das Recht für Leistung belohnt zu werden und nicht aus Mitleid.
Am besten funktioniert Inklusion in Familien.
Bei uns ist Jolina eben Jolina und nicht "das Kind mit Down Syndrom".
Wenn Jolina sich weigert etwas zu probieren was ich gekocht habe, dann bekommt sie keinen Nachtisch, genau wie Louisa.
Eigentlich habe ich mich die ersten paar Mal selbst bestraft, denn das Geschrei war keine Freude. Doch inzwischen hat sie es gelernt und oh Wunder, am Samstag hat sie sogar ein bisschen Sauerkraut gegessen.
Sie wird gleich behandelt, ich erkläre es vielleicht anders als bei Louisa, doch im Prinzip sitzt sie im gleichen Boot wie Louisa.
Würde ich jetzt denken "Ach, das kapiert sie ja sowieso nicht, lassen wir das ganze und sie isst eben nur ihre Kartoffeln" ist das alles, aber sicher keine Inklusion. Nennen wir es doch beim Namen "Extrawurst"


Dank Inklusion hat Jolina das Recht auf eine Regelschule zu gehen. Wir sind unendlich glücklich darüber, dass das hier wirklich gut funktioniert. Was allerdings nicht ins Inklusionsrecht gehört ist, die Garantie, dass Jolina Freunde findet.
Ich bin ehrlich, das war meine größte Angst und sie war so unbegründet.
Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Jolina wirklich Inklusion. Im Kindergarten lebte sie Integration und doch waren ihre Freunde immer Kinder mit Behinderung. Dies ging nicht von den anderen Kindern aus, jedenfalls nicht nur. Es ist auch nicht schlimm, denn fassen wir uns doch mal an die eigene Nase, wir suchen uns doch auch Freunde die auf unserer Wellenlänge liegen.
Ich hätte nie geglaubt, dass Jolina so schnell Freunde findet in ihrer Klasse und dass es so unkompliziert ist.


Das ist aber nicht garantiert, denn eine Schulklasse besteht aus Menschen, kleinen Menschen, aber einem zusammengewürfelten Haufen Menschen die total unterschiedlich ticken und um so mehr Menschen zusammen kommen um so größer ist die Chance, dass auch ein A-loch dabei ist, oder jemand der andere nieder macht um selbst besser da zu stehen.
Das kann jedem überall passieren und natürlich kann man nicht einfordern gemocht zu werden, das hat die UN sicher nicht im Hinterkopf gehabt.
Vielmehr gibt die Inklusion jedem die Möglichkeit Freunde zu finden, oder eben vielleicht auch Feinde.
"Auch Behinderte haben ein Recht, verarscht zu werden" von Herbert Feuerstein (*1937) schlägt genau in diese Kerbe.



Warum fühlen wir uns dabei so unwohl? Weil es einfach den feinen kleinen Unterschied gibt.
Stellen wir den Menschen nun bloß wegen etwas das er nicht ändern kann, oder ist der behinderte Mensch einfach nur im Fokus einer "Verarsche"
Bei uns zu Hause geht es nun wirklich nicht total ernst zu, das könnt ihr eich ja sicher gut vorstellen und es wird auch über jeden mal gelacht.
Für den der gerade Grund für unsere Heiterkeitsausbrüche ist ist das natürlich nicht angenehm, aber auch über Jolina lachen wir, denn auch sie macht manchmal Dinge die in dem Moment witzig sind. Natürlich ist sie dann ähnlich beleidigt wie Louisa, doch auch das ist total normal, wer wird schon gerne ausgelacht.


Ich finde jemand der das ganz toll macht ist Ninia LaGrande, sie zeigt, dass es okay ist auch über sie und ihre Erlebnisse zu lachen, in dem Moment sind die Situationen lustig, nicht sie selbst. Kein Mensch ist eine Witzfigur, aber manchmal eben witzig. Was Ninia über "Behindert" in der Umgangssprache hält habe ich euch hier schon gezeigt.


Hat mein Kind das Recht auf einen Kindergeburtstag eingeladen zu werden?
Ich würde sagen genau wie jedes andere Kind auch. Jolina wurde im Kindergarten in diesen 4 Jahren nicht von einem Kind eingeladen, ich empfand das als verständlich, denn ob die Kinder mit denen sie ganz eng spielte überhaupt eine Party feierten wusste ich nicht.
Als Jolina jetzt in der Schule zu einem Geburtstag eingeladen wurde hatte ich selbst das größte Mix an Gefühlsregungen, dass ich fast gar nicht fähig war überhaupt eines dieser Gefühle raus zu lassen.
Unglauben, ob ich mich nicht verhört hätte.
Freude, dass es tatsächlich so weit war.
Angst, ob das ohne mich oder Begleitperson auch wirklich gut geht.
Unsicherheit, ob sie nicht nur aus Pflichtgefühl eingeladen war.
Trauer, weil mein Kind 7 werden musste um endlich irgendwo dazu zu gehören.

Ich könnte jeden verstehen, der Jolina nicht einläd aus den unterschiedlichsten Gründen.
Ich selbst habe Louisa mal genötigt ein Mädchen einzuladen, weil ALLE anderen Mädchen der Klasse eingeladen waren und sie nur diese eine nicht wollte.
Hätte ich das doch nie verlangt, ich glaube bereits im ersten Viertel der Party hätte ich dieses Gör am liebsten nach Hause gefahren. Sie wollte die Hauptperson sein, sie fragte nach dem sie einen Preis für ein Spiel bekommen hat ob das jetzt schon alles sei was sie bekommt, alles war ihr zu blöd, versaute den anderen die Stimmung.... warum hatte ich nur Angst sie könne traurig sein nicht eingeladen zu werden?
Kinder haben oft ein gutes Gespür mit wem sie feiern wollen und mit wem nicht und manchmal ist es auch für den der nicht eingeladen wird besser, wenn zB Dinge gemacht werden an denen er nicht teilnehmen kann. Dann ist es aber die Party eines anderen und es ist okay, dass dort Dinge gemacht werden die dem gefallen, Rücksicht nehmen kann man dann wieder an den anderen 364 Tagen.
Diese Geschichte von der traurigen Mutter ging Anfang des Jahres durchs Netz. (Achtung, der Link ist natürlich wieder nur auf Klicks aus)  Nur hat man immer nur ihre Stimme gehört, nie die der anderen, vielleicht war die Party einfach nicht geeignet für den Jungen, oder er nennt zwar zu Hause die Namen seiner Mitschüler, was aber noch lange nicht heißt, dass er auch wirklich mit ihnen etwas zu tun hat. Ich finde es immer wichtig beide Seiten zu hören und es ist immer leicht ein Fass aufzumachen und alles auf die Benachteiligung durch die Behinderung zu schieben.
Ich persönlich habe auch schon Behinderte (nicht Down Syndrom) kennengelernt die solche Kotzbrocken sind, dass ich nichts mit ihnen zu tun haben möchte, da ist einfach menschlich was schief gelaufen, das macht keine Behinderung wieder gut. ;-)

Als Abschluss zu der Geschichte mit dem Model kann ich nur sagen, natürlich gibt es die, denn Jolina hat mit vielen anderen den Schnitt "Lottis Zipfelshirt" präsentiert, ganz ohne Extrawurst und wenn eine andere Schnittmustererstellerin mich zB niemals in ihr Team nehmen würde weil sie denkt es könne ihr schaden, weil ich eben ein Kind mit Down Syndrom als Model benutze muss ich das genau so akzeptieren wie wenn diese mich ausschließt, weil meine Bilder merkwürdig sind, oder das genähte nicht ihren Geschmack trifft.
Inklusion mit dem Holzhammer kann nicht funktionieren, was es braucht ist Zeit (die uns weg läuft, siehe 95%) und was wir verstehen müssen, dass Inklusion kein Zaubermittel für persönliche Höhenflüge und Selbstdarstellung ist.
Erst wenn die Behinderten unbemerkt in der Masse untergehen, dann ist Inklusion geschafft.


Schnittmuster: Lottis Zipfelshirt von MiToSa-kreativ*
Stoffe: Alles für Selbermacher* by Andrea Lauren
genähte Größe: 116
Model: Jolina
Fotos: ©JoLou

Sonntag, 6. November 2016

Sonntagsvideo: Carina Kühne bei Krauthausen

Eigentlich die ideale Kombination.

Ich schätze beide ganz besonders, jeden für die unvergleichliche Art für die Rechte von Behinderten einzutreten und ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit zu leben.

Wir bräuchten noch ganz viele Menschen die genau so gestrickt sind.... arbeiten wir daran ;-)

Und jetzt viel Spaß beim zusehen.

Samstag, 5. November 2016

Buchvorstellung: "Sag es besser - Das Grundschulwörterbuch Synonyme"

DUDEN ist für mich einfach ein Name für Qualität und wenn auch heute in echten Büchern nachschlagen aus der Mode gekommen ist finde ich gerade für Kinder das Hilfsmittel Lexikon und Duden sehr sinnvoll.

Beim blättern durch die Seiten nimmt man auch unbewusst immer weitere Dinge mit, die man gar nicht sucht, man kann auf Lesezeichen setzen und unterstreichen, ja ich bin und bleibe ein Bücherfreund.


Louisa ist diesem Buch jetzt in der 5. Klasse bereits entwachsen, wobei es sicher Schüler gibt, für die es auch jenseits der Grundschule bitter nötig wäre.
Jolina fängt ja gerade erst an mit der Schule und gefühlt ist das schreiben von Texten noch unerreichbar weit weg, aber auch das kommt.
Dann ist dieses Buch genau richtig, denn zusätzlich ist es noch liebevoll illustriert.
Manchmal fällt das treffende Wort nicht ein und ich glaube gerade Jolina wird das mal sehr hilfreich sein um ihren Wortschatz zu erweitern.

Ich denke dies ist auch ein nettes Geschenk zu Weihnachten zu den üblichen Dingen dazu die "nur" Spaß machen.
Ich habe damals auch zu Weihnachten meine drei Duden bekommen und die standen bis zum Abi immer griffbereit im Regal (leider stimmen sie nach der Rechtschreibreform nicht mehr und ich kann sie nicht guten Gewissens an meine Kinder weiter geben)


Gleitet der Ballon? Fliegt er oder schwebt er? Manchmal ist es gar nicht so leicht, das richtige Wort zu finden – das merken auch Grundschulkinder, wenn sie einen Text schreiben. Denn in spannenden und abwechslungsreichen Geschichten kommt es oft auf den richtigen Ausdruck an. „Sag es besser – Das Grundschulwörterbuch Synonyme“ hilft weiter, wenn die Suche nach dem einen passenden Wort ins Stocken gerät. Das Buch wurde von den erfahrenen Grundschulpädagoginnen Ulrike Holzwarth-Raether und Elisabeth Raether entwickelt und liebevoll und witzig von Kerstin Meyer illustriert. Die 4., aktualisierte und ergänzte Auflage ist im Dudenverlag erschienen.

Alphabetisch geordnet finden sich darin mehr als 500 Begriffe aus dem schulischen Grundwortschatz, die dabei helfen, den eigenen Wortschatz zu erweitern. Dabei sind alle Wortarten vertreten: Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen werden übersichtlich aufgelistet und die Synonyme mit Beispielsätzen anschaulich gemacht. Außerdem erklärt das „Grundschulwörterbuch Synonyme“ die Herkunft und Bedeutung von Redewendungen – dies ist für Eltern und Kinder gleichermaßen spannend. Oder hätten Sie eine Antwort darauf, warum man „das Handtuch wirft“ oder „in Schlepptau genommen“ wird? Wer schon viele tolle Worte für seinen Aufsatz parat hat, aber noch am Aufbau der Geschichte feilt, wird im Strategiekapitel fündig: Hier wird Schritt für Schritt erklärt, wie man von der Idee bis zur fertigen Geschichte vorgehen kann. Bühne frei für alle kleinen Textkünstler!



Freitag, 4. November 2016

Adventskalender basteln

In einem Monat werden wir schon das 4. Türchen geöffnet haben. (Hahaha, Futur II, und ich dachte das werde ich nie benutzen)

Jedenfalls ist es Zeit langsam mal in die Pötte zu kommen, wenn man den selbst gebastelten Kalender für die Lieben nicht erst panisch in drei Wochen fertig stellen will.

Ich habe in den letzten Tagen 2 Kalender gefüllt, mit was wird natürlich nicht verraten, denn sonst wäre ja der Spaß weg.


Kalender Nr. 1 besteht aus Pappbechern*.

Mittwoch, 2. November 2016

Einschulung hoch 3

Meine Einschulung ist schon etwas länger her, aber meine Schultüte habe ich immer noch.
13 Jahre lang stand sie auf dem obersten Bord meines Regals.
Ausgesucht habe ich sie mir nicht, das war damals noch nicht so, und den Ranzen den ich mir gewünscht habe bekam ich dann leider auch nicht, weil die Großtante aus Mannheim einen mitbrachte. Rotes Leder anstatt der aus Plastik mit den Marienkäfern.
Ja ich bin in dem Jahr vor Scout eingeschult worden. In der zweiten Klasse hatte ich dann schon ein Mäppchen vom Sternjakob, das ist die Firma die Scout herstellt und sitzt in Frankenthal, praktisch, dass meine andere Großtante dort wohnte.


Pssst, ich hab mein Einschulungsoutfit gehasst, da waren Knöpfe dran, KNÖPFE!!! Und ein Kragen, noch heute mag ich beides nicht. So trug ich in meiner Bankerzeit nie Blusen, höchstens T-Shirts, wenns mal der Hosenanzug war, doch meist Etuikleider mit Blazer, wegen der Knöpfe und dem Kragen.
Die Röcke früher waren schon wirklich verboten kurz und die trugen alle.
Ich hätte sooo gerne was in rosa gehabt, doch meine Mutter fand das unmodern (war es auch, doch meine Freundinnen trugen zur Einschulung rosa Pullunder mit Lurex, den hatte ich auch - in orange, aaahhhhh!!!!)


Louisa hat ihre Schultüte ganz alleine gebastelt, nur an die Heißklebepistole durfte sie im Kindergarten nicht ran.
Sie durfte im Gegensatz zu mir ihre rosa Vorliebe ausleben. Dafür ist die jetzt aber auch vorbei (bei mir ist sie immer noch anhaltend, liegt wohl an den Entzugserscheinungen von den 70ern, selbst meine Barbies, bzw Petra-Puppen hatten keine rosa Kleider)


Und jetzt folgt Jolinas Einschulungsfoto vom Schulfotograf, ist das nicht wunderschön geworden?
Wie eine kleine Prinzessin sitzt sie da und ja, am rosa Outfit bin eindeutig ich schuld, es steht ihr aber doch so gut und in kurzer Zeit wird es dann düster in ihrem Kleiderschrank, wenn sie Louisas Kleidung erbt, die zu 70% schwarz ist.



Dienstag, 1. November 2016

Augen zu und durch

Meine Große liebt Kuscheltiere.
Schon immer fand sie Plüschtiere spannender als Puppen, ich war da genau umgekehrt. Noch heute würde Louisa sich Kuscheltiere zu Weihnachten wünschen, ich greife da immer regulierend ein, doch ganz vermeiden lässt sich das nicht.
Zusätzlich liebt sie Kissen. Vor kurzem kam sie von einem Einkaufsbummel mit der Freundin zurück und hatte sich von ihrem Taschengeld ein Kissen für 21 Euro gekauft.

21,00 Euro????

Ich bin dezent ausgeflippt, so viel traue ich mich nicht für meine handgenähten und bestickten Kissen zu nehmen und das was sie mitbrachte war Massenware, keine eingenähten Diamanten oder Goldfäden, aber von Nici, grrrrr.

Puh, na ja, aber Kissen sind schon was schönes, gebe ich ja zu und deshalb gab es beim letzten IKEA Besuch ein Kissen fürs Töchterlein (besser als Kuscheltiere auf jeden Fall).
Ihr Bett ist voller Kissen, ein Wunder, dass sie da noch dazu passt.



Montag, 31. Oktober 2016

...und wie läuft es bei Louisa in der Schule?

Diese Frage kam nachdem ich hier von Jolinas Schulalltag berichtete.
Auch hier kann ich sagen: "Sie ist angekommen" und zwar schon gleich in der ersten Woche.


Wir haben die richtige Schule gemeinsam gewählt, das haben die letzten Wochen gezeigt und wie erwartet war die Grundschule hier eine sehr gute Vorbereitung. Wir müssen sogar sagen, sowohl die Mädels als auch die Mütter (3 Freundinnen sind zusammen in die Französisch Klasse gegangen) empfinden das Pensum als wirklich machbar, oder sogar easy.

#31for21 Finale...oder doch nicht?

Heute ist also eigentlich der letzte Tag von 31 for 21, nur habe ich ein paar mehr Bilder als 31 bekommen, somit geht die Aktion auf jeden Fall auf facebook weiter, denn dort gab es die größte Aufmerksamkeit, aber auch im Blog werden die März-Botschafter noch einen Auftritt haben.

Heute eine liebe Freundin, die hier im Blog sogar ein eigenes Label hat: Charlotte


Charlotte ist aber auch als "Nudel" bekannt, ein Spitzname, der wirklich gut passt.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Wochenende in Bildern

Dieses Wochenende zeige ich Euch wieder ein paar Bilder, denn Erwin hat uns am Wochenende besucht. Wer ist Erwin?
Na wartet mal ab.

Am Freitag kam Jolina überglücklich mit Erwin, dem Klassentier nach Hause.
Es wird immer gelost wer den kleinen Kerl mit nach Hause nehmen darf und dieses mal durfte er im Bus mit zu uns fahren.

Er durfte auch mit Fernsehen, und musste aufs Puppenklo, das jetzt extra für Erwin bei uns im Bad steht

Morgens im Schlafi rumgammeln ist toll und Erwin war natürlich dabei

So sah der Baum zwischen den Häusern bis Samstag Morgen aus, er hat über Nacht die Blätter verloren und da wir am Montag einen Hänger für Grünschnitt gemietet haben war er reif für die Astschere

Der Baum ist bereit für den Frühling ;-) (Puh der hatte schon wieder Knospen wo schon grün raus blitzte.
Die Rosen habe ich auch gleich geschnitten bis der Sack voll war

Auf der Schulter vom Papa hat sich ein kleiner Hausgast reingeschmuggelt.
Bevor er zu Tode geliebt wird, musste er wieder raus, Eltern sind echt uncool

Geplant war Brokkoliauflauf und Kartoffeln, daraus wurden Spaghetti, ich war nach dem ganzen Vormittag im Garten fix und alle

Bevor Louisa zum Geburtstag los ist, noch schnell die Haarkreide probiert, doch die hält irgendwie nicht

Schnell noch eine Rezension geschrieben

Sonntag Morgen, endlich Sonne satt, was bei mir sofort Kopfweh verursachte und bei Louisa dann auch, Mist

Nach dem Duschen ein bisschen zocken

Mittagessen to be

Sieht schon mal lecker aus

Kassler im Brotteig, hab ich schon immer mal machen wollen, heute war es soweit

Oma und Opa waren zu Besuch und haben auf dem Speicher nach langem Suchen die alten "Hanni und Nannis" gefunden und mitgebracht und diese Jacke, an die ich in letzter Zeit mal denken musste, da wieder in.
Das ist meine alte Jacke aus den frühen 80ern, wenn nicht sogar 1979. Sie ist frisch gewaschen und fast wie neu.
(War mal von Quelle und meine beste Freundin hatte aus Zufall genau die gleiche)
Ach was habe ich diese Jacke geliebt, hat sogar ein Plott drauf

Zum Kaffee gab es Waffeln, wo ich doch jetzt das Waffeleisen neu entdeckt habe.



Ich habe auch schon die ersten Weihnachtsgeschenke mit zu meinen Eltern gegeben, denn die kaufe immer ich und bald ist schon Weihnachten.... HILFEEEE!!!

Mehr Bilder des Wochenendes findet ihr hier

Sonntagskino: Ausstellung Touchdown und #31for21

Heute könnt ihr das Sonntagsvideo nur bei facebook auf der ZDF heute Seite sehen, irgendwie geht das teilen leider nicht mehr :-(

In Bonn läuft eine super Ausstellung in Sachen Down Syndrom und seine Geschichte, ich hoffe wir schaffen sie zu besuchen.
Hier geht es zum Video: klick

Zusätzlich habe ich natürlich auch heute am Sonntag eine bezaubernde Botschafterin, die zeigt, dass es schon wirklich schade wäre, wenn es sie und viele andere Menschen mit Down Syndrom nicht gäbe.


Samstag, 29. Oktober 2016

Rezension: "Als wir zum Surfen noch ans Meer gefahren sind"

Untertitet: Unser Leben vor dem Internet

Der Titel ist genau nach meinem Geschmack.

Boris Hänssler, auf dessen Mist das ganze gewachsen ist, scheint mein Alter zu haben.
Jedenfalls schildert er zum Teil genau meine Kindheit, ganz ohne Medien, na ja fast ohne, immerhin hatten wir 3 Fernsehprogramme und Radio.

Das Hörbuch wird von Christian Ulmen gelesen und ich würde sagen: "Gut"
Ich bin da ja schrecklich wählerisch und jammere ständig rum, wenn mir der Sprecher nicht gefällt, dieses Mal habe ich nichts zu motzen.

Es kommt ein bisschen Wehmut auf, denn die Zeit kann man nicht zurück drehen, auch wenn wir heute ohne Internet total aufgeschmissen wären, haben wir früher überlebt. Das können sich unsere Kinder gar nicht mehr vorstellen.

Meine 10 jährige Tochter war in den Sommerferien ein paar Tage im total analogen Haushalt ihrer Großeltern. Kein DVD-Player, kein WLan für ihr Smartphone, nicht mal Netz, hahaha.
Wie haben wir früher nur unsere Ziele gefunden?
Ich erinnere mich noch, dass man seinen Freunden zur Einladung (per Post oder Hand überreicht) immer eine Wegbeschreibung zugelegt hat, wenn sie noch nicht bei einem waren.
".... und dann kommt so ein hässliches Haus mit einem Hirschgeweih am Giebel, dort müsst ihr links fahren und am Brunnen, dann rechts rein das dritte Haus ist lila, dort schräg gegenüber wohnen wir."
Schade, unser Tom Tom sagt nur: "biegen sie rechts ab, .... biegen sie jetzt rechts ab!!!" Manchmal zucke ich dann Richtung Gaspedal, obwohl die Ampel rot ist, weil TomTom das so will.

Die 2 CDs machen wirklich Spaß anzuhören und man fühlt sich ganz oft ertappt.



Boris Hänßler

Als wir zum Surfen noch ans Meer gefahren sind

Unser Leben vor dem Internet
Erscheinungstermin: 16. Mai 2016
Auswahl
Gelesen von Christian Ulmen
2 CDs  2 Stunden 15 Minuten Laufzeit








Das sagt der Verlag:
Dieses Hörbuch ist eine humorvolle, leicht melancholische Reise in die Vergangenheit kurz vor dem Siegeszug des Internets: Wie haben wir damals nur den Alltag bewältigt? Wie kamen wir ohne Navi von A nach B? Wie pflegten wir Freundschaften ohne Facebook? Wie ging Partnersuche vor Tinder? Das Internet hat unseren Alltag verändert – und uns selbst auch.

Christian Ulmen liest Hänßlers Zeitreise mit einem Augenzwinkern und der richtigen Portion Humor.

Das ganze gibt es auch als Buch, download oder für den Kindle

#31for21 Tilda

Nun ist der Oktober fast schon vorüber.
28 geliebte Menschen um die es wirklich schade wäre haben Euch schon hier vom Blog angelächelt.
Heute ist es Tilda, die als Kind Nr. 4 das Glückskleeblatt vervollständigt hat.


Ihre Mama hat mir erzählt wie Tilda zu ihren Namen kam:
"Tilda Lotta Jala-Adia (=Namenszusatz für das extra-x, afrikanisch bedeutet einzigartiges Geschenk, da weder ein viertes Kind noch das Down Symdrom geplant war - sie hat uns auserwählt 😁😍)"