Montag, 28. November 2016

Wenn du schon behindert sein musst, dann sei aber bitte nicht glücklich!



Eine unverschämte Aussage?
Nun ja, so oder so ähnlich hat der Staatsrat in Frankreich argumentiert als er ein mutmachendes Video über Down Syndrom verboten hat zu zeigen.



Hier ein Bericht aus der "Le Monde"

Diese Ungeheuerlichkeit haben wir schon vor einigen Tagen in der facebook Gruppe diskutiert und ich habe lange überlegt ob ich etwas schreibe.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass so grauenhafte Seiten wie "Heftig" sofort darauf anspringen, doch die haben es wohl übersehen.

Es geht um den Film "Dear Future Mom"





Dieses Video soll Mut machen.
Es zeigt, dass Menschen mit Down Syndrom eine lebenswerte Zukunft haben, dass sie glücklich sind mit ihrem Leben.
Inzwischen sind die Abtreibungsraten für Babys mit Down Syndrom über 90%, Tendenz steigend.

Der Druck auf die werdenden Mütter ist enorm, ihnen wird ein Horrorszenario über ihre Kinder vor Augen geführt. Durch meine Arbeit in der Gruppe habe ich schon die schlimmsten Dinge gehört die Pränataldiagnostiker von sich gegeben haben. "Ihr Kind wird nie sprechen, laufen, selbst essen...."

Was ein Bullshit, sorry, aber anders kann man es nicht ausdrücken.

Ihr kennt Jolina, diese Ärzte die solche Behauptungen aufstellen offensichtlich nicht.
Gerade dieses Video soll Müttern Mut machen sich für ihr Kind zu entscheiden.

Dieser Film wurde, so wie ich es übersetzt habe im Werbefernsehen gezeigt und jetzt wurde dieses staatlich verboten.

Der Grund?

Nun jetzt haltet Euch fest.

Die Menschen in dem Video sind einfach zu glücklich, zu wenig arme Kreaturen und dadurch haben die vielen Mütter die abgetrieben haben wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen. Das Video verletzt ihre Gefühle.

Aha.

Wie soll ich das jetzt deuten?
Klar, es ist legal ein Baby mit Down Syndrom abzutreiben, in Frankreich wie in Deutschland.

Mütter dürfen bis 1 Tag vor Entbindungstermin das Kind noch abtreiben.
Ich kann Euch gar nicht sagen welche Gefühle da in mir brodeln. Bei aller Liebe und Selbstbestimmungsrecht der Frau, das ist schon haarscharf am Mord.

Die Entscheidung aus Frankreich sagt klar, es ist wichtiger, dass Frauen die sich gegen ein Kind mit Down Syndrom entscheiden geschützt werden, als dass Frauen die evtl. die Entscheidung noch vor sich haben gezeigt wird, dass Menschen mit Down Syndrom ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft sind.

Ja, das gab es doch schon mal, bei dem Mann mit dem seltsamen Bart und dem steifen Arm.
"Unlebenswertes" Leben wurde einfach vernichtet.
Klar, kostet ja auch ne Menge Geld. Betriebswirtschaftlich gesehen kosten Menschen mit Behinderung den Staat und die Krankenkassen Geld, doch dies tun andere Menschen auch und trotzdem werden nicht ganze Bevölkerungsgruppen zwangssterilisiert. Ja, das sind böse Gedanken, doch die kommen mir.

Der französische Staat hat mich persönlich beleidigt, obwohl er mich gar nicht kennt.

Zum Glück hat zu mir noch niemand gesagt "Sowas muss doch heute nicht mehr sein", aber es gibt viele Eltern, denen man das schon um die Ohren gehauen hat.

Ja, ich zeige es der Welt und auch Frankreich:
"Ich liebe meine Kinder mit 2 oder 3 21er Chromosomen."
"Wir sind fröhlich und lachen"

Und ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn eine "Mutter" die keine mehr sein wollte Gewissenbisse bekommt. Soviel Gehirn sollte jeder haben, dass er sich denken kann, dass das keine Blinddarmentfernung ist.
Wir reden hier über Leben und wer leichtfertig damit umgeht muss mit den Folgen leben und zur Not den Fernseher ausschalten, oder zur Toilette gehen wenn so ein Spot läuft.

Sollen wir unsere behinderten Kinder besser wieder in den Keller sperren?
Nicht dass ich mal mit Jolina auf der Straße einer Abtreibungsmutter begegne und Jolina zu fröhlich auf sie wirkt.

Manchmal finde ich diese Welt und die verschwundenen werte nur noch zum kotzen





Petition gegen das Verbot