Montag, 7. März 2016

Alles andere als Schwarz sehen

Es ist geschafft.

Das erste ins Auge gefasste wichtige Ziel haben wir erreicht und es fühlt sich richtig gut an.



Ich hatte ja schon berichtet, dass Louisa nach den Sommerferien aufs Gymnasium wechseln soll bzw will, die Frage stellt sich hier bei uns gar nicht.
Auch die Empfehlung von der Schule war überhaupt kein Problem.
Schwierig war nur die Schulwahl und das Bauchweh, das man automatisch dabei hat als Eltern.
Louisa ging da viel unbefangener ran.




Sie ist in der Beziehung schon wahnsinnig erwachsen und gar nicht wie ihre Mutter als Kind war.
Sie fällte sehr schnell aus dem Bauch heraus schon letztes Jahr die Entscheidung welche Schule sie besuchen möchte, rein aus dem was sie mal so aus Gesprächen aufschnappte.
Wichtig war ihr, dass sie die Schule "cool" fand, dass ihre beste Freundin am Ende auch dort hin wollte fand sie schön, aber sie hätte sich in der Beziehung nie an dem orientiert was andere machen, sie zieht ihr Ding durch und dafür bin ich richtig stolz auf sie.

Doch gleich das erst beste nehmen, ohne sich etwas anderes anzusehen oder zu hören? Das geht meiner Meinung nach einfach nicht.
Der Blick über den Tellerrand hinaus ist mir in allen Dingen wichtig.
Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß (auch wenn Louisa gerade so voll in ihrer schwarzen Phase angekommen ist) es gibt auch bunt und trübes grau und jeder sieht in Farben etwas anderes, um bei dem Bild zu bleiben.


Wir haben uns tatsächlich in der letzten Zeit in 4 Schulen Vorträge am Abend, oder Tage der offenen Tür, oder Probeunterricht "angetan" wir wollten uns die Entscheidung nicht zu leicht machen, nicht am Ende sagen müssen: "Hätten wir doch...."
An den Vortragsabenden verkauften sich die Schulen und ihre Wertvorstellungen und Besonderheiten an die Eltern und beim Schnupperunterricht wurden dann die zukünftigen Schüler "angefüttert".
Ganz schnell schlossen wir die Gesammtschule aus, ist ja mit Gymnasialempfehlung auch eigentlich Käse.
Blieben 3 Schulen, wobei das etwas elitärer wirkende Gymnasium mit altsprachlichem Zweig auch direkt unten durch war bei uns.
Louisa ist genau so wenig ein Blender wie ich. Was jetzt nicht heißen soll, dass an so einer Schule nur solche Menschen sind, aber diese fühlen sich dort besonders wohl.

Normal ist bekanntlich langweilig, deshalb war in der engeren Wahl bilingual oder eben die "Traumschule". Die Entscheidung fiel dann von uns für die Traumschule, nur war es damit nicht getan, die nächste Hürde war die Anmeldung, die nicht einfach Zettel abgeben und das wars bedeutet, sondern jedes Kind das sich anmeldet wird 20-30 Minuten gehört und gefragt und natürlich auch begutachtet. "Warum möchtest Du ausgerechnet auf unsere Schule?", "Was machst Du in deiner Freizeit?", "Was liest du denn so für Bücher?" Puhh, gut, dass ich Louisa auf diese Fragen vorbereitet hatte.
Louisa blieb bei ihrem Wunsch mit Französisch zu beginnen, wie das normal läuft ist eben auch nicht Louisas Ding. Zusätzlich hatten wir damit den Fuß schon fast in der Tür der Traumschule, da sie das als einzige in der Stadt anbietet.

Louisa war sich so sicher, dass alles gut wird, Kinder sehen selten schwarz, sie tragen es nur gerne wenn sie älter werden ;-)
Immer wieder versuchten wir sie schon mal vor zu bereiten, dass es auch schief gehen könnte, oder ihre Freundinnen könnten genommen werden und sie nicht.

Vorgestern gab es einen Riesenjubel hier im Haus.
Der Brief der Schule kam und Louisa wird ab Sommer in die 5a gehen. Dieses Jahr kam sogar eine komplette Klasse mit Französischeinsteigern zustande. Und eine Bläserklasse (d.h. zusätzlichen Musikunterricht auf Blasinstrumenten) sogar 2 Chorklassen (d.h. zusätzlichen Musikunterricht mit Schwerpunkt Gesang) und tatsächlich gibt es eine Klasse mit Schülern die "ganz normal" ist, ohne Extramusik, oder Französisch.

Ihr hört schon raus, dieses Gymnasium hat es mit Musik und Kunst und Schauspiel, zusätzlich das einzige in der Stadt mit Sport als Leistungskurs in der Oberstufe, ach ja und natürlich mit 13 Jahren Schule, von dem Irrsinn Abi in der 12. Klasse hält hier in der Stadt zum Glück keine Schule etwas.

Louisa wollte ursprünglich in die Bläserklasse, doch als sie hört, dass sie dann ihre geliebte Querflöte auch gegen andere Instrumente tauschen soll war das Thema schnell vom Tisch. Dafür träumt sie schon von der Schulbigband und AGs in Hockey, Musical und Schülerzeitung und und und..

Als ich in einem früheren Post erwähnte, dass Louisa Französisch als erste Sprache möchte, fanden das viele für den falschen Schritt.
Wir aber nicht, sie wird sich im ersten Jahr voll auf diese recht schwere Sprache konzentrieren können und wenn dann im 6. Schuljahr schon Sprache Nr. 2 hinzu kommt und zwar mit der gleichen Stundenzahl wie die 1. kann sie sich entspannt zurück lehnen und die leichtere Sprache als zweites aufgreifen, wobei ich schon erstaunt bin wie viel sie in der Grundschulzeit schon an Englisch gelernt hat. Das geht weit über ein "My name is..." hinaus und entspricht fast dem Stand den ich früher am Ende des ersten Englischjahres hatte.
Wir können uns schon lange nicht mehr auf Englisch unterhalten wenn wir nicht möchten, dass das Kind nix mitbekommt, hahaha.

Ich bin heilfroh, dass Kind Nr. 1 jetzt sicher in einer Schule für nächstes Jahr untergebracht ist und jetzt folgt der weitaus schwierigere Akt von Jolinas Einschulung, der gerade beginnt und von dem ich diese Woche evtl. schon berichten werde.

Louisa trägt übrigens eine "Tammy". Den neuen Schnitt von nEmadA.
Ich habe ihn lediglich etwas für große Mädchen angepasst, also den Ausschnitt etwas weiter genäht und die Arme in einer coolen 3/4-Länge und natürlich ohne Bündchen.
Den Jersey mit Hahnentrittmuster hatte ich mal für mich bestellt, doch Louisa steht er einfach nur wunderbar und die Tammy wirkt durch diese Stoffkombi total anders als in den bunteren Varianten.


 E-Book: Tammy von nEmada
Stoffe: Jerseys beide von buttinette
genähte Größe: 134/140 mit etwas mehr Nahtzugabe
Model: Louisa
Fotos: ©JoLou


















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