Dienstag, 26. Mai 2026

Buchtipp: Habt ihr es vorher gewusst?

 


Keine Frage wird Eltern von Babys und kleinen Kindern mit Down-Syndrom so häufig gestellt wie diese.
Daher bietet sie sich perfekt als Buchtitel an:

Habt ihr es vorher gewusst?

Wie mich die Diagnose Down-Syndrom aus der Bahn warf – und ich mich selbst neu kennenlernte

von Melanie Sommer


Übrigens hat es die Autorin nicht vorher gewusst, wie sich sehr schnell im Buch zeigt.

Ich mag die kurzen Kapitel die als Tagebuch aufgeteilt sind, so entstand dieses Buch ja auch teilweise aus Tagebucheinträgen.

Ich finde mich, bzw uns in sehr vielen Zeilen wieder.
Die anfängliche Zerrissenheit während der Papa sofort schockverliebt ist.
Bei mir hat es sich schneller gelegt als bei der Autorin, doch Trauer ist ja kein Wettrennen, sondern individuell.

Denn dieses Buch erzählt auch ganz viel von Trauer, die ich auch hatte, Trauer um das Kind das erwartet wurde, aber dann gefühlt durch eins mit Trisomie21 ersetzt wurde.

Die Autorin nimmt uns mit zur Herz OP, in Krankenhäuser und zu Ärzten und Pflegestationen die eben ihr Ding durchziehen.

Eins habe ich nicht und erkenne es sofort bei der Autorin, die dafür eine psychologische Beratung braucht, sie möchte perfekt sein um dazu zu gehören.

Perfekt sollte nie das Ziel sein, schon gar nicht mit einem Kind mit Down-Syndrom.

Noch etwas unterscheidet uns, die Autorin geht sehr schnell wieder arbeiten und das kam für mich nie in Frage, selbst wenn Jolina keine Behinderung gehabt hätte, all das kommt aus meiner Kindheit und Jugend, eine Mutter die arbeitete, sehr viel arbeitete und dadurch Familienleben zu kurz kam und perfektionistisch wollte sie sein und war dann unzufrieden, wenn es am Ende nicht perfekt war. Das wollte ich nie sein, diese Mutter.

Wenn ich mich auch in vielem in diesem Buch wiederfinde, in ganz vielem wieder nicht und das ist ja auch gut so, denn das ist wie mit Menschen mit Down-Syndrom wo jeder anders ist, so sind Mütter genau so individuell, auch wenn sie ein Kind mit ähnlichem "Bauplan" haben.

Das Buch handelt vor allem von den ersten 2 Jahren, doch am Ende löst sich noch manches auf, das als Frage im Raum stand.

Und am Ende ist es wieder für mich eine Bestätigung: "Manchmal ist es gut, es nicht zu wissen und nie deshalb mit einer Entscheidung hadern zu müssen"

Ich mochte dieses Buch total gerne und lege es jedem ans Herz, weil es ehrlich ist, ohne Einhornpups und Regenbogen, sondern wie es eben wirklich ist oder sein kann und keiner muss sich dafür schämen oder verurteilt werden.

Das Buch kann man hier bestellen* und es hat im Gegensatz zu anderen Büchern, die ohne große Verlage raus in die Welt gehen eine Topqualität der Sprache, der Grammatik, des logischen Aufbaus, dafür Hut ab, da kam wohl wieder die Perfektionistin durch.
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Dies sagt Amazon zum Buch:
Als Melanie Sommer ihre Tochter Malin zur Welt bringt, gerät alles aus dem Gleichgewicht. Das Kind, das sie sich so sehr gewünscht hatte, gibt es nicht. Stattdessen liegt da ein kleines Mädchen mit Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler vor ihr – und mit ihm eine Zukunft, die plötzlich ganz anders aussieht … Ein berührendes Memoir einer Mutter, die mit sich und ihrem Schicksal hadert. Und die langsam begreift, dass nicht das Kind sich ändern muss, sondern sie selbst.

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