Dienstag, 10. Mai 2016

Die Geschichte einer Schulrückstellung


Ich schreibe dies wo es noch frisch ist, wo ich mich am liebsten in die Ecke setzen möchte und heulen.
Heute war die Schuleingangsuntersuchung bei der Schulärztin für die zurückgestellten Kinder.
Heute ist der 9.6.2015.



Seit September 2014 ist dieses leidige Thema Schule ein Projekt das wir nicht abschließen können.
Wir hängen total in der Luft, wissen nicht was am 7.9.2015 passiert.



Wird Jolina ein weiteres Jahr zurück gestellt?
Wird Jolina zur Schule müssen, wird sie sogar in eine Förderschule müssen?

Keine 3 Monate mehr und wir wissen NICHTS!

Ja, die Mühlen der Gesetzgeber sind an Langsamkeit kaum zu übertreffen und natürlich eins nach dem anderen und alles braucht Zeit.
Ja! Ich weiß! Aber verdammt nochmal, wie kann man uns so hängen lassen?

Als hätten wir nicht schon genug an der Backe.
Und natürlich sind es nicht nur wir, die da stehen ohne etwas in Händen zu haben.
Wir haben ja versucht alle Eventualitäten abzudecken.
Jolina ist seit September 2014 an der Schwerpunktschule unserer Wahl angemeldet, dass sie schon mal den Platz sicher hat, doch selbst wenn jetzt entschieden wird ob sie tatsächlich in die Schule muss, wissen wir nicht ob sie dort hin darf, ob dann eine I-Kraft für sie da ist.
Die Schule wartet auf unsere Absage ob sie ein anderes Kind dafür annehmen darf und die Eltern dieses Kindes warten auch.

Jolina hat das Vorschulprogramm nicht mitgemacht, der Kindergarten wartet ob sie den Platz ein weiteres Jahr mit Jolina besetzen oder ob sie ein neues I-Kind aufnehmen können und auch die Eltern dieses Kindes warten.

Das PEp wartet, ob Jolina ein weiteres Jahr in der Vormittagsgruppe sein wird.

Die Fördermittel für Kindergarten und PEp müssen auf beantragt werden. (Haben wir dann auf gut Glück einfach gemacht)

Wir haben natürlich noch keinen Ranzen gekauft, keine Schultüte, keinen Urlaub für die Einschulung beantragt oder sonstige Dinge die mit Schule zusammenhängen auch nur irgendwie organisiert.

Unsere Logopädin hat den nächsten Therapieblock für nach den Ferien vorgesehen, doch sollte die Einschulung doch anstehen versuchen wir noch schnell etwas an der Sprache zu machen und versuchen vorher noch Termine unter zu bekommen, doch jetzt 3 Monate vorher mit Urlaubs und Ferienzeiten, was sollen wir denn da noch schaffen?


Ich sollte vielleicht mal schreiben was wir wollen, oder besser was wir uns für Jolina wünschen.

Wir möchten zum einen, dass sie noch ein Jahr zurückgestellt wird.
Sie ist einfach noch nicht so weit.
Sie ist im März geboren, sie wäre eine der Jüngsten, ihre Entwicklung ist eh sehr, sehr langsam.
Sie trägt noch Windeln und wir sind am Toilettentraining dran, aber es fehlt einfach noch das letzte Mosaiksteinchen, damit es auch klappt. dies wird im nächsten Jahr kommen, ich bin mir sicher, aber das Jahr ist wichtig. (Edit 10.5.16 wir sind immer noch dran ;-) )

Jolinas Sprache braucht auch noch etwas, sie macht sehr gute Fortschritte, aber für die Schule ist das im Moment nicht genug, aber auch dort sind wir auf einem guten Weg.

Wir möchten Jolina in eine Schwerpunktschule geben, dies ist in Rheinland Pfalz eine Schule die integrativ arbeitet an der Sonderpädagogen vorhanden sind und die, die Bereitschaft haben Kinder mit Behinderung zu beschulen.

All diese Dinge wollte ich heute der Schulärztin genau so sagen damit sie die Empfehlung einer Rückstellung und integrativen Beschulung in 2016 ausspricht.

Doch dann ist Jolina passiert.

Sie hat so gebockt und das Gespräch boykottiert, dass ich keinen Satz zu Ende sprechen konnte, keinen klaren Gedanken fassen konnte. Mir tut jeder Knochen und mein Kreuz so sehr weh, weil ich nicht schaffte sie auf dem Schoss oder an einer Stelle zu halten. Ständig öffnete sie die Tür und wollte weg laufen, hatte die Finger in den Ablagekörben der Ärztin, oder an Infomaterial.
Die Untersuchung oder das Wiegen und Messen verweigerte sie total, kurz es war die Hölle.

Wenn mir im Moment jemand sagen würde: "Es sind ja solche Sonnenscheine" oder "Mein Kind mit Down Syndrom ist das Beste das mir je passiert ist!" würde ich wohl austicken und meine Faust vorschnellen lassen.

Nein!
Gerade habe ich das Gefühl, dass dieses Scheiß Down Syndrom das Schlimmste ist was man uns in Bezug auf Schule antun konnte.
Wäre Jolina so richtig heftig geistig behindert, dann würde ich ja vielleicht gar nicht auf die Idee kommen, dass sie es an einer normalen Schule schaffen könnte. Ich wäre vielleicht dankbar für einen beschützen Raum. Doch so?
Ich weiß doch selbst nicht was das Beste ist und bin mir so unsicher ob ich die richtige Entscheidung für mein Kind treffe und ständig kommen Leute, die mein Kind nicht kennen, die nur eine Momentaufnahme sehen und bilden sich ein Urteil über Jolina.
Ich habe ein Gutachten in dem steht, dass Jolina eine leichte bis mittelschwere Intelligenzminderung hat (geistige Behinderung) - ich will so etwas nicht lesen, denn ich weiß, dass dies nur mit Mitteln gemessen ist, die sich auf eine ganz schmale Schiene beziehen.
Ist ein Mensch geistig behindert, der etwas länger braucht? Nein, ich kenne mein Kind und ja, sie ist ganz sicher lernbehindert, aber sie ist zu enormen Transferleistung geistiger Natur fähig, nur kann man das mit den üblichen Intelligenztests gar nicht messen, da die abstrakt sind und wenn ein Mensch nicht abstrahieren kann, dann ist dieser Test nicht das Papier wert auf dem er steht. (Edit 10.5.16: Inzwischen weiß ich, dass gerade Menschen mit Down Syndrom sehr gut abstrahieren können, siehe Post zum Buch von Dr, Zimpel. Aber trotzdem passt dieser Test einfach nicht zum Denkmuster des Down Syndroms)

Diese Schulärztin erzählte mir von einem Erwachsenen mit Down Syndrom der so unglücklich an der Schwerpunktschule war, weil er merkte, dass er immer einfachere Aufgaben bekam und er merkte, dass er einfach nicht so leistungsfähig war. Sie fand das sei ein Argument gegen die Schwerpunktschulen, denn die Kinder würden merken sie wären nicht so leistungsfähig wie die anderen.

Was ist denn die Konsequenz? Dass wir Menschen mit Behinderung um ihretwillen gar nicht am normalen Leben in der Leistungsgesellschaft teilhaben lassen, damit sie sich nicht minderwertig fühlen? Sollen wir sie am besten wegsperren in Werkstätten und Wohnheime mit "Ihresgleichen" damit sie sich supertoll und "normal" fühlen und nicht merken, dass sie dann doch manches nicht so können wie der Durchschnitt?

Egal wo ich hinkomme rät man mir Jolina doch in die Förderschule zu geben. Ich bekam auch schon den Rat sie in die Schule für Körperbehinderte zu geben, dort wäre sie dann ja inklusiv. (Edit 10.5.16: Diese Schule ist nach wie vor unsere Schule der 2. Wahl, wenn es in der Schwerpunktschule gar nicht funktioniert. Auf Grund Jolinas Probleme mit dem Bewegungsapparat sollte es auch kein Problem sein, dort angenommen zu werden. Ja, wir haben ja mehr als eine Baustelle)

Ich will diesen Schritt aber noch nicht machen. Ich wäre die Letzte, die wenn sie merkt, dass der Inklusive Weg falsch war nicht bereit wäre einen Gang runterzuschalten, doch der Weg nach oben ist doch fast unmöglich, wenn es auf der Förderschule dann doch nicht unser Ding ist.

Ich würde mir den Rest meines Lebens Vorwürfe machen nicht den inklusiven Weg gegangen zu sein, ihr diese Möglichkeit verwehrt hätte.

Mir standen fast schon Tränen in den Augen als die Schulärztin mir sagte sie würde die Beschulung befürworten und zwar in der Förderschule, erst als ich verzweifelt zum Ausdruck brachte, dass für uns die Welt untergehen würde, wenn Jolina dieses Jahr schon eingeschult würde, schwenkte sie um und meinte, dann würde sie das Gutachten so schreiben, dass die Welt sich weiterdreht. Doch es hörte sich nicht wirklich aufmunternd für mich an. Sie meinte noch, dann müsse sie Dinge ins Gutachten schreiben die wenig schmeichelhaft für mein Kind seien. (???Häh???) Ich möchte nicht, dass man meinem Kind schmeichelt, ich möchte Fakten und die sind eben manchmal auch durch die Blume nicht wirklich schön zu lesen. Es ist keine Überraschung für mich, dass mein Kind anders tickt als andere, das hat sie in diesem Gespräch zur Genüge unter Beweis gestellt, also warum sollte man etwas schmeichelhaftes schreiben?

Bisher sagte man uns der Elternwille stände an erster Stelle und nun sieht dies alles nicht mehr so aus.
Es kann doch nicht sein, dass Kinder ohne Behinderung zurückgestellt werden und ein Kind mit Behinderung nicht, weil man nur die Behinderung sieht und nicht das was auch zur Schule dazu gehört und zwar diese "Schulreife" um die es doch eigentlich geht und nicht das kognitive.

Jolina ist entwicklungsverzögert und sie hat diese Schulreife noch nicht, sie ist nicht wie ein 6 jähriges Mädchen, eher wie eine 4 jährige und hier spreche ich nicht von ihren Lernfähigkeiten sondern vom Verhalten, würde man ein geistig normal entwickeltes 4 jähriges Mädchen zur Schule schicken? Nein!
Und Jolina braucht einfach mehr Zeit, für alles, sie lernt gerade die Treppe im Wechselschritt hoch zu gehen, mit 6!!! Spät, aber sie lernt es gerade. Wen stört es denn, wenn man ihr einfach noch ein Jahr mehr Kindheit gibt die sie braucht, braucht um das zu lernen was andere schon können.
Jolina lernte mit 2 Jahren erst laufen, dieses Jahr fehlt ihr doch auch um die entsprechenden Erfahrungen zu machen, warum denkt man, wir Eltern von behinderten Kindern verlangen unmögliche Dinge, wir wollen doch nur das was andere Kinder auch bekommen und das ist in diesem Fall ein Jahr Rückstellung wenn die Schulreife noch nicht gegeben ist.

Natürlich ist Jolina im Moment noch wirklich kein Kind, dass man in einem wenig beschützen Raum beschulen kann, sie kann ja nicht mal ihre Bedürfnisse äußern aber in einem Jahr ist immer noch Zeit darüber zu entscheiden.
Die Gesellschaft hat weder einen Vor- noch einen Nachteil davon wenn Jolina noch ein weiteres Jahr im Kindergarten ist und ich frage mich gerade wie lange es dann jetzt noch dauert bis der Bescheid kommt und wie viel Zeit uns überhaupt bleibt dagegen Widerspruch einzulegen und unser Kind ist dann der Spielball dazwischen ohne Rücksicht auf das Kind oder die Nerven der Eltern, die sowieso schon oft über alle Maßen beansprucht werden.



Edit 10.5.2016:

Heute kann ich die Geschichte der Schulrückstellung zu Ende erzählen.
Wir haben bis heute kein offizielles Schreiben bekommen, dass Jolina zurück gestellt ist. Was wir uns kopiert haben ist ein Formular, vom Direktor unserer Dorfschule an die Verbandsgemeinde, das wir unterschreiben mussten. (Kurz vor Ferienbeginn)

Ich weiß nicht ob es in Rheinland Pfalz zur Schulrückstellung kein Schreiben gibt, oder ob man uns einfach vergessen hat. Ich hätte aber gerne ein offizielles Schriftstück in Händen gehabt und wenn es nur zu meiner Beruhigung der angespannten Nerven gewesen wäre.

Ich machte immer meine Witze, dass wohl die Polizei am 2. Schultag bei uns vor der Tür stehen würde um Jolina ab zu holen, weil wir sie nicht zur Schule schicken. Aber im Hinterkopf war mir nicht zum Lachen. was wäre, wenn das gar kein Witz ist?

Endgültige Sicherheit, dass in den Akten der großen Mühle alles richtig gelaufen ist, auch wenn man uns dabei irgendwie vergessen hat, war als im Laufe des ersten Halbjahres des Schuljahres 2015/2016 der Direktor unserer Dorfschule, mit dem wir einen guten Kontakt haben uns mitteilte, dass Jolina auf der Liste steht, auf der die Schulkinder für das Jahr 2016/2017 aufgeführt sind. Demnach ist sie also nicht irgendwo im Getriebe hängen geblieben.

Diesen Post wollte ich veröffentlichen, wenn die Rückstellung in trockenen Tüchern ist (war ja dann nicht wirklich der Fall), oder dann alternativ, wenn die nächste Schuluntersuchung durch ist.

Wir hatten nämlich wieder eine Begegnung mit der gleichen Ärztin (doch das ist schon eine neue Geschichte, auf unserem langen Weg zu Jolinas Einschulung)
Der 9.6. ist auch dieses Jahr wieder ein wichtiges Datum, an diesem Tag erfahren wir endlich mehr über die Beantragung der Schulbegleitung von Jolina.

Wenn wir eins gelernt haben ist, dass man zur Einschulung eines Kindes mit Behinderung einen verdammt langen Atem braucht und ich habe Material für viele Blogposts.
Ich befürchte, dass dann der eigentlich wirklich steinige Weg aber erst los geht, wenn Jolina in der Schule ist, warum sollte einfach Alles mal in ruhigen Bahnen laufen?




Kommentare:

  1. Das kommt mir so sehr bekannt vor. Wir könnten hier auch ein Buch über Sophias (Treacher-Collins-Syndrom und schwerhörig)Einschulung bzw Nicht-Einschulung schreiben. Schon heftig wie sehr man Eltern hängen lässt und das hat sich offensichtlich kein bisschen gebessert in den letzten 8 Jahren. Nicht bei euch und nicht hier bei uns in Hessen. Wir bekamen damals genau 6 Tage vor Schulbeginn den Anruf der Direktorin unserer Regelgrundschule, dass unsere Tochter auf ihrer Schule eingeschult wird, einen Tag später hatten wir Elternabend mit dem zukünftigen Klassenlehrer der auch total perplex war als plötzlich ein Kind mehr auf seiner Klassenliste stand und Dienstags war dann die Einschulung. Zum Glück hatten wir auf gut Glück eine Schultüte gebastelt und den Schulranzen hatte sie dank einem Jahr Vorschule in einer Sprachheilschule schon. Ich freu mich schon riesig drauf wenn der kleine Bruder mit DS eingeschult wird/werden soll. Noch haben wir Zeit und Linus ist ein Kann-Kind, das verschafft uns glücklicherweise schon mal ein Jahr mehr Kindergarten ohne großen Aufwand. Aber eine PB-Schule kommt für uns auch erstmal nicht in Frage. Da halten wir es wie ihr. Oben anfangen ist einfacher. Wechseln nach unten kann man immer noch. Umgekehrt ist das nahezu unmöglich. Ich drück euch die Daumen, dass alles gut wird und Jolina eine "ruhige" Grundschulzeit hat.

    LG Katja

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  2. Ohhhh man...was soll man da noch sagen...ich hab das Gefühl jede einzelne Familie fängt bei Null an, es gibt keine einheitlichen Regelungen in Deitschland, sogar einzelne Landkreise haben unterschiedliche Prozedere.Ich dachte ja eigentlich wenn wir Agnes endlich im Regelkindergarten haben können wir mal Durchschnaufen, aber selbst jetzt, sie ist ja noch nicht mal 5, werden wir gefragt in welche Schule wir sie schicken wollen und ich meine da so einen Unterton rauszuhören dass wir jetzt aber Bitteschön den normalen Weg für Behinderte gehen sollen :-(. Ich wünsche dir bzw euch ganz starke Nerven, Gelassenheit und Jolina einen guten Start, auch wenns noch etwas dauert..

    Liebe Grüße, Astrid

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  3. Ich wünsche Dir diesen langen, langen Atem. Wir haben Kinder ohne Extra und haben auch ganz spezielle Erfahrungen mit einer Schulärztin gemacht. Ich stelle mir das ganze bei Euch um ein Vielfaches schlimmer vor.
    Ich kann auch wirklich nicht verstehen, warum Joluna nicht problemlos 1 Jahr zurück gestellt wurde wie jedes andere Kind auch, da fehlen mir die Worte!
    Ich wünsche Euch, dass Ihr nun schnell eine I-Kraft findet und weniger Steine in Eurem Weg liegen als Ihr jetzt vermutet!

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  4. Ich kann dich soo gut nachvollziehen!
    Vieles in deinem Blog kann ich, indem ich nur Jolina auf Marie ändere , zu 100 % so unterschreiben, 1:1 genauso passiert..

    Wir haben Marie beschulen lassen, es blieb uns keine Wahl! Die ortsansässige Schule wollte sie nicht, die Schulen Drumherum kamen nicht in die engere Wahl, meine Wahlschule lag nicht in unserem Bezirk und nun ist Marie .. glücklich .. in der ortsansässigen Förderschule mit einem hohem Personalschlüssel, den Regelschulen nicht geben könnten, falls die Einzelfallhilfe erkrankt wäre, hätte Marie gar nicht am Schulunterricht teilnehmen dürfen( 30 Kids pro Klasse 1 Lehrer) , somit blutete unser Herz.. Im Nachhinein : Marie besucht die Vorstufe der Förderschule -ist angekommen, hat vieles gelernt in Grundbegrifflichkeiten, sie hat Spaß an der Schule und mag ihre Lehrerinnen und Mitschüler.. und fährt noch lieber BUS .. ( auch eine mit angstbesetzte Zone ) .. Ich bin froh , dass das Leben uns gezwungen hat, diesen Weg bestreiten zu müssen.. Vertraut eurem Herzen .. alles wird gut ! Wägt ab, ob euer EGO sich durchsetzten möchte, oder was das wirklich im Moment Beste für Jolina wäre.. Deutschland ist noch so lange von Inklusion entfernt .. Wenn wir "ein Inklusionsvolk" wären, wäre meine / unsere Entscheidung anders gefallen.. Zum Wohl Marie , die in der normalen Schule ihrer größeren Schwester untergegangen wäre.. als Schutz für beide Kinder .. können wir sagen, das aus der jetzigen Erfahrung alles gut ist.... Dicken Drücker

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  5. Was ich überhaupt nicht verstehen kann: Warum müssen Kinder regelrecht zur Schule "geprügelt" werden? Wieso werden die Eltern, die ja eindeutig kompetent sind, ihr Kind einzuschätzen, überhaupt nicht gehört?
    Du hast Recht: Wem bringt es etwas, wenn das Kind unbedingt zur Schule muss? Und wieviel Sorgen haben die Eltern, wie unglücklich können die Kinder werden, wenn sie zu früh in die Schule müssen? Da läuft eindeutig etwas falsch!!! Und zwar egal, ob behindert oder nicht.
    Eigentlich sollte es doch um das Kind und sein Wohlergehen gehen. Aber das scheint egal zu sein.

    Euch alles Gute und viel Spaß in der Schule - denn eigentlich ist Schule toll!
    Theresa

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  6. Ich fühl so sehr mit Dir mit. Uns ging es auch so mit Robert.
    Es ist alles gesagt, und ich ich bin entsetzt, dass sich nicht, aber auch gar nichts ändert. Robert wurde vor 8 Jahren eingeschult, mit langer Vorgeschichte .... mit ähnlichen Wut und Tränen bei mir wie es auch Dir ergeht. Zum Schreien das alles!
    Ich wünsch Dir und Euch ganz viel Kraft.
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  7. bei uns wäre Rückstellung garnicht möglich gewesen, also theoretisch schon und hatte ich auch kurz angedacht, Aber das hätte bedeutet, das die Nudel nicht im Kindergarten geblieben wäre, sondern einen Vorschulplatz in der L Schule bekommen hätte (alle zurück gestellten Kinder müssen dahin, nicht nur die mit Behinderung), diese Schule aber lehnt die Nudel ab weil mit DS hat man automatisch einen GB Stempel grrrrrr
    somit wäre sie für 1 Jahr zu Hause gewesen, völlig sinnfrei das
    und da die hiesige Grundschule zwar eine Inklusionsklasse hat aber Kinder mit DS nicht möchte, geht sie nun auf eine für uns Traumschule, zwar teuer aber absolut ihr Geld wert

    Alles Gute Euch
    Beatrice

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    1. Das mit der Vorschule ist bei uns eigentlich auch so, macht bei uns für den ganzen Kreis ein Kiga - blöd, denn bei louisa gab es 2 Kinder die dann erst aus ihrem Umfeld gerissen wurden und dann wieder zurück in die Dorfschule kamen aber null Kontakt zu den neuen kindern aufbauen konnten, weil sie ja vorher mit ihrer eigentlichen Schulklasse eine extra gruppe bildeten. Das kann man als Eltern aber umgehen und für den Verbleib im kindergarten kämpfen und gewinnen.
      Bei uns fragte keiner und es hieß immer nur "Ja, sie ist ja im I-Kiga" nur, dass sie dort jetzt gar kein Vorschulprogramm hat, weil wir an dem Tag eben nicht da sind und unsere "private" Vorschule im PEp durchziehen. Gut, dass es mit der Wunschschule geklappt hat. Uns hat das Jahr wirklich was gebracht, gerade jetzt zieht jolina nochmal so richtig an in der Entwicklung

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  8. Wie sieht es denn überhaupt "offiziell" aus; gibt es eine "handfeste" Regelung, dass ein Kind windelfrei seien muss, um in eine Regelschule zu gehen, bzw. wird es gar nicht erst thematisiert, oder ist das "grundsätzlich" auch das Aufgabengebiet der I-Kraft??? Ich glaube dieses Thema wäre in meinen Augen das schwierigste.....allein, weil Kinder grausam seien können, und selbstverständlich auch ein sich langsam entwickelndes Kind genauso empfindlich ist.....wenn das "sauber sein" quasi schon "greifbar" ist, wäre es dann nicht ein "Totschlag-Argument", ein Kind zurückzustellen????

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    1. Ich dachte die Windel wäre ein gutes Argument warum Jolina zurück gestellt werden sollte, war es aber nicht, weil gerade diese Vertretungsschulärztin der Meinung ist behinderte Kinder zu anderen behinderten Kindern auf eine Extra Schule und dann ist swas wie Windelfrei egal. Sie sagte mir damals im Gespräch sogar ich solle doch mal überlegen, dass kinder mit Lähmungen ja niemals ohne Windel könnten und das kein Argument sei.
      Allerdings war diese uninformierte Frau auch der Meinung die Förderlehrerin müsse die Windeln wechseln und weil die so wenig da sei, müsste das die normale Klassenlehrerin machen.
      Hust - soll ich so einer Person die Entscheidung über mein Kind anvertrauen. Hat die noch nie von I-Kräften gehört?
      Persön,liche Assistenz ist das Zauberwort, das Thenma das gerade bei #nichtmeinGesetz so ein Problem ist. Jedem steht persönliche Assistenz zu und das ist nicht nur evtl. jemand der den Rollstuhl schiebt und die Hände ersetzt, oder dem Blinden in der Uni das was an der Tafel steht lesbar macht, sondern auch jemand der einem Kind die Windeln wechselt wenn es eben nicht zur Toilette kann, aus welchen Gründen auch immer.
      Es gibt auch genug Erwachsene, vor allem Frauen, die das auch nicht (mehr) kontrollieren können, spricht man aber nicht drüber und die können das eben selbst.
      Und meine Mutter lag mal neben einem Mädel im KH, das wegen einer Erkrankung mit 18 noch Windeln tragen musste - das war schlimm für sie und ja Menschen sind grausam, nicht nur Kinder. Es ist halt ein Thema über das man nicht spricht, aber es gibt es immer wieder und wenn man mal den Vorstoß wagt, merkt man plötzlich, dass sich andere Mütter outen. In einer Grundschulklasse von 18 Kindern, waren 4 Nachts noch mit Windeln. Aber pssst, spricht keiner drüber, weil es so schocking ist und man wie "behindert" da steht ;-)
      War ne lange Antwort, aber floß gerade so raus, hahaha

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  9. Hm, ich als Förderschullehrerin kann nicht so recht verstehen, warum Ihr Euch so gegen diese Möglichkeit sträubt. Klar, der Vorteil der Inklusion ist das Zusammensein mit anderen, nicht behinderten Kindern. Alle anderen Besingunfen finde ich an der Förderschule um Längen besser. Da ist es egal, ob man noch Windeln braucht oder nicht. Wer nicht Treppen steigen kann, mit dem wird es gemeinsam geübt. Jeder ist so wie er ist und darf es auch sein, keiner schaut komisch, weil man andere Aufgaben oder Hilfen bekommt, weil jeder individuell behandelt wird und das bekommt was er braucht. Eigentlich müsste jedes Kind so beschult werden wie bei uns. Aber so lange das nicht so ist empfinde ich die Förderschule als die bessere, oder zumindest auf keinen Fall als die schlechtere Wahl.

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    1. Warum wir Jolina nicht auf die Förderschule geben, das werde ich in einem späteren Post über unsere Schulwahl berichten, aber es ist wohl überlegt und gäbe es in RhlPfalz die Schwerpunktschulen nicht, wäre ich evtl. sehr verunsichert. Die Entscheidung ist auf jeden Fall die gleiche wie bei der Entscheidung gegen den Förderkindergarten und die war sooo richtig.
      Vielleicht versteht man unsere Entscheidung eher, wenn ich wirklich lang und breit darüber geschrieben habe.

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  10. Zum Thema Windel ich habe eine Zeitlang Praktikum gemacht in einer Förderschule wo auch einige Kinder waren mit Down-Syndrom und diese haben auch noch Windeln getragen. Ich habe mal gefragt ob das anders wird mir hat eine Betreuerin gesagt das es mit der Pubertät bei denn meisten aufhört einfach aus dem Grund weil sie sich schämen. Das ihr Jolina in keine Förderschule geben wollte finde ich genau richtig und auch die bessere Entscheidung.

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♥♥♥ Kommentare sind wie ein guter Nachtisch, sie machen die Sache erst perfekt. Danke dafür ♥♥♥