Sonntag, 29. Mai 2016

Jolina fährt (endlich) Fahrrad, mit Video

An dieser Stelle erwartet Ihr ja sicher das Sonntagskino.
Keine Angst, auch heute gibt es ein kleines Video, doch zusätzlich auch viele Bilder und ein paar Worte zu dem Ganzen, denn heute ist das Sonntagsvideo ein neues "Jolina-Video"



Ich bin ja ein absoluter Stützrädergegner. Als mein Mann, gegen meinen ausdrücklichen Wunsch, aber auf "guten" Rat seines Vaters die Stützräder an Louisas Rad (übrigens das auf den Bildern) schraubte, bekam ich mal wieder einen meiner Anfälle.
Es war ja nicht so, dass ich ihm nicht schon gefühlt 100 Mal erzählt hatte, dass Laufräder so gut fürs Gleichgewicht sind und der Übergang zum Fahrrad dadurch so einfach ist. Die Kinder können schon lenken und Gleichgewicht halten, jetzt kommt nur noch treten und bremsen dazu.
Stützräder verhindern das Erlernen des Gleichgewichts auf dem Rad und so bleiben die Kinder auch mal stehen ohne zu kippen und lernen nicht, dass sie das Rad in Bewegung halten müssen....blablabla.
Damals schraubte er also die Stützräder wieder ab, bevor ich explodiert wäre und Louisa setzte sich aufs Rad, man hielt ein paar Meter fest und schwupps sie konnte es sofort, ohne Üben. (Zum Glück, sonst hätte ich ja nicht Recht gehabt ;-) )


Bei Jolina wollte ich es ganz genau so machen, doch wenn Louisa mit unter 2 schon auf ihrem Laufrad rum sauste, konnte Jolina mit 2 noch nicht laufen und es dauerte lange, bis sie überhaupt die Größe hatte das Rad zu benutzen und dann fehlte es an Mut/Wille das Teil wirklich endlich zu benutzen. Das fing jetzt erst so langsam an, aber immer noch mit Füßen ununterbrochen am Boden, also nix mit Gleichgewicht lernen und so.


Jetzt hat Jolina aber immer noch Krankengymnastik, weil ihre Muskulatur so schwach ist und die soll dringend gestärkt werden um die schwachen Bänder etwas zu unterstützen.
Die Therapeutin meinte Rad fahren wäre sehr gut für sie, wegen der Tretbewegung und ich müsse überlegen was Priorität hätte, Gleichgewicht oder Muskulatur.
Innerlich grummelnd warf ich also meine Pläne über den Haufen und wir holten das kleine Fahrrad, das sicher schon 20 Jahre auf dem Buckel hat, von meinen Schwiegereltern wieder ab und suchten die Stützräder dazu und mein Mann durfte sie anschrauben *seufz*



Wer jetzt denkt Jolina wäre das Kind das sich da begeistert drauf setzt und probiert irrt sich. Dieses Kind haben wir auch, doch das heißt Louisa.
Jolina weigerte sich erst, denn Nein! ist eigentlich die Standardantwort für alles und jeden.
Wir probierten es auf unserer Terrasse, denn das Geschrei und der Affentanz wie wir uns zum Hansel machten, muss ja nicht auch noch auf der Straße statt finden.
Irgendwann saß Jolina auf dem Rad, wusste mit den Füßen aber nicht recht was anzufangen.
Um ihr die Bewegung zu verinnerlichen nahm ich ihre Füße und bewegte sie auf den Pedalen, au mein Rücken, zusätzlich fehlte die dritte Hand zum lenken.




Irgendwann hatte sie das Prinzip verstanden, doch es fehlte die Kraft und der Schwung um über diesen einen Punkt zu kommen, wenn eine Pedale oben und die andere unten ist.
Oft wollte sie rückwärts treten und fing wütend an zu schreien, wenn "es" dann bremste.


Noch letzte Woche machte der Papa einen Versuch auf der Straße, doch so richtig klappte es nicht.


Am Donnerstag (Fronleichnam und bei uns Feiertag) beschloss ich bei schönstem Wetter, während der Papa bei Kollegen zum Grillen war mit den Mädels mal den fast fertigen Deichrückbau zu begutachten, dort läuft nämlich ein schöner ebener und breiter Radweg durch.


Ich parkte das Auto also im angrenzenden Gewerbegebiet und nicht wie viele Fußfaule direkt neben dem Radweg im Überschwemmungsgebiet und kaum hatte ich Jolinas Rad aus dem Kofferraum geholt war sie nicht zu bremsen, setzte sich drauf, obwohl ich "Warte doch!" rief und fuhr los.
Einfach so, als hätte sie das schon immer gekonnt.


Es ist fast immer das Gleiche bei Jolina. Man übt und übt und übt und .... (das mit den vielen Wiederholungen hab ich ja schon oft erklärt), aber nichts, wirklich gar nichts tut sich. Keine winzigen Verbesserungen, nichts was einem schon einen kleinen Erfolg feiern lässt und zum Durchhalten animiert, nein, Üben ohne erkennbaren Erfolg.
Und dann, eines schönen Tages kann das Kind das was geübt wurde als hätte sie es schon seit Monaten so gemacht.
Leider kann man nie abschätzen wie lange die Durststrecke noch dauert, das macht das ganze so zermürbend und unberechenbar.
Das mit dem Fahrrad fahren war jetzt ein schneller Erfolg, aber ich wette das ohne Stützräder fahren wird ein hartes Stück Arbeit und vielleicht klappt es auch nie, denn Jolinas Gleichgewichtsgefühl ist sehr schlecht.


Zusätzlich zu dem Erfolgserlebnis konnten wir auch gleichzeitig noch den neu geschaffenen Polder genießen. Ein bisschen Arbeit ist noch, denn bevor das Ganze fertig war kam schon ein "ungeplantes" Hochwasser und der Nahedeich war schon weg. Da stand die Baustelle erst mal unter Wasser.


Gewichen sind ein Hühnerhof und Pferdeunterstände und Felder, geblieben ist dieser wunderschöne alte Baum, der Radweg und ein kleines Stück vom alten Deich.
Den flitze Jolina dann mal hoch und war eigentlich auch schon recht müde vom strampeln.
Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass sie so weit kommt.


Das folgende Bild mag ich besonders und wenn ihr genau schaut seht ihr im rechten Bilddrittel die brave Nahe, doch das täuscht, denn nicht umsonst kann man den ursprünglich keltischen Namen mit "wilder Fluß" übersetzen.
Dieses Überschwemmungsgebiet soll die Orte am Rhein schützen, denn das ist nicht wenig was dieser kleine Fluss bei Hochwasser zum Rheinpegel beiträgt. Hat übrigens, bitte festhalten 13,5 Mio Euro gekostet, doch natürlich steht diese Zahl gegen die Kosten der Schäden die ein Hochwaser am Rhein verursacht.


Zurück wollte sie dann nicht und musste mit Eis gelockt werden, das ich dann aber ständig androhte zu entziehen, wenn sie bockig wurde, klar sie war müde, kann ich verstehen, doch diese Wutanfälle gehen einfach nicht, vor allem bin ich ihr körperlich nicht mehr gewachsen, ich kann sie vielleicht 20 Meter weit tragen, mehr geht nicht mehr.




Louisa bereute an dem Punkt mit den Inlinern hinterher gelaufen zu sein, doch sie schaffte dann den Weg zurück zum Teerweg.





Das Wetter war so, ach, einfach so zum ins Gras legen, in den Himmel schauen und denken "Das Leben ist schön", leider ist das mit Jolina im Schlepptau nicht möglich, der Blick sollte besser immer und ständig am Kind sein, denn all zu schnell kommt sie auf Ideen ohne Gefahren einschätzen zu können, so wie einen Fluß, oder Autos auf dem Radweg, oder E-Bikes.




Eine kurze Pause bevor es wieder aufs Rad ging und dann musste ich Jolina extrem mit Eis überreden die Strecke auch wieder zurück zu fahren.


Dahinten die Berge sind schon das andere Rheinufer und man sieht auch die Germania
ziemlich in der Bildmitte


Es war schwierig Jolina am rechten Rand des Radweges zu halten, sieht auf den Bildern auch aus als wäre das doch kein Thema. War es aber doch, denn durch den Feiertag und das schöne Wetter war der Weg, der ein Teil des Nahe-Rad-Weges ist, stark besucht und von beiden Richtungen kamen viele Radler und davon manche sehr schnell, weil sie eben sportlich sind und andere auf ihren E-Bikes.

Und da geht mir ja echt der Hut hoch.
Leute, es ist sau gefährlich geworden durch diese Dinger.
Da kaufen sich Leute, die ihr Lebtag zu unsportlich oder zu faul waren sich aufs Rad zu setzen ein E-Bike und brausen dann mit einem Affenzahn, auch noch nebeneinander und ohne Helm, über die Straßen. Sie sind, das konnte ich beobachten, nicht in der Lage aus zu weichen, weil sie gar nicht gewöhnt sind zu radeln und klingeln können sie auch nicht und leider hört man sie auch nicht, früher hörte man solche Leute ja vielleicht durch asthmatisches Röcheln, doch heute sind sie plötzlich hinter dir und streifen dich auch schon mal.
Ich sage ja nichts sich am Berg unterstützen zu lassen, aber hier dieser Weg ist bretteben, da braucht man keinen Motor.


So war es eine große Herausforderung Jolina immer von der Mitte zu verdrängen, auch wenn mal wieder ein blöder Autofahrer unbedingt diesen Radweg benutzen musste um dann an der Nahe mit dem Hund Gassi zu gehen.
Ich hasse dieses "nicht an Regeln halten", das sich immer mehr verbreitet. Die Leute denken immer "Ist ja nicht schlimm"
"Ist ja nicht schlimm, wenn ich mal schnell über den Radweg fahre" - Schlimm ist aber gewesen, dass das in der Stunde 10 Leute dachten
"Ist ja nicht schlimm, mal eine Brötchentüte auf die Straße zu werfen." - Schlimm ist aber, dass das viele machen und es am Wegesrand aussieht wie auf einer Müllhalde. Pfui, schämt Euch
"Ist ja nicht schlimm, mal schnell auf dem Behindertenparkplatz zu stehen, ist doch immer leer." - Doch ist schlimm, denn die Mutter eines Jungen mit Down Syndrom, der noch schwerer ist als jolina, aber genau so alt braucht diesen Platz und ständig ist er zu geparkt von "Ist doch nicht schlimm-Menschen"
Musste ich jetzt mal sagen und ich hoffe es ist nicht schlimm ;-), dass ich mal kurz vom Thema abgewichen bin.


Am Ende war Jolina aber total kaputt und wollte laufen, also half Louisa aus und schob das Rad gebückt, mit den Inlinern an den Füßen vor sich her.

Ganz zum Schluß gab es dann doch noch ein kleines Unglück, denn über die Deichkuppe brause ein "ist nicht schlimm-Auto" und Louisa wollte ganz an den Rand und fiel mit dem Rad hin. Jolina merkte, dass Louisa sich weh getan hatte und rannte los um zu ihr zu kommen, das Auto verminderte die Geschwindigkeit nicht, dachte, die kann ja auf die Seite, sieht mich doch. Ich schrie "Stopp" und rannte mit Zwischenzehenbirkis (tolle Laufschuhe) hinter Jolina her, die auf Stopp schreien, inzwischen leicht panisch und schrill, nicht reagierte. Irgendwann erreichte ich sie und zog sie an den Rand, das Auto, bzw die Fahrerin glotze blöd aus dem Seitenfenster und hatte die Geschwindigkeit immer noch nicht reduziert. "Waren wohl nur "ist ja nicht schlimme 30 km/h)
Mein Kind wäre aber in das Auto gerannt, ohne es nur zu registrieren, denn das was sie als einziges sah war ihre Schwester die mit blutenden Knien und Händen auf der Straße lag.
Jolina kann wie viele Menschen mit Down Syndrom nicht viele Reize gleichzeitig verarbeiten, somit wird das Auto ausgeblendet und es ist einfach total gefährlich.
Liebe Autofahrerin, die du das jetzt eh nicht lesen wirst, wenn man schon unerlaubt auf einem Radweg fährt, dann hält man in so einer Situation an. 1. weil das Kind offensichtlich nicht reagiert und 2. weil das andere Kind sich auch offensichtlich verletzt hat.
Du blöde Sumpfkuh!

Den Rest des Weges legte ich mit schniefender Jolina an der Hand und Fahrad mit der anderen Hand hinter mir her ziehend zurück. Ist aber nicht schlimm, denn das zähle ich als zusätzliches Workout.

Zu Hause sollte Jolina dann wirklich kein Eis bekommen, weil sie nicht gehört hat, doch während sie fassungslos ihr Eis einforderte, während Louisa ihr Kaktuseis schleckte, konnte ich dann doch nicht so hart sein, denn sie hatte ihre Sache ja wirklich ganz toll gemacht auf dem Rad.
Allerdings gab es nur ein kleines Minieis und ich erklärte ihr auch wieso.

Davon könnt Ihr Euch jetzt endlich auch in bewegten Bildern überzeugen.
Warum Jolina immer "Tooor" ruft wenn sie an mir vorbei fährt weiß ich nicht und das "Du nicht" am Ende bezieht sich darauf, dass sie Eis bekommt, aber Louisa nicht. Jedenfalls wenn es nach ihr ginge.


Samstag, 28. Mai 2016

Rezension Hörbuch: Der Sommer als wir den Esel zähmten

Vorneweg, ich bin immer noch kein Hörbuchfan, ich lese lieber als, dass ich mir vorlesen lasse, somit bin ich extrem vorbelastet, trotzdem wage ich immer wieder Neuversuche.

Ich hörte: "Der Sommer als wir den Esel zähmten" von Annette Roeder, gelesen von Stefan Wilkening, Erschienen am 27.7.2015 bei der Hörverlag



"Karriereeltern, drei Superkinder, ein randvolles Freizeitprogramm: Familie Hummel ist very busy, aber bestens organisiert. Probleme gibt es nicht. Oder doch? Als Flöhchen, die Jüngste, in einem schlimmen Wutanfall dem Bademeister beinahe die Nase abbeißt, ist der Fall klar: Bei den Hummels muss sich etwas ändern! Alle Urlaubspläne werden kurzerhand über den Haufen geworfen: zugunsten einer gemeinsamen Wanderwoche. Und zwar mit einem Esel! Und der stellt das Leben der Hummels gründlich auf den Kopf ... Sodass sich am Ende die Frage stellt: Wer hat hier eigentlich wen gezähmt?"

Schon im ersten Kapitel denkt man: "Ja, solche Eltern und die dazu gehörigen Kinder kenne ich auch!" wenn nicht im realen Leben, dann aus facebook, oder aus einem Blog, oder aus Erzählungen von Freunden.
Diese Menschen brauchen dringend einen Lehrgang in "das ist wichtig im Leben" und im Buch bekommen sie den, Lehrmeister ist in dem Fall ein Esel und natürlich hat die Geschichte ein Happy End, logisch.
Es ist wunderbar, wenn die durchdachten Pläne wirklich komisch scheitern, nur weil ein Esel eben nicht nach Terminkalender funktioniert und manchmal muss man eben auch genau hinsehen. In der Wanderung mit Esel lernt sich die Familie endlich mal richtig kennen und verstehen, natürlich nicht ohne viele lustige Situationen und aha-Effekte.
Im Prinzip bräuchten ganz viele Menschen, auch nicht die Karrieretypen mal einen Sommer mit Esel, oder ähnliche Erfahrungen uns persönlich hat ja schon ein Kind gereicht und zum endlichen Runterkommen von zu hohen und falschen Ansprüchen Kind Nr. 2 mit Behinderung.
Mach dem anhören war ich mir sicher "Esel für Alle!!!"

Das Buch und die lustige Schreibweise finde ich also schon mal super, aber es ist eben ein Hörbuch und ich mag die Stimme und Art zu lesen von Stefan Wilkening gar nicht, ist Geschmackssache, aber manchmal fand ich es etwas lächerlich wie er es las und vielleicht hätte mir eine Frauenstimme besser gefallen, die Autorin ist ja auch eine Frau.

Ihr könnt Euch ja selbst ein Urteil bilden, oder doch gleich das Buch kaufen. Empfohlen ab 9 Jahre








Donnerstag, 26. Mai 2016

Elise Sommerkleid (ein Freebook von rosarosa)

Heute haue ich Euch mal wieder einen reinen Näh-Post um dir Ohren, mir fällt nämlich gerade nichts Schlaues ein, was ich Schönes und vor allem passendes dazu schreiben könnte.
Ich bin mal wieder ehrlich, kennt Ihr ja von diesem Blog.

Könnt Ihr Euch noch an Elise erinnern? Im Dezember zeigte Euch Jolina hier diesen Mädchentraum mit zweilagigem Rock.

Jetzt gibt es zum einen eine Freebook-Erweiterung in 2 Varianten und zusätzlich gibt es zur Zeit Elise auch noch günstiger.

War mir das Kleid in der Originalversion zu "Kleinmädchen" für Louisa, so ist das Freebook Elise Sommerkleid wie gemacht für meine Große, aber seht einfach selbst.



Mit dem langen Kleid sieht sie so mega erwachsen aus, puhhh.
Aber keine Angst, es gibt die Erweiterung auch in Knielang, die wollte ich eigentlich für Jolina nähen, doch eigentlich ist ihr Schrank gerade zum platzen voll und noch eigentlicher war das Wetter so schön und dann so viel anderes zu tun, schon wieder ehrlich gewesen, tztztz.

Wenn Ihr Euch wundert warum ich zwei verschiedene Wasserzeichen auf den Bildern habe liegt das daran, dass ich an unterschiedlichen Tagen bearbeitet habe und es dann verschusselt habe, zusätzlich mag ich mein JoLou-Zeichen so noch nicht wirklich, da muss ich nochmal basteln.



Mein "Save The Moment by Jolinas Welt" mag ich dagegen sehr, ich denke da werde ich noch ein bisschen dran basteln und für meine Nähbilder anpassen, denn natürlich hätte ich gerne den Labelnamen auf dem Bild.


Jetzt lasse ich aber einfach ein paar Bilder sprechen, oder sollte ich Euch noch schnell erzählen, dass das Kleid wirklich ratz fatz genäht ist? Und anfängertauglich ist es auch, das einzige was ich nicht gerne nähe sind die Bindebänder, da kann ich nicht so grob motorisch drüber rattern.















E-Book: Elise

Freebook: Sommerkleid (Erweiterung)
Stoff: Jersey von swafing
genähte Größe: 146
Model: Louisa
Fotos: ©JoLou













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Dienstag, 24. Mai 2016

Windeln, Wäsche und die unendliche Geschichte "trocken werden"

Ich bin ja mal ehrlich, als Jolina noch so ein ganz kleiner Hüpfer war und ich dann von Eltern mit älteren Kindern mit Down Syndrom hörte, dass deren Kinder noch Windeln tragen war ich mir sicher: "Unsere Tochter ist in dem Alter schon trocken!"

Joahhh, was soll ich sagen?
Das ist ungefähr so, wie die guten Ratschläge die man von kinderlosen Freunden zur Kindererziehung bekommt.
Erst mal hat man die Weisheit mit Löffeln gefressen und in der Theorie ist das alles doch gar kein Problem, aber dann .... kommt eben die blöde Realität ins Spiel.

Insgeheim schäme ich mich ein bisschen über meine Überheblichkeit damals.
Haha, ich bin doch Supermama, auch ohne Umhang und Heldenmaske.

Also letztendlich ist Jolina jetzt 7 Jahre alt und trägt noch Windeln, na ja, meistens, denn wir haben mal wieder mit "Sauberkeitserziehung" begonnen. Ich finde das ist ein schreckliches Wort, aber gut, heißt halt so.


Es ist nicht unser erster Versuch, immer wieder haben wir abgebrochen, weil irgendwas dazwischen kam.
Manchmal denke ich, ich hätte dieses magische Zeitfenster verpasst von dem man immer spricht, doch gibt es das bei Kindern wie Jolina überhaupt?
Ich habe Jolina sobald sie sitzen konnte immer wieder aufs Töpfchen gesetzt, das fand sie auch gar nicht doof und durch loben, okay, ich hab mich immer fast vor Jubel überschlagen, soll man ja, hat sie sehr schnell gelernt die Blase zu entleeren, wenn es gewünscht war.
Das ist schon ganz lange so, Jolina kann einhalten, Jolina kann sogar richtig lange einhalten, was sie aber nicht kann ist sagen, dass sie mal muss.
Vielleicht merkt sie es auch nicht, keine Ahnung. Sie hat ja Probleme mit der eigenen Wahrnehmung, kann auch Schmerzen nicht zuordnen und benennen.

Im Kindergarten warten wir noch, bis es ein bisschen besseres Wetter ist, dann bekommen wir auch von dort wieder Unterstützung.

Wenn man Jolina auffordert, manchmal muss man sie auch zwingen, aufs Klo zu gehen, dann ist alles wunderbar.

Wir hatten auch schon in den unmöglichsten Situationen, dass Louisa mal musste (meist auf langen Autofahrten) und dann sagt Jolina, oft wenn wir wieder losgefahren sind "Wille auch Klo!" aaahhhh, dann müssen wir dann echt sagen "Du hast doch Windeln an, es geht jetzt gerade nicht" echt blöd, ich glaube das kennt jeder.

Es gibt Tage, da klappt es richtig gut und es gibt Tage, wie am Samstag, da nimmt zwar der Windelstapel nicht ab, aber der Wäscheberg zu.
Ständig waren die Hosen nass und dann auch noch das andere Geschäft, was natürlich besonders "Freude" macht.
Sie sagt dann zwar immer "Ohh, Mama/Papa nass!" aber die Einsicht ist noch nicht da.
Wir hoffen einfach, dass wir es diesen Sommer schaffen, denn Windelgröße 6 wird langsam zu klein und danach gibt es so schrecklich großen Dinger, örgs.


am Samstag haben wir mal die alte Hollywoodschaukel zweckentfremdet


Für alle die sich jetzt fragen was das für eine schicke Windel vom ersten Bild ist.
Nein, die bekommen wir nicht von der Krankenkasse*. Die sind von Lillydoo und ich habe die beim Elternbloggertreffen Rhein/Main in meiner Goodiebag gehabt und durfte mir sogar ein Päckchen in Größe 6 zusätzlich mitnehmen. Ich wollte ja austauschen, doch nein, ich sollte sie zusätzlich mitnehmen und deshalb dürft ihr Euch freuen, denn die Windeln in Größe 4 gehen in die große Geburtstagsverlosung am 30.5.



Die Windeln von LILLYDOO sind frei von Stoffen die unsere Haut nicht mag, ohne Tierversuche und vegan, ohne Parfüme, ohne Chlor, ohne Parabene und und und, also eigentlich total öko.
Aber sie sehen gar nicht öko aus, im Gegenteil, sie sind so toll im Design und die Pusteblumen auf Jolinas Windeln sind auch eher tauglich für ein großes Mädchen wie der Tiger der immer von Jolinas Krankenkassenwindel grinst und zwar Vorne und Hinten.
Die Lillydoo Windeln gibt es im Moment in 3 Designs die man wählen kann.
Wir waren beim Jolina-Test sehr zufrieden.
Aber probiert es doch einfach selbst, oder versucht die Windeln Gr. 4 bei mir zu gewinnen.
Ihr könnt ja vorab schon mal den Blog, die facebookseite und Instagram abonnieren, denn dort werdet ihr überall mitmachen können.

Übrigens gibt es nicht nur Windeln, sondern auch Schnittmuster, Bücher, Stoff, Sachen fürs Baby....


*Wir bekommen Windeln von der Krankenkasse bezahlt. Bzw wir bekommen von einem Vertragshaus unserer Krankenkasse Windeln. Hierfür müssen wir pro Quartal ein Rezept vom Kinderarzt einreichen. Anrecht darauf haben Kinder über 3 die eine Pflegestufe haben und es eben ein Grund dafür vorliegt warum sie noch Windeln benötigen. Bei uns die Entwicklungsverzögerung.
Man könnte ja jetzt sagen, na ja es gibt auch "normale" Kinder in dem Alter die noch Windeln tragen, stimmt. Deshalb blocken da auch viele Krankenkassen und wir haben auch nicht gleich so früh beantragt. Jetzt geht die Schere aber richtig auf und wenn wir dann, ich hoffe ja immer noch, die nächste Größe brauchen, kann man dafür richtig Geld auf den Tisch legen. Daher bin ich der Krankenkasse sehr dankbar dafür.
Im Moment bleiben die Windeln eben liegen, juhu und wir verwenden auch noch alte Hochziehwindeln von Louisa, die zahlt die Kasse eben nicht bei uns.

Sonntag, 22. Mai 2016

Sonntagskino: Schönheits OP wegen Down Syndrom?

In meinem ersten Informationswahnsinn nach Jolinas Geburt habe ich unendlich viele Bücher und Broschüren gelesen. Irgendwo stand auch mal etwas, dass Eltern ihre Kinder operativ angleichen lassen, oder, dass sie die Zungen verkleinern lassen.

Ich laß dies, schüttelte innerlich den Kopf und legte es in die Gehirnschublade "Kannste vergessen"

Irgendwann wurde meine Mutter gefragt, ob Jolina schon operiert sei. Sie sagte darauf, dass Jolina keinen Herzfehler hat und keine OP braucht. Da antwortete das Gegenüber, das Jolina übrigens noch nie gesehen hat, nein, es ginge um die Gesichts OP.

Solche Aussagen machen sprachlos.
Klar dieser Mensch (übrigens Arzt) hat ein Bild im Kopf, das muss man erst mal ausradieren.
Wie könnte ich nur auf die Idee kommen meine wunderschöne Tochter einer solchen OP auszusetzen? Warum auch?

Würde ich jetzt in einem anderen Kulturkreis leben in dem der Druck von außen größer wäre, müsste ich jetzt für mich selbst auch Ausreden ausdenken, warum ich mich entschieden habe in Würde zu altern, mit Falten im Gesicht, die mein Leben gezeichnet hat. Einige viele davon gehen auf Jolinas Konto, na und, ich habe mir diese Lebenszeichen mit Mühe erkämpft, warum sollte ich sie tilgen lassen?

Was wir brauchen sind keine neuen Gesichter für Menschen mit Down Syndrom, sondern neue Bilder in den Köpfen der Menschen.

.... und übrigens, ich finde die meisten operierten alten Schachteln sehen schrecklich aus. Jugend kommt von innen und strahlt durch die Haut, da hilft kein bügeln, sondern sich die Jugendlichkeit einfach im Herzen bewahren und sprühen.

Jetzt seht euch aber den Film an und vielleicht schüttelt ihr auch ein bisschen den Kopf wie ich, aber hey, Julio ist schon ziemlich fit und hätte die OP nicht benötigt, aber egal, urteilt bitte selbst:

Samstag, 21. Mai 2016

Lesetipp: "Amandas unsichtbarer Freund" von A.F.Harrold

Da dies ein Familienblog ist, gehören natürlich auch Kinderbücher zu meinen Lesetipps am Samstag.

Heute tauchen wir also ab in die bunte Welt der Fantasie.

Die Fantasie und die Kraft der Gedanken ist meiner Meinung nach eine der größten Gaben die wir Menschen haben. Bei manchen ist sie leider nicht so ausgeprägt, oder ganz weit zurückgedrängt worden. Jede Erfindung war erst ein Gedanke, manchmal unglaublich und doch hat dieser wunderbare Gedanke dazu geführt etwas in der Realität zu schaffen was vorher nur imaginär war.

Das am 9.5.2016  bei Heyne>fliegt erschienene Buch nimmt uns mit in das Reich der Fantasie und einer der Bewohner dieses imaginären Reiches ist Hauptperson in dem Roman

Amandas unsichtbarer Freund



"Als Amanda Rudger in ihrem Kleiderschrank entdeckt, ist ihr sofort klar: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Anders als Amandas Schulfreunde, die nie draußen spielen, um ihre ordentlichen Kleider nicht schmutzig zu machen, weicht Rudger fortan nicht von Amandas Seite. Einen herrlichen Sommer lang bauen sie ein Lager im Garten, jagen die Katze und erleben die wildesten Abenteuer. Rudger ist einfach perfekt – und dass nur Amanda ihn sehen kann, ist erst recht ein Vorteil, findet sie. Bis der geheimnisvolle Mr. Bunting auftaucht: Auch er kann Rugder offenbar sehen – und er führt irgendetwas Schreckliches im Schilde. Rudger hat furchtbare Angst vor ihm. Amanda ahnt, dass sie schnell herausfinden müssen, was Mr. Bunting verbirgt – und dass ihnen nur wenig Zeit dazu bleibt …"

Schon alleine das Cover der gebundenen Ausgabe ist durch und durch gelungen, zeigt es doch worum es geht, bunte erschaffene Welten gegen das Alltagsgrau.

Das Buch ist in kindgerechter Sprache geschrieben, aber auch für Erwachsene wie mich nicht zu simpel gehalten und extrem spannend.
Zur Unterstützung des geschriebenen Wortes kommen noch die Bilder, die immer an passender Stelle im Buch zu finden sind, falls die Fantasie des Lesers mal nicht ausreicht ;-)

Sehr gut hat mir gefallen, dass die Seiten im Moment eines Stromausfalles bei Gewitter schwarz mit weißer Schrift gestaltet sind, dies macht die Situation noch unheimlicher.

Und hier kommen wir schon zu dem Punkt "Unheimlich". Das Buch ist empfohlen für Leser ab 10 Jahre. Louisa ist genau 10 und ich habe im ersten Teil des Buches wirklich daran gezweifelt ob ich es ihr zum lesen gebe, denn auch mein Kind besitzt Fantasie und ich muss sehr darauf achten was sie liest, oder im TV schaut um keine schlaflosen Nächte zu haben.

Die extrem unheimlichen Szenen sind aber nur am Anfang des Buches, dann gibt es sich und ist nur noch spannend.

Wer hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht was mit den imaginären Freunden passiert, wenn man nicht mehr an sie denkt, zB Erwachsen wird, oder vielleicht durch einen Unfall im Koma liegt.
Auf diese Fragen, die wir uns noch nie gestellt haben hat das Buch Antworten.

Wird Rudger den Kampf gegen das "Vergessen werden" gewinnen? Wer ist dieser Mr. Bunting? Spannend bleibt es auf jeden Fall und zwar ohne Durststrecke auf allen 270 Seiten. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Und zu welcher Typ Mensch gehörst Du?
Zu denen die selbst genug Fantasie haben, oder zu denen deren Fantasie nicht ausreicht und sie sich der Fantasie anderer bedienen?

Ich gehöre eindeutig zur 1. Kategorie, wobei ich nie einen imaginären Freund hatte (nein ich habe ihn auch nicht vergessen), ich wollte immer selbst in andere Rollen schlüpfen und träumte mich in mein eigenes Fantasiereich, kann ich übrigens heute mit "hohem" Alter immer noch und vielleicht gibt es auch in dem Buch Erwachsene, die kurz wieder Zugang zu dieser wundervollen Welt erhalten Wer weiß.....




Donnerstag, 19. Mai 2016

Jumpsuits - Auch diesen Sommer ein Mode Must Have für Girls

Wenn man die aktuellen Kollektionen der Modehäuser durch schaut ist er immer noch da

Der Jumpsuit

Nähen kann man den auch schon seit 3 Jahren mit dem genialen Schnittmuster Isabell von Mariele.
Somit erzähle ich Euch eigentlich nichts Neues, nur Louisa brauchte neue Jumpsuits, denn sie ist aus ihren alten raus gewachsen und die sind in Jolinas Schrank gewandert.

Der Schnitt geht bis Größe 140, aber mit ein bisschen mehr Stoff hier und etwas anders da passt er auch dem großen Kind noch, das gerade 146 trägt.


Da hat sich doch glatt die Nachbarskatze mit aufs Bild gemogelt, der "Ildar" ist aber auch zu süß, aber er haart so heftig, dass selbst ich Katzenfreund und so gar nicht Putzteufel rum jammere. "Nein! Du darfst nicht bei uns rein, sonst ist wieder alles vollgehaart!" Und wenn mir das zu viel wird, heißt das was, schließlich hatten wir fast 20 Jahre einen Perserkater. Okay Perser haaren nicht, die fusseln, haha.


Aber jetzt zurück zum Jumpsuit.
Louisa hat mich  gezwungen beauftragt die Hosenbeine ja nicht zu kurz zu nähen.
Komisch, meist haben die Mädchen die es gar nicht nötig hätten die meisten Probleme mit ihrem Körper und andere die vielleicht besser etwas mehr bedecken würden, tragen viel zu knapp.


Natürlich sind die Farben gedeckt und solange schwarz dabei ist, findet Louisa es meist super.
(Allerdings gibt es ja Stimmen die sagen ich würde IMMER bunt nähen.... gar nicht wahr, gerade ich ja eben nicht)


Spring mal! Jump heißt ja springen.
Allerdings bin ich mit dem Hintergrund nicht so glücklich, aber wir wollten/mussten die Bilder schnell im Garten machen.
Blöder Schatten.



Ich denke das Wetter wird bald wieder besser, schließlich ist ja erst Mai und dann kann man auch wieder so ohne Jacke und Schuhe durch den Garten turnen.



Am besten schaut man gar nicht hin, wenn die Mädels auf den Schaukeln rum turnen, vor allem Louisa hat keine Angst und Jolina macht jeden Blödsinn nach, oder versucht es jedenfalls.


Der Jumpsuit wird aus Jersey genäht und ist dadurch schön dehnbar und gemütlich.




Ich habe übrigens auch einen in "bunt" genäht.
Dies war der erste Versuch und da habe ich etwas zu viel vergrößert, das war gar nicht nötig.
Somit wird dieser nicht gleich wieder zu klein und etwas lockerer geht doch auch.






Schnittmuster: Jumpsuit Isabell

(zur Zeit günstiger)
Stoffe: alle Swafing
genähte Größe: 140 + ein bisschen Zugabe
Model: Louisa
Fotos: ©JoLou


bisherige Posts zu Isabell:
Aprill 2013 Model Jolina
Juni 2013 Model Louisa








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