Mittwoch, 11. Januar 2017

Zuckerfrei - Ein Selbstversuch



Ich habe mir letztes Jahr vorgenommen das Jahr 2017 "zuckerfrei" zu beginnen.
Hier möchte ich euch immer wieder berichten wie es mir damit geht, was es bewirkt und ob ich es überhaupt aushalte.


Gründe
Was es bei mir ganz sicher nicht ist, dass es modern ist auf Zucker zu schimpfen.
Bereits im Frühsommer 2016 versuchte ich ein paar (viele) Kilos zu verlieren, dabei habe ich bei meiner Ernährung vor allem auf den Glykämischen Wert geachtet, mit Glyx hatte ich vor vielen Jahren mal sehr gute Erfahrungen gemacht, grob erklärt ist es eine Art Paleo oder auch LowCarb, aber eben wieder ein bisschen anders.
Ich habe seit meinem Beinbruch vor 4,5 Jahren ständig zugenommen, schuld mangelnde Bewegung, da ich nicht mehr so konnte und eben dies Scheißwechseljahre die plötzlich da waren, obwohl ich doch eigentlich noch gar nicht bereit dafür war.
Jedenfalls hat diese Ernährungsumstellung mit Trampolinhüpfen dieses Mal nichts bewirkt außer Frust, weil sich nichts tat.
Und doch hat sich etwas getan, meine Allergien wurden besser, trotz extremer Pollenflugzeit musste ich weniger Medikamente nehmen und meine Haut wurde besser.
Nach wieder hineinrutschen in alte Essgewohnheiten wurde mein Heuschnupfen wieder mehr und so extrem wie meine Neurodermitis diesen Winter war war sie niemals in meinem Leben.
Deshalb der Entschluss: Der Zucker kommt weg und viele Kohlenhydrate gleich mit.
Was dadurch zu meinem großen Kummer auch weg ist, ist mein Kaffee, denn ohne Zucker schmeckt er mir einfach nicht.
Ach ja und natürlich sollen Pfunde purzeln, wenn schon, denn schon. Das bin nicht ich mit diesem Gewicht, ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut und auch das ist ein Grund für Neurodermitis.
Da ich immer einen Fixpunkt brauche stand der 1.1. schon lange als magisches Datum für mich fest und ja, es läuft jetzt am 11. Tag ganz gut.


Auswirkungen
Puh, der Anfang war schlimm. Ich denke ich war übelst auf Entzug und zwar Kaffee und Zucker und Schokolade gleichzeitig.
Mit schlechter Laune hatte ich gerechnet, mit körperlichen Problemen nicht.
An den ersten drei Abenden traft mich jeden Abend wie aus dem Nichts ein Migräneanfall. Keine leichte Steigerung der man noch durch Hinlegen bei kommen könnte. Bumm und da und sofort Totalausfall mit lähmenden Kopfschmerzen, der typischen Nackenverspannung und natürlich dieser Übelkeit.
Ich musste Fernsehabende mit der Tochter von jetzt auf gleich beenden, konnte mich um nichts mehr kümmern, nur noch schnell hinlegen.
Nach 3 Tagen war dieser Spuck vorbei und auch die Gelüste waren damit ziemlich weg.
Da ich mir zusätzlich noch ne kleine Spielerei gegönnt habe, eine App auf dem Handy überwache ich auch noch meine Kalorien, was ich vorher nie gemacht habe, weil ich das Blödsinn fand, egal, aber die Pfunde purzeln tatsächlich und was noch cooler ist, bisher ohne Sport, nur mit Hausarbeit, Schneeschieben bringt da richtig was.

Gewicht: Bisher sind es unglaubliche 4 kg (aber ich weiß, das verlangsamt sich noch)
Allergie: Die tränenden Augen sind ab und zu immer noch da, aber es ist in den Griff zu bekommen, die Nase ist so frei wie ewig nicht mehr.
Neurodermitis: Die Augenlider sind nicht mehr entzündet (juhu, endlich nicht mehr aussehen wie ein Zombie). die Armbeuge ist fast abgeheilt und auch der aufgekratzte Bauch ist fast wieder perfekt geheilt. Im Brustbereich fängt die Heilung gerade an und die ätzende Stelle am Hals hat wohl noch nicht gemerkt, dass gerade Heilung angesagt ist.

Im Moment bin ich total glücklich mit dem Verlauf und vermisse fast nichts.


Was esse ich?
Beim kochen ist es etwas schwierig, manchmal muss die Familie mit, wie am Sonntag, an anderen Tagen lasse ich einfach was weg und gestern habe ich einfach Salat gegessen als die Kids Knödel mit Soße mampften.
Ich habe fest gestellt, dass es mir gut tut am Abend Salat zu essen, da darf auch ruhig Putenbrust oder Ei und Käse drin sein, auch Rührei geht und macht auch satt, dazu gibt es dann Tomaten, Paprika, Oliven, Pilze, aber an Gürkchen wage ich mich nicht ran, denn da ist durch das Einkochen ja Zucker drin.
Mittags esse ich Fleisch und Gemüse, lasse aber Kartoffeln, Nudeln oder Reis einfach weg. Das wird sich noch einpendeln, aber im Moment gibt es das für mich eben nicht, und ich halte es aus.
Total verzichte ich auf Backwaren aller Art.
Ich trinke Wasser (wie immer) stelle mir aber eine Karaffe hin, damit ich mehr Überblick über die Menge habe und werfe dort einfach Ingwerstücke und Limettenscheiben rein.
Gerade habe ich mir Ingwershot gemacht und den ersten getrunken, da ging es allerdings trotz Verdünnung im Wasser nicht den Ingwershot ohne Agavendicksaft zu verfeinern (so ist es auch im Rezept, ich hätte halt das Süße gern weggelassen).
Wenn der Hunger zwischendurch kommt, dann esse ich einen Apfel.


Wo habe ich "gesündigt"?
Also ab und zu packt es mich, Hier steht immer noch eine Schüssel mit kleinen Schokoteilen der Kinder von Weihnachten, dann brachte Louisa einen Berg Süßkram vom Sternsingen mit und im Keller ist da auch noch was. An einem Tag wo ich mal wieder echt am Ende meiner Nerven mit diesen zickigen Rüben war, habe ich mir im Keller ein After Eight Täfelchen gegönnt und dann an einem anderen Abend zwei Dominosteine, dann konnte ich es aber auch gut sein lassen und ich will mich ja nicht quälen, sondern ich möchte ja durchhalten auf lange Sicht, dann muss man auch mal nachgeben.


Ich bin gespannt wie mein Weg weiter geht, denn dies hier ist ja nur der Anfang.

Kommentare:

  1. Da bin ich auch gespannt was sich da noch tut..Es hört sich auf alle Fälle schon sehr gut an und wichtig sind auch kleine Sünden ohne Reue hinterher bzw dass man alles hinschmeissen möchte..Du schaffst das schon und ich hol mir dann Tips

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  2. Ich ernähre mich schon ganz,ganz lange Kohlenhydrate arm.
    Morgens Frühstück mit allem was mir schmeckt, aber ab mittags dann ...LowCarb.Zucker gibt es hier zwar auch noch, aber fast immer ersetze ich ihn durch Erytith.Zum Backen benutze ich Mandel und Kokusmehl hin und wieder auch Dinkelmehl.Den der Körper benötigt auch Kohlenhydrate, aber eben nicht zu viel,die schmecken zwar lecker aber gehen eben auf die Hüfte.
    Wünsche viel Erfolg LG Adelheid
    PS. Goggle doch mal, Essen ohne Kohlenhydrate viele schöne Rezepte

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  3. Wow,

    das ist echt eine große Aufgabe, gearde mit Familie!!! Toll!!

    Ich habe vor einigen Monaten (irgendwie muss es Sept. oder Oktober 2016 gewesen sein) den Zucker und Weizen aus unserem Haushalt entfernt. Mich hatte es gut 6 Wochen lang mit ständigen Kopfweh erwischt, fühlte mich auch sehr "auf Entzug" - irgendwie krank.

    Seither ist aber alles super, 20 Kilos sind mal eben so weg, ich bin satt (was für ein tolles Gefühl!!!), freue mich kleinere Klamotten zu kaufen, die Haut ist wunderbar, dazu strotze ich vor Energie, habe das Gefühl klarer denken zu können und habe Lust auf Bewegung. Da musss ich für dieses Jahr eine Lösung finden ... denn allerinerziehend mit der süßen Lilly und einer 50-70 Stunden Woche sitze ich zu viele Stunden im Büro.... Ziel ist es nun, Arbeitszeit zu reduzieren um Sport zu machen - denn den muss ich machen, wenn Lilly schläft (ansonsten arbeite ich oder kümmere mich um den Haushalt)... bleibt derzeit Gym nach DVD Anleitung ... mal sehen!

    In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich nicht auf Mehle verzichten kann - ok, ich kann das für einige Monate (habe viel Low Carb gebacken mit Mandel - und anderen Nussmehlen), aber nicht mein Leben lang.

    Bei der Schoko habe ich einen tollen Tipp für dich Vivani 75% Schokolade nur mit Kokosblütennektar. Zumindest bei mir klappt es toll - davon esse ich mal ein Stück und das reicht mir. Es war kein Problem an allen Weihnachtssüßigkeiten in den Regalen vorbei zu gehen.

    Ich würde sagen, weiter so!

    Viele liebe Grüße
    Imme♥

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♥♥♥ Kommentare sind wie ein guter Nachtisch, sie machen die Sache erst perfekt. Danke dafür ♥♥♥