Donnerstag, 19. Mai 2016

Jumpsuits - Auch diesen Sommer ein Mode Must Have für Girls

Wenn man die aktuellen Kollektionen der Modehäuser durch schaut ist er immer noch da

Der Jumpsuit

Nähen kann man den auch schon seit 3 Jahren mit dem genialen Schnittmuster Isabell von Mariele.
Somit erzähle ich Euch eigentlich nichts Neues, nur Louisa brauchte neue Jumpsuits, denn sie ist aus ihren alten raus gewachsen und die sind in Jolinas Schrank gewandert.

Der Schnitt geht bis Größe 140, aber mit ein bisschen mehr Stoff hier und etwas anders da passt er auch dem großen Kind noch, das gerade 146 trägt.


Da hat sich doch glatt die Nachbarskatze mit aufs Bild gemogelt, der "Ildar" ist aber auch zu süß, aber er haart so heftig, dass selbst ich Katzenfreund und so gar nicht Putzteufel rum jammere. "Nein! Du darfst nicht bei uns rein, sonst ist wieder alles vollgehaart!" Und wenn mir das zu viel wird, heißt das was, schließlich hatten wir fast 20 Jahre einen Perserkater. Okay Perser haaren nicht, die fusseln, haha.


Aber jetzt zurück zum Jumpsuit.
Louisa hat mich  gezwungen beauftragt die Hosenbeine ja nicht zu kurz zu nähen.
Komisch, meist haben die Mädchen die es gar nicht nötig hätten die meisten Probleme mit ihrem Körper und andere die vielleicht besser etwas mehr bedecken würden, tragen viel zu knapp.


Natürlich sind die Farben gedeckt und solange schwarz dabei ist, findet Louisa es meist super.
(Allerdings gibt es ja Stimmen die sagen ich würde IMMER bunt nähen.... gar nicht wahr, gerade ich ja eben nicht)


Spring mal! Jump heißt ja springen.
Allerdings bin ich mit dem Hintergrund nicht so glücklich, aber wir wollten/mussten die Bilder schnell im Garten machen.
Blöder Schatten.



Ich denke das Wetter wird bald wieder besser, schließlich ist ja erst Mai und dann kann man auch wieder so ohne Jacke und Schuhe durch den Garten turnen.



Am besten schaut man gar nicht hin, wenn die Mädels auf den Schaukeln rum turnen, vor allem Louisa hat keine Angst und Jolina macht jeden Blödsinn nach, oder versucht es jedenfalls.


Der Jumpsuit wird aus Jersey genäht und ist dadurch schön dehnbar und gemütlich.




Ich habe übrigens auch einen in "bunt" genäht.
Dies war der erste Versuch und da habe ich etwas zu viel vergrößert, das war gar nicht nötig.
Somit wird dieser nicht gleich wieder zu klein und etwas lockerer geht doch auch.






Schnittmuster: Jumpsuit Isabell

(zur Zeit günstiger)
Stoffe: alle Swafing
genähte Größe: 140 + ein bisschen Zugabe
Model: Louisa
Fotos: ©JoLou


bisherige Posts zu Isabell:
Aprill 2013 Model Jolina
Juni 2013 Model Louisa








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Mittwoch, 18. Mai 2016

Kindergartenausflug nach Bingen am Rhein

Kennt Ihr das?
Manchmal möchte man gerne Mäuschen spielen und die lieben Kleinen beobachten in ihrem Alltag ohne uns.

Da Jolina nichts erzählen kann von ihrem Tag im Kindergarten fällt das nochmal schwerer, nicht dass Louisa mir jetzt viel erzählt hätte. "Wie war es heute?" "Gut!" mehr bekam ich da auch nicht zu hören, aber ich war einfach näher dran, beim hinbringen und abholen konnte ich immer ein Blick auf mein Kind werfen, das fehlt bei Jolina komplett.

Jetzt hatte ich aber die großartige Gelegenheit Jolina bei ihrem Kindergartenausflug mit den Vorschulkindern nach Bingen zu begleiten.

Und ich habe wieder viel über mein Kind gelernt und ein weiterer Stein, mit Beschriftung Schulzeit, rollte von meinem Herzen.




Meine erste Angst war schon, dass Jolina den Fußweg vom Kindergarten bis zum Bahnhof nicht schaffen würde. Läuft sie doch mit uns sehr ungerne, auch wenn wir tolle Sachen machen, wie Zoo, oder durch den Wald stromern.

Aber an der Hand eines anderen Mädchen hatte sie Spaß und lief ohne zicken, mucken, oder dem Versuch sich loszureißen.

Also erste Hürde geschafft und ich konnte schon viel entspannter in den Zug steigen.



Gebucht war ein Programm beim "Grünen Klassenzimmer" im Park am Mäuseturm.
Genau 4 Jahre vorher war ich auch als Begleitperson von Louisas Vorschulgruppe mit im Grünen Klassenzimmer und war damals schon total begeistert.

Praktischer als mit dem Zug kann man den 10ha großen Park direkt am Rhein kaum erreichen, der Binger Hauptbahnhof (Ja, Bingen hat tatsächlich 2 Bahnhöfe ;-) ) liegt direkt am Park.

Wer mit dem Zug (auch ICE) zB von Köln nach Frankfurt fährt kann einen Blick auf den Park werfen.



Als erstes war Frühstück angesagt. Ich versuchte mich immer etwas im Hintergrund zu halten. Schließlich war es ein Ausflug mit dem Kiga und nicht mit der Mama.
So konnte ich auch sehen wo Jolina Hilfe braucht.
Wie auch mit uns zusammen braucht sie Hilfe bei der Trinkflasche, obwohl sie Mineralwasserflaschen aufdrehen kann, ist es für sie bei der Siggflasche noch schwierig.
Trotzdem schwöre ich auf diese Flaschen, denn sie sind einfach immer dicht und laufen nicht aus.


Der Park am Mäuseturm zeigt sich schon in voller Blüte. Und ist immer noch so schön wie bei der Gartenschau 2008, wo Bingen sich endlich fein gemacht hat und man sich nicht mehr schämen musste wenn Touristen mit den Schiffen anlegten.




Die Führerin des grünen Klassenzimmers holte uns dann beim Frühstück ab und lud ein den Park mit all unseren Sinnen zu entdecken.

Jolina war natürlich mit den Ausführungen total überfordert und konnte auch nicht mit aufzählen welche Sinne man denn hat, oder was man über Bäume, oder Tiere weiß.

Diesen Anspruch habe ich gar nicht, das wird irgendwann kommen, doch noch nicht jetzt. Jolina klinkte sich dann gedanklich zwar aus, wie ich beobachten konnte, doch trotzdem blieb sie bei der Gruppe und verhielt sich still und störte nicht.

Vielleicht nahm sie ja trotzdem etwas für sich mit, wer kann das sagen.



Das ist Inklusion und genau das ist es was wir uns vorerst für Jolina wünschen.
Viele verstehen den Inklusionsgedanken falsch. Sie denken Jolina müsse mit den anderen mit halten können und sagen dann, dass dieser Ausflug doch gar nichts für sie wäre.
Natürlich hat Jolina diesen Ausflug genossen, vor allem die Zugfahrt hat sie sehr beeindruckt.
Sie stand mit am Rhein und schaute aufs Wasser und fand das toll, auch wenn sie den Ausführungen über bestimmte Vögel nicht folgen konnte, doch wer sagt denn, das alle Vorschulkinder es verstanden haben?


Jolina sucht sich ihre eigenen Herausforderungen und während die anderen nach Kirschkernen am Boden suchen um einen Baum bestimmen zu können findet Jolina einen Stock und stochert auf der Erde herum.



Und sie findet auch Kinder die es ihr dann nach tun.
Ich fand dieses Bild so wunderschön innig.

Wobei ich natürlich ganz viele Bilder des Tages nicht zeigen kann, denn es ist für mich tabu Kinder und Menschen bei nicht öffentlichen Veranstaltungen erkennbar zu zeigen.
Trotzdem versuche ich mit den Bildern zu zeigen, dass Jolina nicht nur nebenher lief sondern mittendrin war. Zwar auf ihre Art und Weise, aber glücklich und zufrieden.



Die erste Situation die typisch Jolina war, war als sie unbedingt zu den Gänsefamilien im Park rennen wollte, was erstens den Kindern untersagt war und zusätzlich auch nicht ungefährlich ist. Ich wollte keinen Streit mit Gänseeltern haben, aaahhhh.

Irgendwann reagierte sie auf die Stop-Rufe, nur eben verzögert.
Das sind Dinge die mich nerven, aber ich müsste es besser wissen, Jolina reagiert viel langsamer. Doch es gibt eben Momente da sollte man sofort auf Stop reagieren, zB im Straßenverkehr, da haben wir noch eine Baustelle. Denn das sind Dinge die können lebenswichtig sein.


Im Hintergrund immer der romantische Rhein mit seinen Burgen und den steilen Weinlagen. Ich kann schon verstehen warum die Dichter sich damals überschlagen haben.
Ich weiß es zu schätzen da zu wohnen wo andere Urlaub machen, ich liebe mein Nahetal und den Rhein.
Die Nahe fließt übrigens genau dort am Park in den Rhein. Nur ca. 10 km von unserem Heimatdorf weg.


Die Strecke durch den Park ist schon ein Stück zu laufen, aber gemeinsam und mit kleinen Pausen schafften die Kinder das gut.
Die Vorschulgruppe trifft sich ja jeden Donnerstag und geht ab und zu in den Stadtwald. Leider ist Jolina dann immer im PEp und bei den Aktionen nicht dabei.


An der Nikolaus Eiche testeten sie, wie viele Kinder nötig sind um den Stamm zu umfassen, meist waren es 4 Kinder.




Natürlich waren wir auch am Mäuseturm, schließlich gibt er ja dem Park den Namen.
Dieser Turm fasziniert mich schon seit frühester Kindheit. Meine Mutter hatte ein altes Sagenbuch und darin stand auch die Sage vom Binger Mäuseturm. Die hat sich bis heute in mein Hirn eingebrannt. Ich erinnere mich an meinen eigenen Kindergartenausflug an den Rhein vor über 40 Jahren *hüstel* und wir machten eine Schifffahrt. Damals wurde der Turm gerade gestrichen und ich fragte meine Mutter, ob wohl die Maler auf die Knochen von dem bösen Mann gestoßen wären, ich war als Kind total verängstigt von dieser Sage und ich bin noch mit Märchen aufgewachsen, die ich aber harmlos fand, da zu unrealistisch. Doch die Geschichte des grausamen Bischof Hatto der von den Mäusen im Turm bei lebendigem Leib abgenagt wurde, hörte sich an als sei sie passiert und möglich. Wie das bei Sagen ja immer so ist, ein Teil Wahrheit, ein teil wahrscheinlich erfunden.


Als dann die Führerin den Kindern die Sage erzählte konnte ich es kaum glauben. Ich bin da ja nicht so zart und erzähle meinen Kindern auch Märchen. Doch jetzt ist das heute ja total out bei den Eltern und dann kommt die Dame mit dieser Sage bei Kindergartenkindern um die Ecke, muss schon sagen mutig.


Zum Abschluss der Führung gab es noch eine Runde in der es erneut um die Sinne ging. Jolina lag auf dem Boden und hatte sich total ausgeklinkt. Das tat natürlich ein bisschen weh das zu sehen, doch sie störte die Runde nicht und man sah, es war an diesem Punkt zu viel für sie und sie wollte gar nicht versuchen Teil dieser Runde zu sein, nur dabei zu sein das war ihr wichtig.

Leider konnte sie bei dem Schulkindlied der Gruppe auch nicht mitsingen, da sie ja nie in der Gruppe dabei ist, doch dies sind Dinge die der Mutter näher gehen als dem Kind, daher eigentlich okay.
Schlucken, durchatmen, weiter geht es.


Wir ließen den Turm hinter uns und machten uns auf den Weg zum Pommes essen. Leider waren die Lokale im Park gerade noch nicht offen, so durften die Kinder im NH-Hotel auf der Terrasse essen, cool.

Da der Spielplatz im Park am Mäuseturm wegen Renovierung gesperrt war, machten wir uns auf den Weg zum "Rheinkahn" ein Spielplatz ein Stück den Rhein hinauf der auch im Rahmen der Gartenschau entstanden ist.

Jolina war weiter mit dabei und hielt durch, zwar musste ihre Partnerin öfter mal ein bisschen ziehen, aber es war wirklich ein Aha-Erlebnis für mich.
Hatte mich die Schulärztin bei der letzten Untersuchung gefragt wie weit könne Jolina laufen. Ich sagte, dass ich das nicht wüsste. Sie bohrte weiter: "1 km? 5km? weniger? mehr?"
Wer misst schon seine strecken ab? Wir nicht. Sie schrieb dann 1 km in ihren Bericht.
Da eine der Erzieherinnen einen Schrittzähler dabei hatte weiß ich jetzt, dass Jolina bis zu diesem punkt schon über 7km hinter sich hatte. Respekt.




Auf dem Spielplatz bekamen die Kinder erklärt, dass sie nicht auf den Teil gehen dürfen, der Wasserspielplatz ist und es hat super geklappt. Tolle Kinder.


Genau gegenüber des Spielplatzes ist das Niederwalddenkmal mit der Germania am anderen Rheinufer. Das Denkmal ist so groß, dass wir es sogar von unserem Küchenfenster in unserer 1. Bretzenheimer Wohnung sehen konnten.

Mit Louisa haben wir einen Ausflug dort hoch gemacht als sie 2 Jahre alt war, Jolina war aber noch nicht oben. Inzwischen traue ich ihr aber die Seilbahnfahrt in der offenen Gondel zu, müssen wir mal unbedingt in Angriff nehmen.






Jolina spielte meist alleine, oder im inneren im Sand.
Bei der Seilbahn fuhr sie zuerst mit und traute sich dann später auch alleine hinein, sie hatte sich abgeschaut wie man an der Kette ziehen muss, schaffte aber nur den ersten halben Meter und kam dann nicht weiter und rief um Hilfe. Trotzdem ist es eine ihrer Stärken, dass sie sich etwas bei anderen abschaut und dafür braucht sie einfach Vorbilder und auch das ist ein Vorteil von Inklusion.
Jeder kann von jedem lernen, denn auch Jolina hat ihre Stärken von denen andere profitieren, man muss es nur zulassen.



Am Ende war Jolina schmutzig, glücklich und sehr müde.
Auch die anderen Kinder sahen sehr geschafft aus nach diesem langen Tag.
Übrigens gestehe ich Euch: "Ich war fertig wie ne rolle Drops!" War wohl viel zu viel frische Luft für mich, haha.



Der weg zurück zum Bahnhof zog sich nochmal ungemütlich in die Länge und ich hatte Jolina an der einen Hand und ihre Gruppenpartnerin an der anderen. Ein bisschen ziehen musste ich die beiden schon und aufmuntern. Die Sonne hat übrigens den ganzen Tag extra für uns geschienen und es war ganz schön warm.


Praktisch wenn die Züge so oft fahren, so konnten wir uns wieder direkt in den zug setzen und es ging schon bald los. Die Kinder waren aufgeregt und glücklich, so ein genialer Tag, alles hatte geklappt bei bestem Wetter und fröhlicher Stimmung.

Mein Auto hatte ich schon morgens am Bahnhof geparkt und so konnte ich gleich mit Jolina heim fahren, die schon fast beim ausparken fest eingeschlafen war.


Dienstag, 17. Mai 2016

Mein Tipp bei Schnupfenkindern

Manche Fragen werden immer wieder in der Down Syndrom Gruppe gestellt.

Obwohl jedes Kind mit Down Syndrom individuell ist, treten doch gewisse Dinge gehäuft auf.
Eine wirklich nervige Geschichte sind die gehäuft auftretenden Schnupfennasen.

Vorallem in den ersten Lebensjahren begann der Schnupfen im Herbst und blieb bis im Mai, ob es ein Infekt war oder viele kleine hintereinander konnte man nicht unterscheiden. Ab und zu wechselte mal die Farbe *hüstel*

Man sagte mir es wird besser, konnte ich kaum glauben, es fühlte sich an, als würde dieses Drama nie enden und leider führte es auch oft dazu, dass Jolina nicht in den Kindergarten durfte, sie war teilweise bis zu 6 Wochen zu Hause.


Inzwischen ist es so, dass Jolina mit ihren 7 Jahren auch noch jeden Schnupfen mit nimmt der sich anbietet, doch es gibt tatsächlich kleine Schnupfenpausen und dadurch merkt man "Aha, es sind immer verschiedene Infekte"

Montag, 16. Mai 2016

Mias Tullelue - Eine Mütze für Menschen mit Down Syndrom

Ich möchte mich nicht auf "Kinder" mit Down Syndrom beschränken, wie es in der Schnittbeschreibung steht, denn der Schnitt geht bis Größe 58 (und die wäre selbst mir um einiges zu groß) und auch für Erwachsene kann man tolle Mützen daraus zaubern.

Ja, wie fange ich an?

Es gibt einige Eigenheiten die, die meisten Menschen mit Down Syndrom gemein haben, zB die Lidfalte, oder der Nasenrücken, oder die etwas tiefer sitzenden Ohren.
Daher gibt es zB spezielle Brillen für Menschen mit Down Syndrom. (davon habe ich Euch ja schon hier erzählt)

Ein zusätzliches recht typisches Merkmal ist der flachere Hinterkopf und genau diese Kopfform macht es sehr schwierig Mützen zu finden die passen, oder (ihr werdet es mir bitte verzeihen) nicht total doof aussehen.

Da Louisa und Jolina nur 3 Jahre auseinander liegen bietet es sich natürlich an die Kleidung der Großen für die Kleine auf zu heben. Doch gerade bei den Mützen hat Jolina nicht eine Einzige der großen Schwester aufgetragen.
Warum? Die Mützen die bei Louisa so mega süß aussahen hatten bei Jolina einen ganz anderen Effekt. Eltern von anderen Kindern mit Down Syndrom werden diese Situation kennen. Du setzt deinem Kind eine tolle Mütze auf und entweder rutscht sie SOFORT über die Augen, oder man könnte dem Kind auch gleich auf die Stirn schreiben "Ich bin behindert!"

Ich konnte diese Mützen Jolina einfach nicht guten Gewissens aufsetzen und so kaufte oder nähte ich ihr eigene, die auch zu ihr passten.



Ihr werdet sagen "praktisch wenn man selbst nähen kann."
Das stimmt schon, aber um ein Schnittmuster so abzuändern, dass es am Ende auch passt ist nicht so ganz einfach, wenn man nicht so oft näht, denn am Anfang hätte ich das auch nicht gekonnt.


Deshalb finde ich es eine Wucht (was eine altmodische Redewendung, hihi), dass es bei der Erstellung des Schnittmusters Tullelue von July von Tullebunt & Lille Snø  auch gleich eine Variante für Kinder/Menschen mit Down Syndrom gibt und zwar Mias Tullelue (ihr verzeiht mir, die Schreibweise Mia´s geht mir nicht über die Tastatur, wer mich kennt weiß wieso, hahaha)



Der Kracher an dieser Mütze ist zum einen, dass sie ganz lange mit wächst und zum anderen, dass man sie ruck zuck aus Stoffresten nähen kann, in ganz bunt, oder Ton in Ton, oder einfarbig.
Und deshalb passt diese Mütze natürlich genau zu farbenmix.



Als ich vor gefühlt 100 Jahren mit dem Nähen angefangen hat, konnte man auf fast jede Frage die zum Nähen gestellt wurde "farbenmix" antworten. Wo es den Schnitt gibt, oder das Webband, oder die Anleitung wie man etwas näht.

Natürlich ist inzwischen der Markt sehr groß und unübersichtlich geworden, zusätzlich tummeln sich viele schwarze Schafe unter den ganzen Pseudofachleuten die Schnittmuster anbieten.

Farbenmix hat sich in diesen wilden Zeiten nicht verbogen und ist auch weiter als Fels in der Brandung eine Größe geblieben.



Deshalb bin ich auch stolz, dass Jolina mit ihren Tullelues dort auf der Seite zu sehen ist. Hammer!!!!
Und es wird nie alltäglich für mich sein, auch wenn wir schon mit im Boot waren bei anderen Schnittmustern, vor allem der Schnitt für den Hoodie speziell für Menschen mit Down Syndrom möchte ich hier herausstellen.



Vielleicht sollte man auf das Schnittmuster noch folgende Warnung drucken.

"Das Nähen von Tullelue kann süchtig machen! Bereits der erste Versuch hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Nähverhalten und könnte als Einstiegsdroge auch für andere links auf links Projekte dienen."



Der Effekt dieser genialen Nähte ist wirklich ein Hingucker und natürlich ist ganz genau erklärt wie das geht.

Wenn man das nicht möchte, oder auch bei Jungs die dezentere Variante möchte, näht man einfach "richtig rum"



Und jetzt haltet Euch ein bisschen fest.
Ich darf demnächst ein Schnittmuster verlosen, dauert keine 2 Wochen mehr zur großen Bloggeburtstagsparty.



Jolina liebt es übrigens Mützen zu tragen und als es warm wurde im Frühling war sie schwer davon zu überzeugen, dass sie morgens keine Mütze aufziehen muss bevor sie das Haus verlässt.

Zusätzlich bin ich nicht so die typische Mützenmama. Meine Mutter, also die Oma der Mädels sagt sowieso immer, dass ich meine Kinder immer viel zu dünn anziehen würde. Ja auch solche seltenen Exemplare des Typs Mutter gibt es und ich bin so eine.

Louisa geht den ganzen Winter ohne Unterhemd zur Schule und ich lasse sie, denn war ich doch früher genau so und da das Kind ganz selten krank ist, kann es ja gar nicht so schlimm sein.



Doch was soll ich jetzt tun? So tolle Mützen müssen doch auf die Köpfe (Louisa war noch nicht zu überzeugen, dass sie dringend auch eine braucht, ich wollte ihr eine in schwarz und grau nähen *schnüff*)

Ich freue mich jetzt schon auf den Urlaub im Norden, da braucht Jolina dringend Mützen und yeah, ich werde am besten zu jedem Outfit eine nähen und noch ein paar für mein Tauschpaket, die kommen sicher gut an.

Diagnose: Tulleluesucht




Aber sagt selbst, welche Mütze sieht von hinten so genial aus, oder darf ich GEIL schreiben?

Dies waren nur zwei meiner Designbeispiele, mehr davon findet ihr auf der farbenmixseite, oder auf facebook bei JoLou (auch ohne facebookProfil anzuschauen)


Schnittmuster: Mias Tullelue
Stoffe: Alles was das Stoffregal bietet
genähte Größe: KU51
Model: Jolina
Fotos: ©JoLou

Sonntag, 15. Mai 2016

Sonntagskino: Experiment mit versteckter Kamera und Servicekraft mit Down Syndrom

Auf der Suche nach neuen Filmen für Euch fand ich dieses Experiment aus Norwegen mit englischen Untertiteln.

Es ist gut zu sehen, dass Menschen sich einmischen, doch würden sie das in Deutschland auch tun?

Sagt mir doch in den Kommentaren einfach wie ihr reagiert hättet.

Ich glaube ich wäre auf jeden Fall innerlich explodiert um dann der Frau zu sagen, dass sie ein Problem hat, ein Problem mit sich selbst und ihrer Wahrnehmung und ihre soziale Kompetenz in Frage gestellt.

Schaut es Euch an und urteilt selbst

Samstag, 14. Mai 2016

Buchtipp: Kind 44 von Tom Rob Smith

Der Roman zum Film - allerdings kenne ich den Film nicht und habe noch nicht mal davon gehört.

Um so besser, so gehe ich unvoreingenommen an das Buch heran, das im Klappentext sehr vielversprechend klingt:

"Moskau 1953. Auf Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt und fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr ..."

Das war also meine Muttertagslektüre :-)



Durch die ersten Seiten musste ich mich etwas quälen und musste mich erst an die ganzen russischen Namen und Abkürzungen der verschiedenen politischen Abteilungen des Geheimdienstes gewöhnen.

Ich muss dazu sagen, ich bin ein typisches Westkind und was da im Osten vor sich ging wussten wir nur vage. Wir wussten zwar, dass es dort im Sozialismus nicht so "frei" herging wie bei uns, doch in die wahren Abgründe habe ich erst durch dieses Buch schauen dürfen.

Ein Leben in ständiger Angst, Misstrauen gegen jeden... jetzt kann ich langsam verstehen, warum manche Menschen sind wie sie sind, wenn man in so ein Umfeld hineingeboren wird. Was ging es uns doch gut.

Nachdem ich mich also in diese ganzen politischen Gefüge der Stalinzeit hinein gefunden hatte und auch die vielen russischen Namen nicht ständig verwechselte, konnte ich das Buch kaum noch weglegen, es zog mich immer tiefer hinein.

Wie unfassbar grausam hier Kinder ermordet wurden und das Regime kehrte es unter den Teppich, weil es ja keine Morde geben durfte in einer perfekten sozialistischen Gesellschaft und wenn, dann war der Westen schuld.
Noch schauderhafter wird es, wenn man am Schluss im Nachwort liest, dass das Buch sich an einem wahren Fall orientiert.

Es dauerte recht lange, bis man begriff was die ersten Seiten, in denen man über 2 Brüder in den armen Kriegszeiten lesen kann, mit dem Rest des Buches zu tun haben, aber dann zieht es einem fast den Boden unter den Füßen weg.

In diesem Buch gibt es weit aus mehr Tote als in jedem anderen Krimi, denn zu den Opfern des Kindermörders kommen hunderte Tote, die fast beiläufig durch diesen Fall dem russischen Staat zum Opfer fallen.

Mehr will ich gar nicht verraten, sonst nehme ich Euch die Spannung auf die teilweise unglaublichen Wendungen, doch eine Leseprobe habe ich dann doch für Euch.