Sonntag, 2. August 2015

Fanta 4 vom Rheinschiff aus - Ein "Elternabend" mit Konzert der besonderen Art

Bei uns im "Wochenspiegel" stand vor einiger Zeit eine Anzeige, dass die Fantastischen Vier nach Mainz in den Zollhafen kommen und als Schmankerl gab es auch Karten für ein Rheinschiff, das dann vor der Bühne fest machte und man das Konzert von dort ansehen konnte.

Jetzt sind wir ja schon etwas älter und unsere letzten Konzerte lagen auch viele Jahre zurück.

Sofort vom Fieber gepackt reservierte ich 2 Karten, ein Konzert tauglich für unsere alten Knochen, das hörte sich wunderbar an, zusätzlich noch mit Snacks und Flatrate Getränken auf dem Schiff, dafür zahlt man doch gerne mehr.

In dem Moment warfen ihr auch alle Vorausplanung über Bord die sonst so wichtig bei uns ist "Ach, was, irgendjemand werden wir schon für die Kinder finden." So spontan und begeisterungsfähig sind wir leider schon lange nicht mehr. Mit Kindern ist es ja anders und mit einem Kind mit "kleinem Extra" ist es eben nochmal anders.

Nun ja, unser Babysitter konnte schon mal nicht, uuupsi, wir mussten schon am Nachmittag nach Mainz fahren und unsere Babysitterin kam an dem Tag erst um 17:00 Uhr mit dem Zug von der Uni zurück. So gehts wenn man einmal spontan ist.
Ich rief dann kleinlaut bei meiner Mutter an und fragte sie ob sie gerne eine Nacht bei uns verbringen möchte, das war zum Glück kein Problem und der Konzertbesuch war gerettet und was waren wir aufgeregt und in Vorfreude, wie Teenager, eben nur älter....

Ich darf dazu anmerken, dass unsere Babysitterin von den Fanta 4 noch nie etwas gehört hatte, falls wir uns bis zu diesem Zeitpunkt noch ein bisschen cool vorkamen, das war dann vorbei. Wir hätten wohl auch zum Fernsehgarten nach Mainz fahren können in den Augen dieser jungen Frau, nur, dass dort die Künstler wohl sogar etwas jünger sind als die Fantas, nur nicht so cool, *mit dem Fuß aufstampf* - ist eben so, dass die Künstler mit uns alt werden und die Kids dann die Köpfer darüber schütteln was wir Senioren für langweilige Musik hören. (Wir haben früher auch selten ein Depeche Mode Konzert verpasst, das sind jetzt auch alte Säcke und leider auch schon etwas durch Drogen und zu viel Erfolg ausgelutscht, die Fantas zum Glück nicht)

Unsere Angst, dass es sicher regnen würde und wir uns wahrscheinlich in unserem Alter bei so einer Aktion wohl den Tod holen würden war unbegründet.
(Das sagt die Frau, die 1987 in Mannheim beim Genesis Open Air bei Dauerregen stand, das komplette Gelände war eine Schlammsuhle geworden und man stand mehr als knöcheltief in der braunen Soße.)

An einem der heißesten Tage des Sommers 2015 machten wir uns auf den Weg zum Anleger und waren gespannt, aufgeregt, voller Schmetterlinge im Bauch.



So ein geniales Boot hätten wir dann nicht erwartet, kennen wir die Schiffe der Köln/Düsseldorfer und zum Teil haben die Kähne nicht mal eine Klimaanlage und die Touristen werden im Inneren dampfgegart.


Man hätte auch unten an nobel eingedeckten Tischen sitzen können, doch ein bisschen OpenAirfeeling wollten wir ja doch haben.
Es dauerte natürlich bis wir ablegten und so lange hatten wir Sicht auf den Mainzer Dom, Sonne satt von oben und Softdrinks oder Bier bis zum abwinken.
Diese Getränke Flatrate war wirklich Gold wert und alleine dadurch hatte sich der Aufpreis zum herkömmlichen Ticket gelohnt.


Das Publikum auf dem Schiff war wirklich sehr gemischt, von jung bis ziemlich alt, also noch älter als wir oder die Fantas.


Die ganze Zeit konnten wir Würstchen vom Grill futtern, (ich mag aber keine weißen Bratwürste, *maul* - darf ja auch was geben was ich nicht so mag) doch es gab noch Lachsblätterteighäppchen, Hackfleischbällchen und Sate Spieße. Puhh uns ging es so richtig dekadent gut.

Fanta auf dem Fantakonzert fand ich passend



Endlich machte sich das Schiff langsam auf den Weg zur Nordmole wo sich schon einige Boote vor der Bühne in Position gebracht hatten, hmmm, die waren dann natürlich nicht so happy als wir ankamen und direkt vor der Bühne festmachten und die komplette Sicht nahmen.

Uns nahmen übrigens die Leute hinter der roten Absperrung die beste Sicht, wer die waren, keine Ahnung, sie hatten Bändchen um und wurden noch zuvorkommender bedient als wir, nur Fantafans waren die nicht und wohl auch recht international, hatte vielleicht das Hilten vor dem wir lagen als besonderes Schmankerl für die Gäste, oder was auch immer.


Die "Flotte" der kleinen Boote machte dann eben hinter uns fest wo sie von der Wasserschutzpolizei hin komplimentiert wurden.

Das Vorprogramm war Joris  den dann wohl auch unsere Babysitterin kennt durch den Hit "Herz über Kopf" den Louisa immer begeistert mitsingt.


So richtig kam die Stimmung auf dem Schiff leider nicht rüber.
Bei allem Luxus den wir hatten und freie Sicht auf die Bühne, fehlte mir einfach dieses extreme Mitgehen. Was mich allerdings nicht daran hinderte auf meinem Stuhl zu stehen mit zu grölen (was man dann natürlich raushörte)  und zu tanzen und einfach ab zu gehen.
Die Vorstellung bei fast 40 Grad zwischen diesen schwitzenden Menschen zu stehen die alle größer sind als ich (was bei 1,56 kein Wunder ist) machte das dann aber schnell wieder wett.


Als die Sonne dann chillig bei "Ein Tag am Meer" unterging fühlte man sich einfach nur noch großartig.




Ich weiß nicht wie viel Cola, Fanta, usw durch mich durch gelaufen sind, oben rein, aus den Poren wieder raus, doch ich hatte nicht mal ein fitzelchen Sonnenbrand, ein Hoch auf das Sportsonnenspray vom großen A...

Das größte Highlight war übrigens, dass die Fantas tatsächlich nach ganz langer Zeit mal wieder "Die da" gespielt haben, das Lied mit dem eigentlich ihr Erfolg vor 26 Jahren begann.
Da verzeiht man auch, dass es bei der Hitze keine Zugabe gab, oder gibt es so etwas heute nicht mehr bei Konzerten, wir können da ja nicht mehr wirklich mitreden.


Wieder am Rheinufer in der Stadt angekommen warfen wir einen Blick zurück auf unser Schiff über dem gerade der Vollmond aufging und machten uns auf den Heimweg um die Oma zu erlösen.




Viel zu selten sind diese Momente geworden in denen man einfach mal loslassen kann, ob dies nun an den Kindern liegt, oder weil wir einfach richtige Couchpotatoes geworden sind? Wahrscheinlich liegt es an beidem.

Hier könnt ihr übrigens in ein paar verwackelte Bilder vom Konzert anschauen


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