Mittwoch, 8. Oktober 2014

Geben HP trifft auf 31for21

Heute möchte ich Euch über die Freude des Gebens erzählen.

Jetzt kommt wieder ein

"Geben ist seliger als nehmen"-BlaBla

werdet ihr denken.


Natürlich ist das so,

aber Geben kann auch Freude machen

und zwar dem der gibt.


Man kann vieles geben,

ich glaube das einfachste ist ein Lächeln.

Jolina könnte Volksholschulkurse im

Freude geben abhalten.


Heute beim Einkaufen an der Kasse,

Jolina brachte mit ihrer Art die Kassiererin

so zum schmunzeln und freudig lächeln,

dass ihre Augen leuchteten

und der nächste Kunde

strahlend begrüßt wurde.

So wurde Jolinas Geschenk an diese junge Frau

sofort weitergegeben

und soooo einfach ist geben.



Es ist einfach

wenn man gerade selbst etwas erhalten hat

ebenfalls zu geben,

jedenfalls ist das die Idealvorstellung

die leider immer weniger funktioniert.



Mein Aha-Erlebnis hatte ich vor vielen Jahren

bei einer Reise nach Ägypten.

Unser Reiseleiter war ein junger koptischer Christ,

der es schon damals nicht einfach hatte in dem Land,

doch durch harte Arbeit schaffte er es

seine Familie zu ernähren und sich immer wieder ein

Studiensemester zu finanzieren.


Er zeigte uns sein Land

von einer Seite die in keinem Prospekt stand.

Am Ende ist es üblich

dem Reiseleiter ein Trinkgeld zu geben,

wir beschlossen einen Hut rum gehen zu lassen und zu sammeln,

jeder von uns 16 so viel wie er konnte.

Die Summe die zusammen kam war atemberaubend,

und sicher mehr als das was er in Monaten verdiente.


Es stand noch ein Punkt auf unserem Wochen-Programm

und weil wir (2 junge Paare)

keine Lust hatten auf Basar in Kairo

setzten wir uns mit unserem Reiseleiter

in ein Café um Tee mit Minze zu trinken

und dem Treiben zuzusehen.


Dann kam ein Junge an unseren Tisch,

er war behindert,

seine Kleidung war zerrissen, wieder geflickt,

aber sauber,

er war taub und hatte Lähmungen.

Er wollte uns ein Päckchen Papier Taschentücher verkaufen,

oder Plastikvögelchen.

Nicht aufdringlich, sehr schüchtern

und er lächelte,

er lächelte nicht aufgesetzt,

sondern er war glücklich,

vielleicht weil wir uns ihm zu wandten

und ihn nicht wegscheuchten wie eine lästige Fliege.

Unser Reiseleiter nahm den Umschlag

in dem das Trinkgeld war,

zählte 10% ab

und gab sie dem Jungen.

Die Tränen und die fassungslose Dankbarkeit

des Jungen werde ich nie vergessen.



Hätten wir selbst nicht so tief in die Taschen gegriffen

für das Trinkgeld,

dann wäre auch weniger für den Jungen geblieben.


Ich erlebte das erste Mal 

in meinem Leben,

was geben bewirken kann,

eine kleine Kettenreaktion.



Natürlich sollte man vom geben nichts erwarten,

denn geben sollte ohne Hintergedanken sein

um wirklich Freude im Herzen zu bewirken.


Und immer wieder geht geben voll in die Hose,

weil nichts passiert,

das ist aber kein Grund auf zu geben.



Jeder denkt bei geben an Materielles,

dabei kann man doch auch viel wichtigere Dinge geben,

wie Lächeln, Trost, Lob

oder Zeit.



Mir hat vor 4 Wochen

eine ältere Damen geholfen

als ich Jolina nicht aus dem Einkaufswagen bekam,

ich war einfach zu klein,

das Kind zu schwer,

die Schuhe hoffnungslos verkeilt.

Sie sah meine Mühe,

nahm sich die paar Sekunden Zeit,

nahm Jolinas Fuß und befreite uns.

 Viele Leute gingen vorher vorbei,

wahrscheinlich mit dem Gedanken:

"Was muss das große Kind noch im Wagen sitzen?"

Diese Dame hat mir

etwas sehr wertvolles geschenkt,

Hilfe und das Gefühl nicht alleine zu sein.

Sie war so schnell verschwunden,

ich konnte ihr kaum danken,

aber es hat sich ganz tief in mein Herz gegraben

und mich glücklich gemacht.


So einfach ist geben und glücklich machen,

und heute ist ein guter Tag damit zu beginnen.




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