Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ein Schlüssel für den "Notfall"

Heute mal ein Thema über das man eigentlich nicht spricht.
Obwohl als Eltern von behinderten Kindern fallen plötzlich Hemmungen und Tabus sind plötzlich Normalität.

Es geht um das stille Örtchen.
Natürlich nicht zu Hause sondern unterwegs.

Solange das Kind klein ist gibt es da ja keinen Unterschied, auf der Autobahnraststätte sucht man wie alle anderen Eltern die Person die den Schlüssel für den Wickelraum hat und bei Kind 2 macht man sich auch keine Gedanken mehr ob das jetzt okay ist auf der Parkbank, im Kofferraum, oder auf der Grünfläche direkt beim Volksfest eine Windel zu wechseln.

Und dann?

Die Ausprägungen des Down Syndroms sind so unterschiedlich das man keine klare Linie ziehen kann.

Toilettengänge unterwegs können allerdings teilweise zu einer Herausforderung werden.
Und hier spreche ich natürlich auch Eltern von Kindern an deren Kinder andere Beeinträchtigungen haben und dadurch einen Behindertenausweis haben.

Wir haben einen Schlüssel.



Einen Schlüssel der uns jede Tür von Behinderten WCs öffnet, rein theoretisch auch im Ausland.

Bekommen kann man den Schlüssel von CBF-Darmstadt und auf der Seite wird auch erklärt welche Voraussetzungen man dafür braucht.

Wer mich kennt weiß das ich diesen Schlüssel auch nicht missbrauche und so gehe ich nach wie vor brav für 75 Cent durch diese Drehschranke und sammle 50 Cent Marken im Kleingeldfach meines Geldbeutels. (Ich glaube bald kann ich mir davon ein Sternemenü leisten.)

Es ist übrigens ein Trugschluss zu glauben das diese Toiletten in diesen einsamen Häuschen an der Autobahn sauberer seien als die anderen, nö. Aber größer, somit ist es einfacher das Kind davon abzubringen irgendwas anzufassen wenn die Wände weiter weg sind *örgs*

Es ist einfach teilweise fast unmöglich in diesen engen Kabinen einem Kind auf der Toilette zu helfen ohne hinterher eine Dusche zu brauchen (weil man klatschnass geschwitzt ist, tztzt, was denkt ihr denn? Okay, kann auch vorkommen, wenn man selbst nur 1,56 ist und keine Affenarme mit Riesenreichweite und Popeyemuskeln hat)

Es gibt davon so eine nette Geschichte von Birte Müller, die lege ich Euch echt ans Herz, ihr könnt sie hier nachlesen: Community


Kommentare:

  1. oh ja! der Schlüssel ist klasse. Bei uns in Österreich nennt er sich Euroschlüssel. Und ich bin immer heilfroh, wenn wir (besonders auf Raststationen) dann doch ein großes Behinderten-WC benützen können. Noch lustiger wird´s nämlich, wenn man ein großes Wickelkind hat, das unmöglich mehr auf einen Babywickelttisch passt.
    Übrigens: ich find die Geschichten von der Britte Müller so gut. Hab mir sogar das Buch zu gelegt und oftmals herzhaft lachen müssen über ihre Erzählungen....
    liebe Grüsse
    tanja

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  2. Der Schlüssel ist eine wirklich tolle Idee. Mein Mann (Rollifahrer) hat ihn schon ewig und da ist auch auf alle Fälle entspannter, als in Raststätten und Co nach dem Schlüssel zu fragen. Wirklich sehr empfehlenswert :o)

    Ganz liebe Grüße
    Evelyn

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  3. Der heisst bei uns auch Euroschlüssel.
    Ich finde das gut und richtig dass ihr einen habt. Dafür ist er gedacht und fertig :)

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♥♥♥ Kommentare sind wie ein guter Nachtisch, sie machen die Sache erst perfekt. Danke dafür ♥♥♥